Licht und Zorn

 

„Zwischen ihrer Haut und seiner war nur ein winziges bisschen Raum, kaum genug für den Schweißfilm, der jetzt trocknete. Und doch hatte sich etwas Drittes in diesen hauchdünnen Spalt geschoben, ihre Ehe.“ (S.11)

 

Licht und Zorn

Jede Geschichte hat zwei Seiten. Diese Erkenntnis ist so banal, wie richtig. Lauren Groff baut auf diesem Fundament eine Ehedrama auf, dass es in sich hat. Die beiden Seiten der Ehe von Lotto und Mathilde werden zunächst aus Lottos Sicht geschildert (Licht) und anschließend um die Perspektive von Mathilde (Zorn) ergänzt. So werden im zweiten Teil, Eindrücke von Lotto in ein ganz neues Licht gerückt.

Lotto und Mathilde heiraten mit 22, ziemlich überstürzt, nachdem sie sich auf einer Party kennen gelernt haben. Der Roman beginnt mit einer Szene am Strand. Während Lotto verliebt um Mathilde herum turtelt und ihr begeistert erzählt, dass sie jetzt zu ihm gehören würde, besteht sie darauf, dass niemand irgendjemandem gehört, denn „zusammen sind wir etwas Neues“ (S. 11). Lotto glaubt ihr nicht, denn er geht davon aus, dass er alles über seine Frau weiß und immer alles über sie wissen wird. Wie wenig Lotto eigentlich wissen kann, wird im Laufe des Romans immer deutlicher.

Lottos Geschichte ist zunächst die Geschichte seiner Eltern. Der Vater erarbeitet sich ein finanzielles Polster, er stirbt, Lotto wird auf ein Internat geschickt, er hat verschiedenste Beziehungen und stürzt sich auf das Schultheater. Hier kann der Junge in verschiedenen Rollen glänzen. Bis er überraschend auf Mathilde trifft. Die unbekannte Schöne fasziniert Lotto, er heiratet sie spontan nach einer Party. Beide sind 22 und das Leben liegt vor ihnen. Lottos Mutter ist empört über die Entscheidung des Sohnes, vermutet, die neue Frau wolle nur an sein Geld. Lotto bricht den Kontakt zu seiner Mutter ab. Aber wer ist Mathilde eigentlich? Wer ist diese Frau, die aus Lottos Leben urplötzlich nicht mehr wegzudenken ist?

Mathilde unterstützt Lotto und kümmert sich um das Drumherum, damit Lotto als Schauspieler erfolgreich sein kann. Als für den eingeschlagenen Karriereweg sein Talent nicht reicht, unterstützt Mathilde ihn dabei, ein erfolgreicher Dramaturg zu werden. Sein  Durchbruch gelingt ihm mit einem Stück, das auf einem Erlebnis von Mathilde beruht, das Lotto unbekümmert für die Bühne ausschlachtet. Im Zentrum der Ereignisse steht ein Blutegel. Mathilde hatte sich als kleines Mädchen das Vampirwesen auf ihr Bein gesetzt. Dort blieb der Blutegel, tagelang. Vielleicht als Trost für das einsame Mädchen, vielleicht als Form der Bestrafung? Man weiß es nicht genau. Die Blutegelepisode ist nur ein kleiner Hinweis auf alles, was im zweiten Teil noch kommen soll.

Warum Mathilde das Leben mit Lotto, der ein ums andere Mal, verbal über die Strenge schlägt, ausgehalten hat, offenbart sich im zweiten Teil. Qualitativ erinnert die Auflösung einiger Szenen, bei denen Mathilde oft die Fäden zog, an Filme wie Fight Club. Ein Grund dafür, warum ich den Roman kaum aus der Hand legen konnte. So ausufernd  die Lebensgeschichte von Lotto, dem weißen, reichen Glückskind geschildert wird, so präzise und konkret wird es, wenn es um Mathildes Leben geht. Und es zeigt sich auch, dass Lotto Mathilde geholfen hat, mit den Traumata ihrer Jugend umgehen zu können. Er wusste davon natürlich nichts. Aber ob er ohne Mathilde jemals so erfolgreich gewesen wäre?

