[Leserückblick] September

Im September habe ich 12 Romane gelesen und fünf Rezensionen geschrieben – allerdings sind einige der rezensierten Romane noch Leseerlebnisse aus dem Monat August. Ich habe zum ersten Mal bei einer Lovelybooks-Leserunde mitgemacht, war aber leider sehr enttäuscht von dem Roman Ein Buchladen zum Verlieben. Meine zweite Leserunde war sehr viel schöner, vor allen Dingen war das Buch um Längen besser. Zu dem wunderbaren Roman Länger als sonst ist nicht für immer, schreibe ich euch morgen noch eine Rezension. Mein RuB ist dank strenger Diät und medienkauffrei im September auch ein kleines bisschen geschrumpft. Von der Rory-Gilmore-Leseliste habe ich zwei Romane gelesen, die Rezension zu Seelensprung findet ihr hier, die Rezension zu Dienstags bei Morrie hat es noch nicht auf den Blog geschafft.

Da ich jetzt stolze Tolino-Besitzerin bin, habe ich erst ein Mal getestet, wie mir das Lesen mit einem E-Book-Reader gefällt. Ich habe gemerkt, dass ich sehr viel schneller lese als ohnehin schon. Das macht richtig Spaß! Analog veranlagt wie ich dann nun mal bin, mache ich mir Notizen zu Romanen gerne mit dem Kuli auf Klebezettel – die ich eigentlich ganz gerne ins Buch klebe. Mit dem Tolino kann ich zwar Stellen markieren und das ist super – aber ein bisschen fehlen mir doch die Klebezettel. Hm. Oldschool-Mädchen. Also muss ich trotz Tolino auf jeden Fall was zu schreiben mitnehmen. Geht es da jemandem ähnlich? Wenn ich unterwegs bin, ist der Tolino allerdings super! Ich heb‘ mir keinen Bruch mehr, weil ich unbedingt noch das dritte schwere Buch in die Handtasche donnern musste. Und der Tolino passt in jede Handtasche und jeden Rucksack, den ich besitze. Ein Traum! <3

Lieblingsbücher im September? Open City, Lügen über meinen Vater, Imperium, Dienstags bei Morrie

Porno von Welsh konnte leider nicht halten, was Trainspotting so schön angefangen hat. Vielleicht schreibe ich in den nächsten Tagen noch ein paar Worte zu diesem etwas anstrengenden Werk. Klassentreffen war unterhaltsam und kein klassischer Thriller, sondern eher eine Art Adoleszenzdrama, das spannend gelöst wurde. Halbnackte Bauarbeiter war recht kurzweilige Unterhaltung ohne tieferen Sinn, aber das habe ich auch nicht anders erwartet. Quasikristalle, ein Roman, der das Leben einer Frau als Nachbarin, Schwester, Oma, Geliebte etc. beschreibt, war ein tolles literarisches Experiment, das wunderbar gelungen ist. Die Hummerschwestern war eine wunderschöne Geschichte über zwei sehr unterschiedliche Schwestern, die sicherlich auch gut als Kurzepisoden funktioniert hätten.

cthulhu-1

Alles außer Bücher:

gedacht: Bremen ist also auch eine interessante Stadt/ gefühlt: Stress und Euphorie/

geschafft: Masterarbeit angemeldet…. – vor Erschöpfung drei Tage geschlafen. Monat vorbei. ;)

[Leserückblick] August

Im August habe ich dank der LovelyBooksLesesommer-Aktion ein bisschen mehr gelesen als sonst und ein paar Rezensionen schwirren noch in meinem Kopf herum, haben es aber noch nicht auf den Blog geschafft. Für die Rory-Gilmore-Leseliste bin ich mit zwei Titeln vorangekommen: zum einen mit dem Geisterhaus von Isabell Allende – ein wunderbarer Roman über Familienbande, Frauen mit grünen Haaren und sehr viel Magie, in dem die Geschichte Argentiniens bis hin zur Militärdiktatur erzählt wird. Ein grandioser Roman, der mich stellenweise wahnsinnig glücklich und am Ende auch sehr traurig gemacht hat.

