99 Peter Fox – Alles neu

Soviel ist passiert. Alles ist neu. Die Stadt mit ihren Türmen und Raben und Zwergen, die WG, das Praktikum. Ich beginne langsam anzukommen, ganz langsam wächst auch mein – zugegebenermaßen schwach ausgeprägter- Orientierungssinn und die Ortskenntnis ebenfalls. Heute bin ich sogar einen ganz neuen Weg von der Arbeit zurück gefahren und voilá, sogar in der WG angekommen. Meine neuen Mitbewohnerinnen sind super, aber auch etwas anders unterwegs als ich. Hier wohnen nur Medizinerinnen. Entsprechende Themen werden abends verhandelt, meine Güte. Da beginne ich Literaturwissenschaft auf ganz neue Art zu schätzen. Die anderen Praktikanntinnen sind sehr freundlich, zumindest mit der einen mache ich mittags immer Pause und verstehe mich gut mit ihr. Ich merke, dass ich mich immer mehr hier einfinde, auch wenn ich mich sehr an den neuen Rythmus gewöhnen muss. Wenn ich um 9 Uhr anfange und um 17 Uhr Schluss ist (so wie das nun einmal ist, wenn man arbeitet), bin ich abends bisher zu kaputt gewesen, um noch irgendetwas für die Uni zu tun. Aber alles, was ich erledigen muss, habe ich hier auf meinem Schreibtisch liegen. Das mache ich dann in der Nachtschicht (Plan steht – check!).

Museen sind tolle Orte. Literaturmuseen erst recht. Und es arbeiten so viele spannende Menschen hier. Ich habe schon eine Führung mitgemacht und beginne mich im Haus auszukennen, das ist super. Heute abend saß ich an dem kleinen Fluss, der ganz in der Nähe der WG liegt (oh und auch der Supermarkt ist nicht weit und mit dem Fahrrad bin ich in 15 Minuten am Museum). Es war ein bisschen wie Urlaub. Die Stadt ist wunderschön. Und gestern haben mich noch zwei Freunde besucht, die hier in der Nähe (echten) Urlaub gemacht haben. Wir waren in einem vegetarischen/veganen Restaurant, in dem es nur Kartoffeln gibt. Es war so lecker. Und der Besitzer hat mir abends die Reste vom Pflaumenkuchen geschenkt, weil er ihn nicht essen kann als Veganer. Und ich darf Debütromane von Autor_innen lesen, die für einen Literaturpreis ausgewählt werden sollen. Es sind so viele Eindrücke im Moment, aber ich fühle mich wunderbar und freue mich auf alles, was hier noch kommt.

Ach so, nebenbei war ich in den letzten fünf Tagen noch Frisörin, Make-Up-Artistin (dann wurde ich meines Amtes erhoben), 24 Stunden auf den Beinen, generell wichtig (auch auf Fotos), aber nicht die wichtigste und mein Liebster nannte mich Pippa – Trauzeugin eben. Die Hochzeit war so schön und ich hoffe, dass die Hauptperson des Tages, die Braut nämlich, mit mir zufrieden war. Ich habe mich gefreut, mir die ein oder andere Träne verkniffen und mich nur noch mehr gefreut, dass ich diesen wichtigen Tag mit diesen beiden tollen Menschen verbringen durfte. Auf dass sie für immer glücklich bleiben. <3

Und jetzt schnapp‘ ich mir den Debütroman und lege mich in mein sehr gemütliches, gar nicht mehr fremdes Bett. Am Wochenende kommt der Liebste und wir werden uns die Stadt ansehen, die jeden Tag ein bisschen vertrauter wird. Ich freue mich.

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Autor: the lost art of keeping secrets

29. Hat mal was mit Literatur- und Kulturwissenschaft studiert. Verliebt.Verlobt. Verheiratet.

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