Lauren Groff spielt gekonnt mit dem lückenhaften Wissen der Leser*innen. Das Ehedrama ist genial geschrieben und Licht und Zorn deshalb ein echter Pageturner, der in jedem Fall Potenzial zum Lieblingsbuch hat.

Ich habe den Roman als Rezensionsexemplar beim Bloggerportal angefordert. Vielen Dank!

 

Sonnenkönige

sonnenkc3b6nige.jpg„Meinst du beginn ich, meinst du als Online-Redakteur? Mit Vertrag? Mit Urlaub und Krankenversicherung?“

 

Schön wär’s, aber so einfach ist es in Marianne Jungmaiers dritten Roman Sonnenkönige dann doch nicht. Im Mittelpunkt stehen Aidan und seine WG aus Twentysomethings, die versuchen ihren Platz im Leben zu finden. Prekäre Beschäftigung ist der Standard, über die Zukunft wird nicht viel nachgedacht. Aidan schreibt nebenher für ein Musikmagazin, aber eine Festanstellung ist nicht drin. Es gibt aber drei Frauen in seinem Leben. Mit Hannah aus der Redaktion führt Aidan eine glückliche und offene Beziehung. Mit Cherry, die gerade an ihrer Promotion schreibt, und ihrer Freundin Sam besucht er  Sadomasoparties.  Drogen gehören zum guten Ton. Als er auf einer Party den Amerikaner Bill kennen lernt, hat die Ziellosigkeit ein Ende. Aidan beginnt mit einem besonderen Projekt: im Keller bastelt er einen gigantischen Drachen. Seit seiner Kindheit sind Drachen für ihn besondere mystische Wesen, ein Drachentatoo drückt seine Verbundenheit mit der wilden Sagengestalt aus. Zusammen mit Bill möchte er das Kunstwerk in der Wüste Nevadas auf dem Favilla-Festival, das stark an die Riesenparty Burning Man erinnert, verbrennen und damit irgendwie auch ein Ritual begründen, das ihm eine neue Perspektive auf das Leben bieten kann. Wozu fährt man sonst auch in die Wüste? Richtig, um die Erleuchtung zu finden.

„Fünfzigtausend Menschen aus der ganzen Welt versammelten sich jeden August in der Wüste Nevadas, um ihre Freiheit, ihren Selbstausdruck, ihre Kunst zu feiern.“

Aidan wird von allen Figuren noch am stärksten charakterisiert, er erzählt die Geschichte und bleibt doch merkwürdig farblos. Auch Cherry, Sam und Hannah wirken wie unscheinbare Statistinnen, die sich irgendwie in einer Hippie-Bondage-Drogenwelt bewegen, die mich erst in der Wüste Nevadas richtig packen konnte (und das ist leider ein viel kürzerer Teil als der Rest der Handlung, die irgendwo in Berlin spielt). Warum die Figuren so an ihrem Dasein leiden, wird häufig nicht richtig klar und bleibt merkwürdig stark an der Oberfläche. Ohnehin eignen sich die Figuren kaum für eine tiefe Charakterisierung: Cherry lässt sich fesseln, weil sie ein Trauma aus der Kindheit verarbeiten muss. Aber dieser Nebensatz interessiert mich leider genau so wenig, wie Aidans Begründung für das Drachenkunstwerk: „Da steckt viel drin, Kindheit, Vater, so Dinge.“ Und an dieser Stelle sprechen wir von der Hauptfigur, dem Ich-Erzähler, der ähnlich schwer zu fassen ist, wie der ganze Rest der Figuren, die zwischen Party und Kater und der nächsten Party, selten eine Pause machen.

Marianne Jungmaier hat einen tollen Stil und ich habe den Roman gern gelesen. Er funktioniert für mich aber nur als schöne Momentaufnahme, bei der sicherlich noch viel mehr drin gewesen wäre: viel mehr Background, viel mehr Tiefe der Figuren, viel mehr Klarheit in der Motivation ihrer Handlungen. Was mir gefällt sind die musikalischen Zitate und Aidan, von dem ich gerne viel mehr erfahren hätte. So bleibt ein wunderschön geschriebenes und berauschendes Ende, aber auch ein wenig das Gefühl, ein Buch gelesen zu haben, bei dem doch etwas gefehlt hat.