Madame BovaryAußerdem habe ich endlich (!) Madame Bovary von Flaubert gelesen – und war begeistert. Ein tolles realistisches Werk, das wunderbar formuliert ist und die Geschichte von Emma Bovary erzählt, die in ihrer Ehe nicht glücklich ist und sich deshalb andere Beschäftigungen sucht… Großes Kino. Unbedingt zu empfehlen. Wenn du den Roman noch nicht kennst – lesen. Sofort! :) Und falls sich irgendjemand von den anderen Rory-Leser_innen hier hin verirrt hat: Madame Bovary ist grandios, wenn ihr nicht wisst, was ihr von der Monster- Liste lesen sollt – fangt halt mit Flaubert an. :)

Die Liebenden von Leningrad

Ein weiterer Roman, der mir Spaß gemacht hat, war  Die Liebenden von Leningrad  von Paullina Simons. Wahrscheinlich hätte ich ihn selbst nicht entdeckt, aber meine Mitbewohnerin war ganz begeistert und hatte mir schon letztes Jahr gesagt, dass ich unbedingt Simons lesen müsste. Der Roman hat mir gefallen, auch wenn der Anfang etwas langatmig war, so dass ich die 700 Seiten in zwei Tagen durchgelesen habe. Glücklicherweise handelt es sich nicht um eine kitschige Klischeekiste, sondern um eine wunderschöne Liebesgeschichte während des zweiten Weltkrieges. Hat mir gut gefallen. Und ich weiß aus sicherer WG-Quelle, dass es auch schon mehrere Teile gibt. Wenn du Lust hast, dich einfach in eine Geschichte fallen zu lassen, bist du hier sicherlich richtig bedient.

Außerdem habe ich Wunder von R. J. Palacio gelesen und eigentlich möchte ich auch noch eine Rezension dazu schreiben, deswegen nur so viel: ein ziemlich gelungenes Jugendbuch, das auch Erwachsenen Spaß macht. Und ich habe die Geschichte der kleinen Elefantenkuh Matsch verfolgt, die Barbara Gowdy in Der weiße Knochen beschreibt. Und auch zu diesem Roman gibt es sicherlich noch eine Rezension.

Rezensionen gab es zu Jesabel, Die Shakespeare-Schwestern und einem meiner Monats-Highlights Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten.

Gewinne, Gewinne, Gewinne

Das Besondere im August? Ich glaub‘ mich hat ein vierblättriges Kleeblatt geküsst – oder zumindest so etwas ähnliches (wahlweise auch Schornsteinfeger oder der Glücks-Cent – so etwas halt). Ich habe in zwei Leserunden bei Lovelybooks gewonnnen und kann dich deshalb bald mit einer Rezension zu Ein Buchladen zum Verlieben von Katarina Bivald und mit einer Rezension zu Länger als sonst ist nicht für immer von Pia Ziefle beglücken. Ich habe noch nie bei einer Leserunde mitgemacht und freue mich wirklich sehr darauf.

Außerdem – und das ist ja einfach nur der Wahnsinn – habe ich bei einem Gewinnspiel von Mara von Buzzaldrins Bücher mitgemacht und gewonnen. Einen E-Book-Reader. Wuhahahahahahahahh. Ich. Gewonnen. Wuhahahahhahah. E-Book-Reader. Wuhahahahahahah. So, genug der Ekstase. ;) Mara hat einen ganz tollen Blog, in dem nicht nur die aktuellste neue deutschsprachige Literatur ausführlich besprochen und sehr gekonnt rezensiert wird, es gibt auch Interviews mit Autor_innen und im Moment die Aktion einige Titel der Longlist des deutschen Buchpreises zu lesen – die übrigens auch gerade verlost werden.

Was gab es noch im August?

gesehen: True Blood, Lost, Les Miserables (Ohrwurmgarantie)/ gefeiert: bei einem Coctail das Wiedersehen mit einer ganz tollen Freundin/ gedacht: wie, das war’s jetzt mit Sommer?/ geärgert: über einen falsch ausgefüllten Modulbogen und den ganze Bürokratiemist, den das jetzt wieder nach sich zieht/ geliebt: Vanillepudding mit Himbeeren/ gefreut: über dieses grandiose 94 Teile Service, das wir nach dem Sturm im vollgelaufenen Keller gefunden haben. Wir können jetzt richtig coole WG-Parties feiern – mit echtem Geschirr. Pappteller war gestern. / gewünscht: dass mich die Muse küsst – aber hey, ich will mich nicht beschweren, das Kleeblatt war halt auch schon da :) / gehört:  Do you hear the people sing? *klick*/Hallo Herbst. :)

Oh Captain, my Captain!

