34 Asaf Avidan – Your Anchor

<3

Das Wochenende ist zwar schon etwas her, war aber ganz großartig. Ich habe K. in Göttingen besucht. Und es war so wunderschön. Mein Praktikum ist vorbei und so hatte ich noch eine kurze Verschnaufpause, bevor es in der Uni wieder richtig losgeht. Wir waren in der Stadt und haben die Gänseliesel gesehen, wir waren im Wald spazieren und als dann der große Regen losging, saßen wir gemütlich in ihrer Wohnung. Nachmittags mit Tee, Monopoly und Scrabble. Abends mit Wein, selbstgekochtem Essen und sehr schönen Filmen, die ich nur empfehlen kann: Jellyfish und Alles, was ich an euch liebe. Ich habe mich sehr schnell daran gewöhnt, die Untertitel zu lesen. Hebräisch kann ich nun einmal nicht. Alles, was ich an euch liebe ist chaotisch, kurzweilig und witzig. Leni hat beschlossen, ihrer jüdischen Familie, die in Barcelona lebt, ihren Freund Rafi vorzustellen. Rafi ist Palästinenser und wäre das nicht schon verwirrend genug, entwickelt zudem noch eine gefrorene Suppe eine unendliche Schlagkraft, während sich familäre Streitigkeiten zwischen der aufgeschlossenen bauchtanzenden Schwester und dem religiösen Bruder entwickeln. Ich musste herzlich lachen. Und wie K. sagte, manchmal tun einem die Charaktere in diesem Chaos schon fast Leid. In Jellyfish treffen drei Frauen in Tel Aviv aufeinander. Keren bricht sich auf ihrer eigenen Hochzeit das Bein und verbringt ihre Hochzeitsreise nicht in der Karibik, sondern in einem riesen Hotelkomplex, wo sie auf eine undurchsichtige Schriftstellerin trifft. Batya findet am Strand ein (für mich sehr merkwürdiges!) Mädchen, das von niemandem vermisst wird und ständig einen Schimmreifen trägt. Außerdem gibt es noch Joy, die von den Philippinen stammt, und in Tel Aviv eine ältere Dame betreut, die mit ihrer Tochter im Klinsch liegt. Die Bilder des Films sind wunderschön, die Farben, das Blau, das irgendwie auch die Schicksale der drei Frauen poetisch miteinander verschränkt. Und auch ein Eisverkäufer spielt eine wichtige Rolle… Jellyfish wurde in Cannes ausgezeichnet und besticht den Zuschauer durch seine Bilder, Farben und eine komplexe Geschichte, abseits vom Kriegsgeschehen. Und wenn es nicht so viel geregnet hätte, hätte ich diese beiden Perlen sicherlich nicht entdeckt. Bei K. durfte ich übrigens im Arbeitszimmer schlafen. Inmitten von Bücherregalen. :)

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Autor: the lost art of keeping secrets

29. Hat mal was mit Literatur- und Kulturwissenschaft studiert. Verliebt.Verlobt. Verheiratet.

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