Good Night Stories for Rebel Girls

Alle zwei Monate treffe ich mich mit meinem englischsprachigen Bookclub. Wir lesen und diskutieren ein Buch, essen Kuchen und Kekse und da viele von den anderen Ladies schon Kinder haben, sind die lieben Kleinen auch mit von der Partie. Das hat vielleicht auch unsere letzte Buchauswahl beeinflusst. Unser  Oktoberbuch war „Good Night Stories for Rebel Girls“ und hier sind drei Gründe, warum ihr dieses Buch auch lesen solltet.

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  1. Das Buch ist empowernd, nicht nur für kleine Mädchen. Die Autor*innen stellen hundert Frauen* vor, die die Welt verändert haben. Der Grund ist einfach: die beiden Autor*innen haben festgestellt, dass es in den aktuellen Kinderbüchern mehr tierische Protagonisten gibt, als Heldinnen in der Hauptrolle. Wenn Frauen oder Mädchen vorkamen, dann häufig am Rande, ein Zustand, den die beiden mit ihrem Buch verändern wollten. Jede Geschichte beginnt mit dem gleichen Satz: “ Once upon a time, there was a girl named X … „. Auf nur einer Seite wird die Geschichte einer Forscherin, Sportlerin oder Künstlerin oder Politikerin oder Malerin oder Musikerin oder Spionin [oder oder oder] vorgestellt. Es geht immer um Frauen, die für ihren Bereich Großartiges geleistet haben. Und alle waren einmal kleine Mädchen. Identifikationspotenzial für die Kleinen und ein Aufhänger um weiter Wikipedia zu konsultieren für die Großen. Ich habe noch nie eine so tolle und inspirierende kulturgeschichtliche Sammlung über weibliche Pionier*innen gelesen, ganz im Sinne einer „Herstory“ (statt History, you know). Danke dafür.
  2. Elena Favilli und Francesca Cavallo haben ihr grandioses Buch über eine Kickstarter-Kampagne finanziert und dabei nebenbei einen Rekord gebrochen. Toll für die beiden und toll für uns, denn nur dank der Crowd können wir jetzt dieses super Buch in den Händen halten. Ich finde solche Projekte genial und ich glaube an die Crowd. Amen.
  3. Die Illustrationen sind der Hammer. Jedes Porträt sieht anders aus, denn an jedem Porträt hat eine andere Künstlerin gearbeitet und jedes Porträt wird durch ein Zitat ergänzt. Beim Durchblättern wollte ich mir am laufenden Band Zitate aufschreiben. Das Buch ist unglaublich bunt, über 60 Illustrator*innen aus unterschiedlichsten Ecken der Welt haben an dem Buch mitgearbeitet und machen es zu einem außergewöhnlichen Werk, das zudem bezahlbar ist.*

 

Feet, what do I need you for, when I have wings to fly?

Frida Kahlo, S. 58

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Ich könnte natürlich noch viele andere Sachen schreiben. Zum Beispiel, dass Frida Kahlo, einer meiner Lieblingskünstlerin vorkommt und Kate Sheppard, eine der Suffragetten, die Sängerin Maria Callas oder Jane Austen. Good Night Stories for Rebel Girls hat mich überzeugt, ihr könnt es für euch selbst kaufen oder für eure Nichten oder Töchter oder Neffen und Söhne. Es ist ein Buch, das nicht in einem Rutsch gelesen werden muss. Es ist zum Angucken, zum Nachlesen, zum Weiterdenken.

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Natürlich kann auf einer Seite nicht die gesamte Lebensgeschichte einer Frau abgebildet werden, aber darum soll es auch nicht gehen. Die Autor*innen beschreiben ihre Herangehensweise des Erzählens als „creative nonfiction“. In wenigen Sätzen wird das Leben einer Heldin skizziert, ob es jetzt Ada Lovelace ist, eine Mathematikerin, die Mitte des 19. Jahrhunderts das erste Computerprogramm schrieb, lange bevor es Computer gab oder um Astrid Lindgren, die Pippi Langstrumpf erfunden hat.  Es ist ein Buch, in dem es keine pinken Prinzessinnen gibt, die darauf warten, gerettet zu werden, sondern ein Buch, in dem die Girls zeigen, was alles möglich ist. Es ist ein Buch, dass jedes Mädchen lesen sollte.

It is important that girls understand the obstacles that lie in front of them. It is just as important that they know these obstacles are not insurmountable. That not only can they find a way to overcome them, but that they can remove those obstacles for those who will come after them, just like these great women did.

(Vorwort xii)

Elena Favili and Francesca Cavallo: Good Night Stories for Rebel Girls. 100 Tales of extraordinary Women. Particular Books (an imprint of Penguin Books) 2017.

Weitere Besprechungen findet ihr bei

 

*Als ich es für den Bookclub gekauft habe, musste ich 12 Euro bezahlen. Für ein Hardcover wirklich nicht zu viel.

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