Robin Williams (* 21. Juli 1951 † 11. August 2014)

Als ich den Roman von Kleinbaum das erste Mal mit zwölf gelesen habe, brach ich mitten in der Nacht in Tränen aus – Neil Perry, oh mein Gott. Ich weiß nicht, wie lange „Der Club der toten Dichter“ mein Lieblingsfilm war. R.I.P., Mr. Williams.

[Konsumfasten 2014] Ein Rückblick

Konsumfasten2014-300x212

Konsumfasten? Was ist das denn? Vor einiger Zeit hatte ich über die Aktion zweier Bloggerinnen berichtet, die sich für die Fastenzeit vorgenommen hatten, auf Konsumgüter unterschiedlichster Art zu verzichten. Irgendwie traf die Aktion einen Nerv bei mir. Es scheint fast zur Diskussion in den Buchblogs dazuzugehören: Wie groß darf ein SUB sein? SUB-Abbau-Aktionen. Hilfe, mein SUB wächst. Und immer wieder wird das Hamstern von Büchern thematisiert. Mal mit einem Achsel zucken, so als gehöre ein größer werdender SUB eben dazu. Mal mit einem dezenten Hinweis auf die Stapel anderer Menschen, die zum Teil schon die 200er Marke geknackt haben. Und irgendwie hört es da bei mir auf. So viele ungelesene Bücher möchte ich nicht anhäufen und nicht jedes Buch muss ich besitzen. Wenn es mir gefällt und ich begeistert bin, dann will ich das Buch auch haben. Sonst nicht. Und es ist schade, wenn Schätze auf dem SUB versauern und ich noch nicht einmal weiß, dass ich sie besitze. Mein Aha-Erlebnis war immer noch der Roman Die Vermessung der Welt, der wahrscheinlich mehr als drei Jahre in meinem Bücherregal herumschlummerte. Ich habe deshalb diese Aktion zum Anlass genommen, mein eigenes Konsumverhalten (das tatsächlich nur bei Büchern so exzessiv ist) unter die Lupe zu nehmen, einfach mal genauer hinzusehen. Und ich habe in den letzten Wochen festgestellt, dass ich nicht mehr so fixiert auf Bücher bin. Ich bin sehr viel bewusster durch die Buchläden gegangen und habe mich jedes Mal gefragt, ob ich den Roman jetzt wirklich, unbedingt jetzt, brauche. Und in den seltensten Fällen habe ich ein Buch mitgenommen. Allerdings hat es nicht nur positive Erfolgserlebnisse gegeben.

Zwei Mal bin ich schwach geworden. Einmal, als ich in einem Second-Hand-Laden Hemingways Wem die Stunde schlägt für 2 Euro gefunden habe, in derselben Ausgabe, in der ich auch schon Fiesta habe. In meinem Kopf klingelte es sanft und immer lauter werdend „Rory-Gilmore“, „Rory-Gilmore-Leseliste“, „RORY-GILMORE-Leseliste!!!“ und gleichzeitig dachte ich nur, dass es farblich so wunderbar zu Fiesta passt und beide bestimmt toll nebeneinander im Regal aussehen. Tja – und dann hatte ich den Roman auch schon eingekauft. Das andere Mal, als es in der Stadtbücherei einen Flohmarkt gab. Wirklich toll aussehende Bücher, die fast ungelesen wirkten, wurden für 2 Euro das Kilo verkauft. Und dann habe ich mich mit zwei Graphic Novels eingedeckt, die in jedem Fall so viel mehr Geld gekostet hätten, wenn ich sie zum Verkaufspreis hätte mitnehmen müssen. Deswegen sind jetzt die Graphic Novels Das Leben der Anne Frank von Sid Jacobson und Ernie Colón, sowie Die Sicht der Dinge von Jiro Taniguchi bei mir eingezogen. Trotz Fasten.

