64 „Come on, let’s be psychos together“ (The Perks of Being a Wallflower)

Buch vs. Film?

Manche Bücher sind einfach besonders. Hätte ich The Perks of Being a Wallflower“ (deutsch: Vielleicht lieber morgen) von Stephen Chbosky mit vierzehn gelesen, wäre es mein Lieblingsbuch geworden. Und jetzt ist es einfach nur ein Buch, das mir so sehr gefällt, dass es für immer einen Platz in meinem Buchregal (und meinem Herzen ;) )hat und das ich Silvester für die Rory-Gilmore-Lesechallenge gelesen haben. Es handelt sich um eine Coming-Of-Age-Geschichte in Briefform, 1999 von MTV publiziert, in der es um den Jungen Charlie und das letzte Jahr in der HighSchool geht. Charlie ist zunächst sehr isoliert, sein bester Freund hat sich umgebracht, aber durch die Freundschaft zu Sam und ihrem Stiefbruder Patrick wandelt sich der zurückhaltende Junge. Statt ständig allein als Mauerblümchen in der Ecke zu sitzen, fängt er an auf Partys zu gehen, tritt bei der Rocky-Horror-Picture-Show auf, verliebt sich, beginnt zu schreiben und seine Gedichte auch vorzutragen und sich klarer über sich selbst zu werden. Im Laufe der Handlung werden dabei die verschiedensten Themen aufgegriffen, zum Teil nur gestreift, zum Teil ausführlich in die Handlung miteinbezogen: u.a. Freundschaft, Gewalt in der Schule und zuhause, Suizid, die Suche nach sich selbst, Drogenkonsum, Homosexualität, erste Liebe, Traumata. Das ergibt im Buch ein unglaubliches dichtes Geflecht von Beziehungen, Erfahrungen, Erlebnissen – ein Buch für die Seele.

Der Film hat mir sehr gefallen!!  Auch wenn er meiner Meinung nach, nicht an den Roman herankommt. Im Roman sind noch so viele Nebenstränge wichtig, so viele kleinere Dinge, die Charlie in seiner Umgebung beobachtet. So viele Nebencharaktere wären im Film sicherlich zu viel gewesen – aber sie haben mir gefehlt. Die Geschichte wirkt im Film nicht so mehrdimensional – wenn auch mit schönen Bildern und einem hammergeilen (!) Soundtrack unterlegt. Der Cast ist super. Emma Watson spielt Sam und ich dachte nicht einen Moment an Hermine. Persönlich hätte ich mehr Szenen mit Nina Dobrev gewünscht (ich weiß, Serienjunkie und so). Sie spielt die Schwester von Charlie und im Buch wird ihr sehr viel Aufmerksamkeit gewidmet. Zudem wird im Buch sehr viel klarer, warum Charlie an seinen BlackOuts und Panikattacken leidet und weshalb er psychisch angegriffen ist. Dabei wird es allerdings nie überdramatisch oder kitschig. Natürlich kennt der Leser nur Charlies Perspektive, das macht das Buch aber auch so besonders, denn Charlie macht sich viele Gedanken um die Menschen in seiner Umgebung. Hinzu kommen viele literarische und popkulturelle Anspielungen. So hat Charlie, der ein großes Interesse für Literatur hat und hat eine wöchentliche Essayaufgabe von seinem Lehrer bekommen, in der er sich zum Beispiel mit To kill a Mockingbird, The Great Gatsby oder Walden (im Gegensatz zu Charlie habe ich das Buch aufgegeben, was ein schlauer Fünfzehnjähriger ;)) auseinandersetzt. Ein bisschen erinnerte mich das an Dead Poets Society, mein absolutes Lieblingsbuch als ich noch jünger war. Auch Charlie liest diesen Roman, aber anders als Todd oder Neil muss er nicht gegen ein zu strenges Elternhaus rebellieren. Seine Familie unterstützt ihn, wo sie nur kann – und kann ihn trotzdem nicht vor allem beschützen. Während Todd, Neil und ihre Freunde durch die Wälder tanzen, um das Mark des Lebens auszusaugen, sind Charlie, Sam und Patrick einfach unendlich. Und das ist wunderwunderschön und ergreifend zu lesen (los, kauf das Buch!), lohnt sich aber auch anzuschauen (Gänsehaut-Film). :)

Stephen Chbosky: The Perks of Being a Wallflower. MTV Books (2012)
ISBN-10: 1451696191  ISBN-13: 978-1451696196

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Autor: the lost art of keeping secrets

29. Hat mal was mit Literatur- und Kulturwissenschaft studiert. Verliebt.Verlobt. Verheiratet.

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