52 Leserückblick Dezember

Schnee = Regentropfen in Hermelin (Autor unbekannt)

Bei uns schneit es gerade, deswegen jetzt etwas verspätet eine Lesestatistik für Dezember.

Im Dezember habe ich fünf Bücher gelesen. Eins dieser Bücher war für die Rory-Gilmore-Lesechallenge, nämlich Herz der Finsternis von Joseph Conrad. Schwere Kost, auch wenn es ein dünnes Buch ist. Ich weiß, dass historische Texte in den zeitgeschichtlichen Kontext einzuordnen sind, wenn man sie liest. Trotzdem hatte ich hier Schwierigkeiten. Allein die Beschreibung der Sklaven, die vor sich hinvegetieren, war einfach nur schrecklich.

Ein Buch, dass mir sehr gut gefallen hat, war von Leo Perutz St. Petri-Schnee. Ich hätte es für ein Seminar über Romantik lesen müssen, leider wurde aber die Buchauswahl verändert. Ich hatte es mir schon besorgt und habe es jetzt in einem Rutsch durchgelesen. Ich hatte keine Ahnung, dass die Handlung in Westfalen spielt (ausgerechnet!). Und was soll man sagen? Die Westfalen scheinen ein unheimliches Völkchen zu sein, zumindest in der Erzählung. Die Handlung kreist um zwei Personen. Der neue Dorfarzt Dr. Armberg lernt in den 1930er Jahren in einem abgelegenen westfälischen Dörfchen den Baron Malchin kennen. Malchin glaubt in einem chemischen Experiment eine Getreideseuche hergestellt zu haben (St. Petri-Schnee), welche die Menschen zu einem tiefen, msystischen Glauben an das Göttliche der Natur verleitet. Dr. Armberg soll am Experiment mitwirken, mit fatalen Folgen … Die Erzählung ist genial. Vor allen Dingen kommen typisch romantische Elemente zu tragen: es gibt Doppelgänger, mystische Szenerien und es ist nie wirklich sicher, ob Armberg seiner Wahrnehmung trauen kann oder nicht. Zudem gewinnt das Ende eine politische Dimension: Perutz hat die Erzählung 1933 verfasst. Vor diesem Hintergrund wirkt der Fanatismus der gehirngewaschenen Dorfbewohner noch erschreckender und die Verführungskunst von Malchin bekommt eine interessante Komponente.

Keine Sorge mir geht’s gut von Olivier Adam habe ich schon hier rezensiert.

Von Christy Brown habe ich Mein linker Fuß gelesen. Christy Brown (5 Juni 1932 – 7 September 1981) war durch einen Fehler bei seiner Geburt fast vollständig gelähmt. Seine engagierte Mutter, die noch 11 weitere Kinder hat, will den Sohn nicht in die Irrenanstalt stecken (waren super Alternativen damals!). Denn Christy ist zwar nahezu komplett gelähmt, aber nicht geistig behindert und seine Mutter glaubt an sein Talent. Er lernt mit seinem linken Fuß zu malen und zu schreiben. Seine Autobiographie wird auch außerhalb Irlands sehr bekannt und er verfasst Romane und Theaterstücke. Brown heiratet sogar, allerdings habe ich unterschiedliche Quellen gefunden. Bei Wikipedia soll er seine Zukünftige auf einer Party kennengelernt haben, der Telegraph beschreibt sie als seine Krankenschwester. Die Geschichte ist sehr bewegend und wurde auch verfilmt. Einziges Manko des Buches – eine etwas antiquiert wirkende Sprache, aber vielleicht ist das auch nur der Übersetzung geschuldet. Ein Blick auf Wikipedia stimmte mich bezüglich des Happy Ends  allerdings nachdenklich. Seine Frau, die ein Alkoholproblem hatte, soll ihn in der Beziehung misshandelt und vernachlässigt haben, was auch zu seinem frühen Tod mit 49 Jahren geführt haben soll. *klick*

The short second life of Bree Tanner war vor allen Dingen eins: wirklich kurz. Auch wenn meine Twilight-Hochphase schon etwas länger vorbei ist, habe ich mich auf das Buch gefreut – aber es hätte doch noch so viel mehr passieren können. Kaum hat man sich an Bree gewöhnt ist ihr Leben auch schon vorbei. Also echt. Das war enttäuschend.

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Autor: the lost art of keeping secrets

29. Hat einen M.A. in Literatur- und Kulturwissenschaft. Verliebt.Verlobt. Verheiratet.

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