Bin ich jetzt also gescheitert? Vielleicht ein bisschen, zumindest an meinen hohen Erwartungen. So ganz ohne Bücher zu kaufen, komme ich eben auch nicht klar. Wie auch, wenn Lesen eben eine so schöne Beschäftigung ist und ich jedesmal denke, dass ein neues Buch mir eben auch für ein paar Stunden eine ganz neue Sicht, wunderbare Wörter und schöne Sätze schenken kann, meine Fantasie anspricht und mich zum Nachdenken anregt. Ein Buch ist eben doch wie ein Garten, den man in der Tasche trägt und ich trage gerne Gärten in Taschen (und wer weiß, von wem das Zitat ist, bekommt einen virtuellen Preis oder zumindest meine tiefste Anerkennung). Und Erde und Wurzeln und Wasser und Licht und alles was man für einen Garten so braucht (ich habe große Taschen). Trotzdem war die Aktion gut. Ich weiß zwar nicht, ob ich es jemals schaffen werde, einen SUB unter fünfzig zu erreichen oder unter achtzig, aber ich weiß jetzt, dass in meinem Regal noch eine ganze Menge tolle Entdeckungen auf mich warten. Denn irgendwie sind die vielen Romane da ja hingekommen, irgendetwas muss mich ja schon einmal angesprochen haben, sonst wären sie nicht bei mir. Ich freue mich jetzt darauf, meinen SUB wieder neu zu entdecken, ich bin aber auch nicht gestresst davon, wenn hier und da ein schönes Buch wieder bei mir einzieht. Sonst hätte ich heute am Welttag des Buches auch sicherlich nicht bei den unterschiedlichsten Verlosungen mitgemacht. ;) Zu Ostern habe ich mir auch direkt Rumo von Walter Moers gekauft. Als Geschenk für mich selbst und als Belohnung dafür, dass ich doch verhältnismäßig gut durchgehalten habe. Was die Aktion bewirkt hat – dieser Büchergier ist weg und ich fühle mich nicht mehr so, als bräuchte ich noch Roman xyz und zwar sofort. Und irgendwann in den nächsten Wochen kaufe ich mir die dritte Staffel Game of Thrones. Aber das kann auch noch etwas warten. :)

Einen wunderschönen Welttag des Buches!

Alle Buchlinge unter uns sind heute wahrscheinlich dauerglücklich, denn heute ist der Welttag des Buches. Und in diesem Zusammenhang gibt es die wunderbare Aktion Blogger schenken Lesefreude! Yeah. Ich habe mich schon durch einige Blogs der knapp 1000 Teilnehmer_innen geklickt und bei der einen oder anderen Aktion mitgemacht. Vielleicht gehöre ich ja zu den glücklichen Gewinner_innen. Und vielleicht ist nächstes Jahr mein Blog ja auch dabei und ich verlose ein Buch, das mir gefällt und von dem ich glaube, dass es noch viel zu wenig gelesen wird. Mal sehen. Um den Welttag des Buches stilvoll zu begehen, werde ich jetzt weiter Abbitte lesen, denn von dem Roman bin ich ziemlich begeistert. Und vielleicht noch eine Rezension schreiben und dann auf zur Uni. Habt einen wunderschönen Welttag des Buches. ;)

Come As You Are – Zum 20. Todestag von Kurt Cobain

„Nevermind“ war eine gesprungene Umarmung, mit Anlauf.

(Jens-Christian Rabe in der aktuellen SZ)

Es gibt wenig Musikalben, die mich so fasziniert und begeistert haben, wie Nevermind. Stundenlang habe ich Nirvana gehört, habe mir alle Alben gekauft und sogar Kurts Tagebücher gelesen. Mit Nevermind begann der Aufstieg der Band oder auch der Wandel zur Mainstreammusik, je nachdem wie man die Sache auslegen möchte. Das 1991 erschiene Album mit den Klassikern Smells like Teen Spirit, Come as you are, Polly oder On a Plain verkaufte sich bis heute 30 Millionen Mal und löste bereits 1992 Michael Jackson von der Spitze der Billboardcharts ab. Eine Erfolgsgeschichte. Dabei hat Kurt Cobain den Grunge nicht erfunden. Er war einfach derjenige, der das Image des Grunge am besten transportieren konnte oder wie der New Yorker schreibt:

