[Project Short Film] # 7 Marcel – The Shell with Shoes on …. Yeah.

Meine Verbindung zu Muscheln? Hm. Ich hab sie gerne zur Freude meiner Eltern kistenweise am Meer gesammelt, aber richtig begeistert war ich von Muscheln erst seit der Augsburger Puppenkiste und dem Urmel. Das Urmel, dinomäßig, grün und merkwürdig (und zudem in der Puppenkistenversion mit einem Schnuller ausgestattet), schlüpft aus einem aus der Eiszeit konservierten Ei und wird fortan von den Tieren der  Insel Titiwu betreut und erzogen. Alle Tiere können sprechen, das hat ihnen Professor Habakuk Tibatong beigebracht, haben aber auch ihren charakteristischen Sprachfehler. Unter ihnen ist Wawa, der Waran, der in einer Muschel haust, wunderschön, groß und aufklappbar. Und das Ding ist wirklich cool, denn wenn er drin liegt, kann er den Himmel beobachten, das mag Wawa sehr gern: „Und die Sterne tschien über mich hinweg und die Wolken tschien über mich hinweg ….“. Allerdings will der Pinguin Ping Wawa, die „Mupfel“ streitig machen. Ach so und zu allem singt der traurige Seele-Fant seine Balladen. Als Kind habe ich das Urmel ziemlich abgefeiert und wollte auch eine Muschel haben. Mittlerweile ist das nicht mehr so, aber Muscheln üben nach wie vor eine gewisse Faszination auf mich aus. Das muss an der Sozialisation durch die Augsburger Puppenkiste, bzw. durch die Bücher von Max Kruse liegen. In Anbetracht der Tatsache, dass ein gewisser Showmaster einer der beliebtesten deutschen Unterhaltsungssendungen im Zusammenhang mit der Augsburger Puppenkiste allerdings zu ganz merkwürdigen, undurchdachten und deshalb rassistisch zu lesenden Aufrufen für Saalwetten tendiert und das ZDF sich nicht einmal dazu bequemt irgendwie Stellung zu nehmen, muss ich allerdings selbst mein Kindheitsfernsehkonsum vielleicht noch einmal kritisch hinterfragen. Was habe ich mir da eigentlich alles angesehen? Beim Urmel waren es besonders die Bücher, die mich faszinierten. Allerdings hat meine Mama sich irgendwann geweigert, mir weiter die Geschichte vorzulesen. Kann ich verstehen, das macht bei den vielen Sprachfehlern der Tiere Knoten in der Zunge. Eine Muschel wollte ich trotzdem, die gab es dann auch. Am Strand – in gesammelt und auch zum reinsetzen. Marcel in diesem Kurzfilm ist eine ganz besondere – ähm, Muschel. Marcel trägt nämlich Schuhe. Außerdem hat er eine abgefahren schräge Stimme und erzählt ein wenig aus seinem Leben. Von seinem Sonnenbrand, seinem Haustier, und seiner ganzen Familie, die er braucht, um einen Stift hoch zu heben. Marcel ist ziemlich genial, ein absoluter Nerd, aber liebenswert. Und niedlich. Und außerdem frage ich mich die ganze Zeit: Wie kommt man bitte auf so was? Der Film ist von Dean Fleischer-Camp produziert worden, die Muschel Marcel wird von Jenny Slate gesprochen, die den Film auch mitgeschrieben hat. Viel Spaß!

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Autor: the lost art of keeping secrets

29. Hat einen M.A. in Literatur- und Kulturwissenschaft. Verliebt.Verlobt. Verheiratet.

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