Marianne Jungmaier: Sonnenkönige. Kremayr Scheriau 2018.

Weitere Rezensionen findet ihr hier:

Bookster HRO

 

 

Buch-Date

Was ist das Buch-Date? Hier hatte ich schon über die Aktion geschrieben, mir wurden drei Bücher von Wili empfohlen und ich habe mich für

Der Zwerg reinigt den Kittel 

entschieden, weil das Buch so schön pink ist und der Titel (Der Zweck heiligt die Mittel, anyone?) so toll klingt. Leider hat rebuy dann doch ein wenig länger gebraucht, als gedacht und ich musste ein wenig auf mein Päckchen warten, deswegen mit einiger Verspätung mein Beitrag.  Meiner Lesefreude hat das Warten allerdings keinen Abbruch getan.IMG_20180617_153622 (1)

 

Vier finster gestimmte Omas haben ihr vereinsamtes Dasein satt. Ihr geheimer Plan: sie machen auf pflegebedürftig und genießen den Lebensabend im Altenheim, ist ja fast wie ein Fünf-Sterne-Hotel und ein Erlebnisprogramm gibt es auch. Der Deal mit dem Pflegeheimleiter ist schnell eingefädelt. Karlotta, Marlen, Susanna und Almut  müssen nur bis zu ihrer Beurteilung den üblichen Verantwortlichen klar machen, dass sie auf jeden Fall zur Pflegestufe zwei gehören. Der Rest ist ein Kinderspiel – so stellen es sich die rüstigen Damen zumindest vor. Aber dann geht alles daneben und das Quartett landet im Knast. Der Vorwurf: schwere Körperverletzung mit Todesfolge. Almut, die Chefin der Bande, muss jetzt den Psychiater Klupp davon überzeugen, dass er bloß eine vernünftige Beurteilung über die Damen schreibt. Und das ist gar nicht so einfach.

Der Roman ist bitterböse und richtig fies. Eine Abrechnung mit Sparzwang in Altenheimen und der Vorstellung, dass alte Menschen irgendwie vernünftig verwahrt werden könnten. Beim Lesen bleibt einem oft das Lachen im Hals stecken – und das macht den Roman so gut. Weil er auf drastisch überspitzte Weise vieles darstellt, was schon schief läuft in der Pflege. Und nicht nur das. Ungefähr in der Mitte des Buches, dreht sich die Story absolut unerwartet. Neben allen schweren Themen geht es dann nämlich auch noch um die Folgen einer posttraumatischen Belastungsstörung.  Das klingt jetzt schwer zu ertragen, aber der Roman ist so witzig, klug und genial, dass jede Seite Spaß macht und gleichzeitig zum Nachdenken anregt, denn das Buch ist voll von gekonnter Gesellschaftskritik. Und der Titel mit dem Hinweis auf das Sprichwort Der Zweck heiligt die Mittel bekommt am Ende des Romans noch einmal eine ganz neue Bedeutungsebene.

Ganz großes Kino und eine super  Buch-Date-Empfehlung! :)

Anita Augustin – Der Zwerg reinigt den Kittel. Ullstein 2013.

Eine Liebe, in Gedanken

 

„Eine hatte Freiheit gesucht.
Ihre Tochter hatte sich nach Beständigkeit gesehnt.
Und deren Tochter sehnte sich wieder nach Freiheit.“

Eine Liebe in Gedanken (2)

Selten hat mich ein Buch so bewegt, wie der neue Roman von Kristine Bilkau. Das Thema ist nicht einfach: nach dem Tod der eigenen Mutter räumt die Erzählerin die Wohnung aus und findet alte Liebesbriefe. Sie entdeckt, dass ihre Mutter einen Freund gehabt hat, von dem sie nie erzählt hat und beginnt alte Tagebücher zu lesen, in denen ihre Mutter Antonia sich in Edgar verliebt. Die größte Liebe ihres Lebens.