„Nirvana sounded like nothing on the radio, and then, all of a sudden, everything on the radio sounded like Nirvana.“

Das Video zu Smells like Teen Spirit wurde zum meist gespielten Video auf MTV, das Q Magazine nennt ihn den wichtigsten Song aller Zeiten. Und auch die Enstehungsgeschichte des mystisch klingenden Titels ist mittlerweile eine Legende. Die Sängerin von Bikini Kill, Kathleen Hannah, soll nach einer durchzechten Nacht in Seattle an eine Wand gesprayt haben: Kurt smells like TeenSpirit, dem Deo seiner damaligen Freundin Tobi Vail. Cobain fand den Satz toll und schrieb ihn in seinen Song – keine Ahnung davon, dass Teen Spirit eigentlich ein schnödes Deo ist. Doch die Faszination für Nirvana blieb, trotz Deomarke im Titel. Denn hier erschloss sich noch eine weitere Bedeutungsebene – Teen Spirit, etwas, das den Esprit der Jugendlichen beschreibt. Durch ein bisschen Nichtwissen schaffte der Song eine mystische Aufladung der Konsumkultur. Das war Nirvanas Durchbruch. Auch weil die Band so ganz anders war als die üblichen Popstars: hier trat keine durchgestylte Madonna auf, hier gab es keine ausgefeilte Choreografie wie bei Michael Jackson. Hier gab es einfach nur einen Typen, der im Flanellhemd auf der Bühne hockte, fast schüchtern, und dem die Fans noch nicht einmal ansehen konnten, ob ihm das, was er da gerade tat, wirklich Spaß machte. Und die Fans liebten ihn für diese Desillusionierung, diese Zerrissenheit, dieses Echte. Im Spiegel erschien als Analyse der neuen Subkultur Grunge und deren bekanntester Band Nirvana folgender Hinweis:

„eine Bewegung aus Aussteigern und Karriereverweigerern, die zynisch und leidenschaftlich am Rande der Gesellschaft nach wirklichen Werten suchten“

Aber in Kurts Texten findet sich davon nicht viel. Am markantesten ist vielleicht die Textzeile aus Smellslike Teen Spirit:

„I feel stupid and contagious/ here we are now, entertain us!“

Es gab also tatsächlich eine Zeit, in der Künstler_innen und Sänger_innen darüber trauerten, dass die Konsumkultur und die Popmusik nur noch Unterhaltungszwecken dienlich waren, in der darüber getrauert wurde, dass der Markt zu viel Einfluss nahm, anstatt sich um die Seele des Einzelnen zu kümmern. Kaum vorstellbar, dass eine Katy Perry oder ein Justin Bieber heute eine solche Trauer irgendwann einmal artikulieren würden. Eine Zeit, in der es anscheinend noch etwas gab, was über diese Musik hinausgehen sollte, eine Suche.

„Diese Jahre erscheinen den Leuten wie eine romantische Zeit, während uns damals viele Zynismus vorwarfen. Überall waren diese trotzigen Diskussionen über den Ausverkauf und die Macht der Platten-Konzerne, über Ironie und Aufrichtigkeit. Im Rückblick allerdings kann man wohl sagen, dass all der Zynismus schlicht bedeutete, dass man sich Gedanken machte. Es ging noch um etwas.“

(Stephan Malkmus, Leadsänger von Pavement)

In diesem Jahr ist Kurt Cobains 20. Todestag. Seine Witwe Courtney Love hat 2005 ein Viertel der Rechte an Kurts Musik verhökert, an die Medientante und Millardärin Martha Stewart. Gewinn: 60 Millionen Euro. Vielleicht hören wir heute immer noch Nirvana, weil wir merken, dass es Kurt um etwas ging und das war nicht der schnöde Gewinn. Er wollte etwas Echtes schaffen. Und ihm gelang diese Authentizität, die heute in jeder Castingshow gefordert wird. In seinem Abschiedsbrief schrieb Kurt

„The worst crime I can think of would be to rip people off, bei faking it.“

Feier was du liebst, come as you are, feier das Echte bis zum Schluss. Ich gehe jetzt Nirvana hören.

