[Rezension] Yann Martel – Schiffbruch mit Tiger

Schiffbruch mit Tiger wurde 2002 mit dem Booker Prize ausgezeichnet, es lag lange bei meiner Familie zuhause im Regal und ich erinnere mich daran, dass meine Mama es damals gelesen hat. Ich überflog ein paar Seiten ihrer Lektüre, konnte aber den Zusammenhang zwischen dem Ich-Erzähler, seinem Boot und einem ominösen Richard Parker, von dem immer wieder die Rede war, nur schwerlich herstellen.

Worum geht es? Der Ich-Erzähler Pi, seines Zeichens Christ, Moslem und Hindu, plant mit seiner Familie und dem familieneigenen Zoo von Indien nach Kanada auszuwandern. Allerdings erleidet er Schiffbruch und teilt sich das überlebenswichtige Rettungsboot fortan mit einem Tiger, den er Richard Parker nennt…

Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich bin sicher, dass ich es nicht gelesen hätte, wenn es nicht auf der Rory-Gilmore-Leseliste gestanden hätte. Neben der offensichtlichen Schiffsbruchgeschichte wird auf einer anderen Ebene das Thema Glauben verhandelt, was sich schon an Pis drei Religionen zeigt. Das hat mir gut gefallen. Ohne zu viel zu verraten, entfaltet sich noch eine dritte unerwartete Ebene auf den letzten Seiten, die den Leser dazu einlädt, eine eigene Position zu Pis Schiffbruch einzunehmen. Wahrscheinlich ist in diesem Buch alles drin: es gab lustige Stellen, lehrreiche Anekdoten wie Wissenswertes über Zwei- und Dreifingerfaultiere (ui, toll!), neben vielen leidvollen Erfahrungen, ekligen Stellen und dramatischen Szenen. Obwohl auf den ersten hundert Seiten mein Lesedurchhaltevermögen doch sehr gefordert wurde, lohnt sich Schiffbruch mit Tiger auf jeden Fall.

Yann Martel: Schiffbruch mit Tiger. Übersetzt von Manfred Allié und Gabriele Kempf-Allié.  382 Seiten. Frankfurt: S.Fischer (2003). ISBN: 3-596-15665-3

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Autor: the lost art of keeping secrets

29. Hat mal was mit Literatur- und Kulturwissenschaft studiert. Verliebt.Verlobt. Verheiratet.

2 Kommentare zu „[Rezension] Yann Martel – Schiffbruch mit Tiger“

  1. Das Buch lohnt sich wirklich. Allerdings braucht man auch starke Nerven. Ich bin sehr sicher, dass mein merkwürdiger Traum von letzter Nacht mit einigen Buchszenen zusammenhängt. :)

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