„Toni“ ist verträumt, erwartet viel vom Leben, wünscht sich, nach Paris zu gehen und lernt Edgar kennen, der ihr diese Wünsche erfüllen kann. In einer Zeit, als junge Singlefrauen noch argwöhnisch von Vermieterinnen beäugt wurden und Antonia beim Frauenarzt vergeblich darum bittet, die Pille verschrieben zu bekommen (erst ab 30 und für verheiratete Frauen*), findet die Liebe der beiden in Gedanken und Briefen statt und wird irgendwann doch sehr körperlich. Toni wird schwanger, entscheidet sich gegen das Kind und Edgar bekommt ein Jobangebot in Hongkong. Toni träumt vom Auswandern, aber Edgar wird sie nie ins Ausland nachholen. Und dann ist diese große Liebe auch schon wieder vorbei.

Mit den Tagebuchaufzeichnungen im Hinterkopf, begibt sich die Ich-Erzählerin auf die Suche nach Edgar.

Kristine Bilkau gelingt es meisterhaft ein Porträt einer Zeit zu zeichnen, in der zwar die moralische Strenge der 1950er gelockert wird, aber die sexuelle Befreiung der Frau reines Wunschdenken ist. Toni scheitert nicht nur an ihren großen Wünschen, sondern letztlich auch an gesellschaftlichen Erwartungen und man wird das Gefühl nicht los, dass sie ihrer Zeit weit voraus war. Umso erschreckender, welche Vorstellungen eines gelungenen Lebens noch bis vor einigen Jahren herrschten und wie vielen Erwartungen junge Frauen* zu entsprechen hatten.

Die Ich-Erzählerin arrangiert ein Treffen mit Edgar und kann dabei den Gedanken nicht abschütteln, dass dieser Mensch unter anderen Umständen ihr Vater geworden wäre. Wie anders hätte ihre Familie sein können? Mich haben viele Überlegungen unglaublich getroffen, als ich dieses schmale Buch innerhalb weniger Tage gelesen habe. Und während die junge Toni so voller Träume und Hoffnungen ist, ist es umso tragischer zu lesen, dass sich die wenigsten Dinge erfüllen werden, die sie sich im Leben wünscht.

„Ich überlegt, wie ich das Leben meiner Mutter zusammenfassen konnte. Ich hatte versucht, mir vorzustellen, wer sie als junge frau gewesen war, wer sie geworden war, doch es konnte ja immer nur ein Ausschnitt bleiben, Geschichten, von mir erdacht. Wie nah ich der Frau von damals und der Frau, die sie geworden war, hatte kommen können, das würde ich nie wissen.“

Bilkau erzählt nicht nur eine Geschichte über eine unglückliche Liebe, sondern auch über eine schwierige Mutter-Tochter-Beziehung, deren Intensität und Tiefe sich erst nach und nach entfaltet und die mich tief berührt hat. Erst nach dem Tod ihrer Mutter, gelingt es ihrer Tochter sie außerhalb ihres Familiengefüges als eigenen, ganz besonderen Menschen zu sehen, der sich sein Leben ganz anders vorgestellt hat. Auch viele Jahre nach dem Ende der Beziehung fährt Toni heimlich zum Haus von Edgars Eltern um zu sehen, ob er zu Besuch ist. Sie kann ihn nicht vergessen, wird nie sesshaft, führt ein chaotisches Leben. Ihre Tochter hat ihr dieses Chaos nie verzeihen können, aber versteht auch erst mit dem Tod der Mutter, dass sie die Chance vertan hat, nachzufragen, wie es wirklich damals gewesen ist. Ein Roman, den man nicht so schnell vergisst.

Kristine Bilkau – Eine Liebe, in Gedanken. Luchterhand 2018.

 

Ich habe den Roman als Rezensionsexemplar bei vorablesen.de gewonnen. Vielen Dank!

 

Blasse Helden

Anton ist nach Russland gekommen, weil er dabei sein will, wie sich das Land Stück für Stück öffnet und an den Westen annähert. Er wittert das schnelle Geld. Russland ist das Land der unbegrenzten Möglichkeiten und anders als alles, was Anton bisher kannte. Anton will Teil des neuen Russlands werden, das vor einem tiefen gesellschaftlichen Wandel steht.