[Konsumfasten 2014]

Konsumfasten2014-300x212Da geht man ein bisschen durch die Blogwelt spazieren und dann fällt einem eine wunderbare Aktion in den Schoß: Konsumfasten. Katrin von BuchSaiten und Miriam von Pimis Bücher haben diese Aktion ins Leben gerufen und kaum hatte ich mir die unterschiedlichen Beiträge durchgelesen wusste ich – da will ich mitmachen! Aschermittwoch ist dabei doch die perfekte Gelegenheit, einfach mal wieder bewusster Dinge wahrzunehmen und auch das eigene Konsumverhalten kritisch zu hinterfragen.

Da jede_r selbst bestimmen kann, worauf verzichtet wird, habe ich beschlossen, mir in diesen fast sieben Wochen keine neuen DVDs, keine neuen CDs und auch keine neuen Bücher zu kaufen. Ein Medien-Konsumfasten sozugen. Das klingt für mich am sinnvollsten, denn hier liegt meine absolute Schwachstelle. Meine Regale quellen über und als ich letztens eine Freundin besuchte und ihr einreihiges Buchregal sah, war ich fast ein bisschen neidisch. Nicht das ich jetzt anfangen würde, Bücher wegzuwerfen. Aber es sah einfach übersichtlich aus und geordnet – und ich weiß manchmal nicht einmal in welcher Ecke sich welches Buch versteckt. Das fühlt sich nicht gut an. In den vergangenen Jahren habe ich schon vegetarisch oder vegan in der Fastenzeit gegessen oder auf Alkohol und Süßigkeiten verzichtet, aber ganz ehrlich? Es störte mich kaum (gut, die vegane Fastenzeit war hart), meine Süßigkeiten liegen sowieso seit Nikolaus (!) unangetastet in meinem Zimmer, Alkohol trinke ich vergleichsweise selten und in einer Woche esse ich vielleicht zwei Mal Fleisch. Aber Bücher kaufen? Huch. Da bin ich mittlerweile wirklich schon von mir selbst genervt – „Oh, Mängelexemplare!“ „Oh, 3 für 2!“ „Oh, das muss auch noch mit!“ „Rebuy, meine Liebe!“ – und so türmen sich die Bücherstapel und ich hamstere ständig weiter, ohne dass ich es schaffen würde, meine ganzen Schätze zu lesen. Der Kehlmann ist da das beste Beispiel. Die Vermessung der Welt, dieses geniale Buch, das mir so viel Spaß gemacht hat, dümpelte fast zwei Jahre in meinem Regal vor sich hin. Weil ich immer nur mehr, mehr, mehr gekauft habe. Das kann irgendwie nicht sein.

Deswegen müssen Änderungen her und deswegen kommt diese Aktion genau zur richtigen Zeit. Ich bin schon seit Wochen genervt von meinen Hamsterkäufen. Wenn ich es außerdem noch schaffe, Dinge auszumisten, bin ich vollends zufrieden. Letzte Woche habe ich schon bei meinen Eltern damit angefangen, alte Schulhefte wegzuwerfen – und es tat so unglaublich gut! Das befreit, das schafft Platz für Neues. Und wer will schon Kommentare wie „Diese Aufgabe ist aber unzureichend bearbeitet!“ unter uralten Bioklausuren lesen? Richtig, niemand (ist ja jetzt auch schon sieben Jahre her … *flöt*).

Ich habe mir deshalb vorgenommen bei dieser tollen Aktion mitzumachen und verzichte in der Fastenzeit auf das Kaufen von Büchern, CDs und DVDs. Denn es liegen einfach noch zu viele Schätze hier unentdeckt, ungelesen und ungesehen herum – da kann ich nicht noch mehr kaufen, das geht nicht. Außerdem versuche ich in meinem Zimmer auszumisten und Platz für neues zu schaffen, eventuell nehme ich da auch noch mal meinen SUB kritisch unter die Lupe. Will ich die Bücher wirklich alle lesen? Und wenn es Neuerscheinungen sind, denen ich entgegenfiebere – dann müssen sie eben warten. Das wird sicherlich nicht einfach (Game of Thrones *hust*), aber ich werde es mal versuchen und bin gespannt, wie es so klappt. Gut, dass ich heute morgen noch Howl von den Mighty Oaks und das Album der Lumineers gekauft habe. ;) Und wenn ich ganz dringend etwas neues aussuchen muss, nur um des Aussuchens willen, dann gibt es ja auch immer noch Büchereien, nicht wahr? (Da war mal so ein Vorsatz, lang lang ist’s her…) Ich freue mich sehr über diese Aktion und bin gespannt, wie ich wohl damit klar kommen werde, eben nicht wie eine Verrückte um jeden Grabbeltisch mit Mängelexemplaren herumzuspringen.

