Hallo 2018!

In den letzten Wochen ist es hier ein bisschen stiller geworden. Ich war im Urlaub auf der Lieblingsinsel (Norderney), habe da Milchreis gegessen und bin am Strand spaziert, ich habe viele Bücher gelesen und mich ansonsten wenig mit Social-Media und dem Blog beschäftigt. Aber jetzt bin ich wieder da und freue mich auf das neue Lesejahr mit euch.

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Auch wenn das neue Jahr schon zwei Wochen alt ist, möchte ich noch einmal einen Blick zurückwerfen. Im letzten Jahr habe ich mich mit vielen verschiedenen Romanen beschäftigt. Insgesamt 66 Bücher habe ich gelesen, darunter waren nur 27 Frauen* – für 2018 nehme ich mir auf jeden Fall vor, mehr Schriftsteller_innen zu lesen. Und natürlich möchte ich weiter Bücher lesen, in denen Nirvana, bzw. Kurt Cobain thematisiert werden und es auch schaffen, darüber zu schreiben.

Als ich diesen Beitrag vorbereitet habe, bin ich alle Bücher durchgegangen, die ich im letzten Jahr gelesen habe. 2017 ist zu meinem John-Irving-Jahr geworden (12 Romane und Kurzgeschichten habe ich von ihm gelesen und geliebt). Ich musste zwar auch fast 30 werden, um einmal einen Roman von ihm in die Hand zu nehmen, aber besser spät als nie. Ich denke, ich werde noch einen neuen Blogbeitrag nur zu meiner Schriftsteller_innenentdeckung des Jahres schreiben.

Welche Autor_innen habt ihr 2017 entdeckt?

Ich habe in diesem Jahr wirklich viele tolle Romane gelesen. Allerdings sind mir einige Bücher besonders im Gedächtnis geblieben, deswegen gehören sie zu meinen Highlights des Jahres 2017.

Jahresrückblick 1

Und es schmilzt von Lize Spit

Eva hat Bovenmeer vor Jahren verlassen. Irgendwo zwischen Rapsfeldern und Pferdekoppeln ist sie in diesem Dorf aufgewachsen, ihre besten Freunde waren Pim und Laurens. Nach 13 Jahren kehrt sie in ihr Heimatdorf zurück. In ihrem Kofferraum befindet sich ein riesiger Eisklotz.

Es gibt Romane, die lassen einen einfach nicht mehr los. Atemlos folgt man Eva auf ihre Reise in die Vergangenheit und in eine Kindheit, die von Verwahrlosung und einer schockierenden Gewaltspirale geprägt wurde. Die Dramaturgie die der Geschichte zugrunde liegt, ist genial und auf den Punkt konstruiert. Und es schmilzt ist so eine Geschichte, die dich mit Haut und Haar einsaugt und dann wieder auskotzt. Das macht dieses Debüt so faszinierend, auch wenn ich bisher keine ähnlich verstörende Geschichte gelesen habe.

Das Ministerium des äußersten Glücks von Arundhati Roy

Ganze zehn Jahre mussten begeisterte Leser*innen auf Arundhati Roys Roman warten. Warum mich ihr neuer Indienroman begeistert hat, könnt ihr hier nachlesen.

Der Traum des Kelten von Mario Vargas Llosa

In diesem historischen Roman verhandelt der Nobelpreisträger das Leben des Aufklärers Roger Casement, der im Auftrag der britischen Regierung einen Bericht über die Grausamkeiten der Kolonialherren im Kongo verfasste und so für internationales Aufsehen sorgte. Bei einem Aufenthalt in Peru dokumentierte er die Zwangsarbeit der Uitotos, die von einem britischen Kautschukunternehmen ausgebeutet wurden.  Außerdem trat er für die irische Unabhängigkeit ein. 1916 wurde Casement wegen Hochverrats gehängt. Ein toller Roman um eine umstrittene historische Figur, den ich sehr gerne gelesen habe.

Nachtlichter von Amy Liptrot

Ein Roman über Sucht und Heilung und die raue Schönheit der Orkney-Inseln. Meine Rezension findet ihr hier.

Als der Teufel aus dem Badezimmer kam von Sophie Divry

Ironisch, leichtfüßig, spielerisch – Divry schreibt gekonnt über ein schweres Thema. Toll. Mein Rezension findet ihr hier.

Wir sehen uns dort oben von Pierre Lemaitre

Ein Roman über eine besondere Freundschaft, der mich begeistert hat. Meine Rezension findet ihr hier.

Das Licht der letzten Tage von Emily St. John Mandel

Vom zartrosablauen Cover sollte sich niemand täuschen lassen. Emily St. John Mandel schreibt atmosphärisch dicht und erschreckend realistisch über die Folgen einer Grippepandemie, an der fast die komplette Menschheit stirbt. Gekonnt wechselt die Perspektive von der Gegenwart in die Zukunft und dreht sich um die Laienschauspieler einer über die Lande fahrenden Shakespeare-Company.

Swing Time von Zadie Smith

Ballett, Rassismus, eine Frauenfreundschaft, die kaputt geht … Zadie Smith hat einen ziemlich genialen Roman geschrieben, eine ausführliche Rezension gibt es hier.

 

Lize Spit: Und es schmilzt. S. Fischer 2017| Arundhati Roy: Das Ministerium des äußersten Glücks. S. Fischer 2017| Mario Vargas Llosa: Der Traum des Kelten. Suhrkamp 2011| Amy Liptrot: Nachtlichter. btb 2017 |Sophie Divry: Als der Teufel aus dem Badezimmer kam. Ullstein 2017 | Pierre Lemaitre: Wir sehen uns dort oben btb 2017. | Emily St. John Mandel: Das Licht der letzten Tage. Piper 2015. | Zadie Smith: Swing Time. Kiepenheuer&Witsch 2017.

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Autor: the lost art of keeping secrets

30. Hat einen M.A. in Literatur- und Kulturwissenschaft. Verliebt.Verlobt. Verheiratet.

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