„Es war berauschend, inmitten eines archaischen Konflikts zu sein. Und es war anders, als er sich vorgestellt hatte, anders als die heitere Maueröffnung in Berlin vor vier Jahren, als die Guten siegten und sich anschließend alle lieb hatten. Je weiter östlich er kam, desto unbarmherziger wurden die Auseinandersetzungen. Als Romantiker hatte er sich nach solchen Erlebnissen gesehnt, und hier traf er nun plötzlich auf diese irrwitzige Leidenschaft, für eine Idee oder Sache zu sterben. […] Er würdigte den Unterhaltungswert des Wahns und wollte die Thematik einsaugen, mittendrin Zeuge sein, ohne sich für die eine oder andere Seite zu entscheiden.“ (S.79)

In sieben Kapiteln, eine Sammlung von Momentaufnahmen, begleitet man Anton vom Anfang bis zum Ende der 90er-Jahre, dem Russland Jelzins und den Veränderungen, die seine Regierungszeit mit sich brachte.

Die einzelnen Kapitel sind lose durch die für Anton wichtigen Faktoren miteinander verbunden: Frauen, die er zum Zeitpunkt des Kapitels liebt, Kunst (Oper, russische Literatur, Ballett) und gelegentliche moralische Zweifel, die Anton nicht fremd sind. Aber diese Zweifel sind klein, denn Anton profitiert von der korrupten Seite des Systems.

Dabei ist Anton, wenn es um die Sparte Heldentum geht, auch eher von der blassen Sorte, der sich der Entscheidung für die eine oder andere Seite eben konsequent verweigert. Er gefällt sich gut in der Rolle des kulturinteressierten Lebemannes mit Sinn für Gerechtigkeit, wenn ihn angesichts einer minderjährigen Prostituierten ein Hauch von funktionierendem Gewissen überfällt.

Seine Möglichkeiten das System zu ändern sind allerdings begrenzt – oder er nimmt sie als sehr begrenzt wahr. Seine moralische Flexibilität gibt ihm auch genug Möglichkeiten, an keiner Stelle die Verantwortung für sein Handeln übernehmen zu müssen. Dafür ist das Luxusleben, das er in Russland genießen kann, viel zu verführerisch. Ein Leben, das er in Deutschland nie hätte führen können.Blasse Helden

Seine Erlebnisse sind zum Teil nicht ohne. Da wird eine saufende Landbevölkerung beschrieben, die sich durch massive Alkoholexzesse und Gewaltorgien betäubt, Zahlungen von Bestechungsgeld gehören zur Tagesordnung und entrückte Superreiche feiern, als wären sie selbst Teil der wiederauferstandenen Zarenfamilie geworden. Und Anton lässt sich mitten in diese Welt hineinfallen und versucht, das Beste für sich herauszuholen.

Die unglaublich irrwitzigen Geschichten über Tanzbären auf Hauspartys sind hier so selbstverständlich Teil der Geschichte, wie in jedem fantastischen John Irving – Roman. Und das will was heißen. Auch Isarin schreibt anekdotenhaft über die wilden Tiere, die zu jeder guten Party dazugehören , dass es eine wahre Freude ist. Da der Schriftsteller ein Pseudonym gewählt hat und selbst viele Jahre in Russland geschäftlich unterwegs war, komme ich schon an der einen oder anderen Stelle ins Grübeln. Wird hier jetzt jedes Russlandklischee überhöht oder hat Herr Isarin wirklich mit einem Bären auf einer Party gesessen?

Ob man wirklich, wie Viktor Jerofejew im Klappentext ankündigt, Russland heute verstehen könne, wenn man dieses Buch gelesen hat, sei dahingestellt. Arthur Isarin gelingt ein faszinierender Blick in eine gesellschaftliche Phase, die ein Land an einem Wendepunkt zeigt, ohne die kurrupten Seiten dieses Wandels unter den Tisch fallen zu lassen. Und das ist – bei allen wilden Geschichten – letztlich in erster Linie unterhaltsam.

Arthur Isarin – Blasse Helden. Knaus Verlag 2018.

Buchdate – Meine Empfehlungen

Unbenannt

 

Das Buchdate lebt!

Und das sind meine Empfehlungen für wortgeflumselkritzelkram. 

Ich habe mir drei Romane überlegt, die mir total gut gefallen haben und die dir hoffentlich auch Spaß machen. Und das war gar nicht so einfach, denn viele Bücher, die ich empfehlen wollte, standen schon auf deiner Gelesen-Liste.