Goodbye 2013! Hello 2014!

Ich hoffe, ihr seid alle gut und gesund ins neue Jahr gerutscht! Ich hatte ein ganz ruhiges Silvester an der Nordsee und eine sehr entspannte Zeit mit meiner Familie und meinem Liebsten. 2014? Was passiert alles im neuen Jahr? Habe ich irgendwelche mit Büchern verbundenen Vorsätze? Mal sehen. Wie sah es denn bisher aus? Zeit für Zahlen: im letzten Jahr habe ich 123 Bücher gelesen. Das hat mich selbst überrascht, aber auch gefreut. Irgendwie habe ich an die Zeit vor dem Studium angeknüpft, da sahen die Leseergebnisse eines Jahres nämlich ähnlich aus. Außerdem glaube ich ja immer noch, dass ich durch das viele Lesen und gerade durch das Wieder-/Neuentdecken einiger Klassiker, genauso wie zeitgenössischer Literatur, ein paar spannende Ideen für mein Studium bekomme. Das ist zumindest so eine Idee, eine Synthese in allen Bereichen. Vielleicht funktioniert das ja. ;)

Mit meiner ersten und bisher einzigen Lesechallenge, der Rory-Gilmore-Leseliste, bin ich sehr gut vorangekommen. Mit 25 gelesenen Romanen bin ich gestartet, mittlerweile liege ich bei 52 gelesenen Büchern. In einem Jahr habe ich also 27 Bücher für die Challenge gelesen, das gefällt mir, in dem Stil möchte ich auch gerne weiter machen. Im Januar wird es aufgrund von verschiedenen Prüfungen wahrscheinlich etwas ruhiger hier, aber danach warten noch einige Romane vom SUB auf mich.

Was möchte ich ändern? Möchte ich etwas ändern? Gute Vorsätze hat jeder und jedes Jahr an Silvester werden sie aus der Mottenkiste hervorgeholt, entstaubt und man nimmt sich fest vor, sich wirklich (dieses Mal aber wirklich!), an sie zu halten. Ob es dann klappt? In den meisten Fällen wahrscheinlich nicht, ich kann mich im Moment auch zum Beispiel gar nicht mehr daran erinnern, was ich mir letztes Jahr vorgenommen habe. Also diesmal in schriftlicher Form, dann kann ich es ja nächstes Jahr nachlesen. Für den Blog nehme ich mir vor, mehr Rezensionen zu schreiben. Vielleicht gelingt es mir ja in diesem Jahr. Ich habe mir außerdem fest vorgenommen im nächsten halben Jahr  (na, wer wird denn gleich übertreiben wollen? :D) im Januar und Februar keine Bücher zu kaufen. Vielleicht starte ich so etwas wie Project 10 Books bei Seitenblicke, 10 Bücher vom SUB lesen = 1 neues kaufen. Ich weiß noch nicht. Ein SUB unter 100 wäre ja schon einmal ein Anfang. Ursprünglich gab es mal die Idee, dass ich mehr Bücher ausleihe statt sie einzukaufen. Ich sag mal so, im Falle eines Umzuges wäre das sicherlich von Vorteil. ;) Vielleicht klappt es ja, ich werde mich bemühen. Für den Unialltag wünsche ich mir, dass alles so gut weiter läuft, wie in diesem Jahr. OMG – dieses Jahr werde ich meine Masterarbeit anmelden, ich kann es kaum glauben! Kinder, wie die Zeit vergeht. Für mich wünsche ich mir, dass ich es trotz Uni und Sport auch schaffe, mich mit Freunden zu treffen. Und ansonsten? Mehr Aufgeschlossenheit, Spontanität, Kino- und Weinabende und viele gute Bücher über die ich schreiben kann. Hello 2014!

Quelle: unbekannt
Quelle: unbekannt