Los geht’s!

  1. Hologrammatica von Tom Hillenbrand, weil dieser Science-Fiction-Thriller sehr spannend und super unterhaltsam ist und gleichzeitig auch ein bisschen zum Nachdenken anregt. Meine ausführliche Rezension gibt es hier
  2. Die geheime Geschichte von Donna Tartt. Sie hat bisher nur drei Romane mit einem Abstand von jeweils zehn Jahren (?) veröffentlicht, aber sie sind alle einfach fantastisch (wenn auch nicht Fantasy.. höhö ;)). Es geht um eine Gruppe von Studierenden und ihre Verstrickungen in einen Mord. Extrem spannend und einfach toll geschrieben.
  3. Die Gabe von Naomi Alderman. Ich habe das Buch für meinen englischen Bookclub vorgeschlagen und war dann bei der Besprechung krank. Dabei lädt dieses Buch einfach zum Diskutieren ein. Überall auf der Welt entdecken junge Mädchen, dass sie “die Gabe“/ “the power“ besitzen. Sie entwickeln die Fähigkeit, mit den Händen elektrische Stromstöße zu verteilen. Diese Entdeckung verändert die Welt… Das Buch ist schon extrem, aber auch konsequent durchdacht und das gefällt mir so gut daran.

Liebe wortgeflumselkritzelkram, ich bin gespannt für welches Buch du dich entscheiden wirst und wünsche dir ein schönes Date. :)

Verlosung zum Welttag des Buches

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Liebe Buchmenschen,

ich wünsche euch einen wunderschönen Welttag des Buches!

1995 erklärte die UNESCO den Tag zum internationalen Feiertag für Bücher, das Lesen und alle Autor*innen auf der Welt. Dabei haben sich die netten Menschen von der UNESCO von einem Brauch aus Katalonien inspirieren lassen: zum Namenstag des Volksheiligen St. Georg am 23. April werden Rosen und Bücher verschenkt. Eine schöne Tradition. Außerdem ist der 23. April der vermeintliche Todestag von William Shakespeare und Miguel de Cervantes.

Letztes Jahr gab es anlässlich des Feiertages noch die Aktion „Blogger schenken Lesefreude“, die allerdings mittlerweile nicht mehr stattfindet. Das finde ich sehr schade. Also habe ich einen Blick in mein Buchregal geworfen und mir überlegt, mit welchen Büchern ich euch vielleicht eine kleine Freude machen kann. Und im Gegensatz zu Rosen, kann ich Bücher besser verschicken und sie piksen nicht. Win-Win für alle Beteiligten.

Das sind diese Schätzchen:

Alles, was ich nicht erinnere von Jonas Hassen Khemiri

All die Jahre von J. Courtney Sullivan

 

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Beide Romane sind von mir gelesen worden, sind aber in einem sehr guten Zustand.  Wenn ihr ein Buch gewinnen möchtet, hinterlasst mir einfach bis zum 29. April einen Kommentar, in dem ihr mir von einem Roman erzählt, der euch in der letzten Zeit absolut begeistern konnte. Schreibt dazu, welches Buch ihr gewinnen möchtet. Ich freue mich darüber, eure Buchtipps zu lesen.

Habt noch einen schönen buchigen Feiertag! :)

 

Mitmachen ist ganz einfach:

– ihr seid Follower*innen dieses Blogs
–  ihr seid 18 Jahre oder habt die Erlaubnis des Erziehungs-/Sorgeberechtigten
– Bewerber*innen erklären sich im Gewinnfall bereit, öffentlich genannt zu werden
– die Adressen der Gewinner*innen speichere ich nur zum Zusenden des Gewinnes, danach werden die Adressen gelöscht 
– ein Anspruch auf Barauszahlung des Gewinns besteht nicht und der Rechtsweg ist ausgeschlossen
– ich übernehme keine Haftung für den Postversand
– Versand der Gewinne erfolgt nur innerhalb Deutschlands
– das Gewinnspiel läuft vom 24. April bis zum 29. April, 23.59 Uhr, danach werde ich die Gewinner*innen mit random.org auslosen
– die Bekanntgabe der Gewinner*innen erfolgt am 30. April 2018 hier auf meinem Blog