[Leserückblick] Dezember

Halt, Stop! Was war eigentlich im Dezember? Jetzt aber fix … (wie lange der Dezember schon wieder her ist…)

gelesene Bücher: 9

rezensierte Bücher: 4 (und das freut mich!)

  1. David Benioff – Stadt der Diebe   2. Ferdinand von Schirach – Der Fall Collini

      3. Rebecca Miller – Pippa Lee  4. Stewart O’Nan – alle, alle lieben dich

Fortschritte in der Rory-Gilmore-Lesechallenge: Richtig! Es sind wieder drei Romane dazu gekommen, die sich absolut gelohnt haben. Zum einen 1984, danach konnte ich nicht mehr richtig gut schlafen. Mich hat selten ein Buch so verstört, Chapeau Mr. Orwell!  Beim Leben meiner Schwester, da kann auch der Film nicht mithalten und dieser Roman geht ja so ans Herz *schnüff* und Das Tal der Puppen, lohnt sich sehr, aber die Rezension dazu schwirrt mir noch im Kopf herum und hat es noch nicht auf den Blog geschafft.

Der Dezember in Schlagworten: so viel zu tun, aber es klappt und es ist toll/ Geburtstag – inklusive zu viel Grübelei, wie jedes Jahr/ Wein und Käse/ Lieblingsmenschen / Inside Llewyn Davis im Kino – gemocht, aber nicht abgefeiert, aber die Musik! Danke, Mr. Mumford/Glühwein und Gebäck/ Plätzchen backen/ familiäre Festlichkeiten/ Raclette am Weihnachtsabend/ Geschenkeberge/ ab auf die Insel/ Seeluft und Meeresrauschen/ Silvester mit lieben Menschen/

Hallo neues Jahr :)

124 Norah Jones – Turn me on

Quelle:  http://abookblog.tumblr.com/post/57544761600
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„Hold a book in your hand and you’re a pilgrim at the gates of a new city.“

(Anne Michels)

Die Geschenke sind ausgepackt, die Dominosteine verputzt – Weihnachten ist vorbei. Und ich liege in meinem Bett und habe keine Lust aufzustehen. Weihnachten ist wunderbar, aber auch anstrengend. Deswegen klicke ich mich zur Entspannung durch youtube, gucke mir an, wie Zoella Weihnachten feiert, und freue mich immer noch über Tatsächlich Liebe, den ich gestern abend gesehen habe. Heute geht es weiter: hier noch so viele ungesehene DVDs, wenn wann nicht heute? Ich glaube, dass ich in den letzten drei Tagen so viel gegessen habe, wie noch nie. Und ich bin mit Süßigkeiten zugeschüttet worden. Vielleicht nehme ich eine der vielen Süßigkeitstüten mit in den Urlaub oder verteile sie in der WG. Letztes Jahr hatte ich nämlich Ostern noch meine Schokonikoläuse auf der Fensterbank stehen. Ansonsten gab es nur leckere Dinge. Raclette zuhause, Braten bei den Schwiegereltern in spe und Kuchen und Weihnachtstorte bei der Familie. Meine Eltern freuen sich über das kommunistische Känguru, das Schnapspralinen isst, der Liebste freut sich über Schnapspralinen und Spiele und ich spiele mit dem Gedanken meine Ansammlung von Buchgutscheinen der Buchhandlung meines Vertrauens direkt im Januar auf den Kopf zu hauen. Hilft gegen Prüfungsstress. Ach so und neue Bücher gab es jetzt auch schon. Ich habe zu Weihnachten Flavias fünften Fall bekommen und den Klassiker Manfred von Lord Byron. Und mir selbst habe ich die Neuübersetzung von William Faulkners Als ich im Sterben lag geschenkt, mal sehen, wie es ist.  Außerdem bin ich stolze Besitzerin eines Zauberstabes (FANGIRLALARM), was sage ich, eines Zauberstabes – ich habe den von Hermine. Hah! Er funktioniert noch nicht so ganz wie er soll, aber ich übe fleißig – aber keine unverzeihlichen Flüche, ich bin ja lieb. :D (STUPOR!) Außerdem besitze ich jetzt eine Teekanne ganz für mich alleine und sie ist pink und grün und wunderbar und sie hat einen Fliegenpilz auf der Seite. Oh und einen neuen gemütlichen Schlafanzug habe ich jetzt auch. Den ziehe ich heute auch nicht mehr aus. Im Laufe des Tages werde ich dann noch Sachen packen und Unikram sortieren und dann bin ich ab morgen auf der Insel, gehe am Strand spazieren, erhole mich und habe Urlaub – und kein Internet. „Lest in den Ferien so viel ihr könnt!“, hat mein Prof gesagt. Ich nehme ihn beim Wort und werfe alle guten Bücher in den Koffer. Zumindest ein paar. Neben der obligatorischen Unilektüre. Ich wünsche euch allen ein paar ruhige Tage nach dem Weihnachtsstress und „Lest in den Ferien so viel ihr könnt!“ – denn Lesen ist auch immer etwas Abstand von der Welt nehmen, die Seele baumeln lassen und neue Städte und Sehnsuchtsorte entdecken. Und das werde ich jetzt tun. :)

115 Leserückblick Oktober

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Im Oktober habe ich gelesen, gelesen, gelesen. Deswegen ist mein SUB auch etwas geschrumpft und abgesehen von einer klitzekleinen ReBuy-Bestellung, die unter anderem aus zwei Rory-Büchern und einem dritten Buch, das mich einfach so angelacht hat, bestand, habe ich mich nicht dazu hinreißen lassen, noch mehr Bücher zu kaufen. Na ja, es gab zum Ende meines Praktikums ja auch noch reichlich Buchgeschenke. ^^

Gelesene Bücher im Oktober: 13 (10 von meinem SUB, zwei ausgeliehene Bücher , ein Buch für die Uni)

Fortschritte in der Rory-Gilmore-Lesechallenge: ja und das freut mich immer wieder :) (Neeerd…)

  1. F.Scott Fitzgerald – Der große Gatsby
  2. Stephen King – Shining
  3.  Ernest Hemingway – Paris, ein Fest für’s Leben

Rezensionen im Oktober:

  1. Wiley Cash – Fürchtet Euch!
  2. Paulo Coelho – Elf Minuten
  3. Laura Moriarty – Das Schmetterlingsmädchen
  4. Chris Cleave – Little Bee

Mein absoluter Monatsfavorit: Little Bee, Das Schmetterlingsmädchen und mit etwas Abstand auch Kult von Ljubko Deresch. Aber eben nur auf eine ganz schräge Art. :D

Monatsflop: Man merkt es wahrscheinlich an der Rezension. Elf Minuten ging für mich nicht. Auch die Hector-Romane waren anders, als ich sie erwartet hatte. Die Geheimnisse der Liebe und die Suche nach dem Glück wurden mir von Freundinnen ans Herz gelegt, aber so ganz überzeugen konnten sie mich nicht. Obwohl mir die Geheimnisse der Liebe noch deutlich, deutlich besser gefallen haben,  als das Buch über das Glück. Vielleicht hatte ich mich zu dem Zeitpunkt aber auch schon eher an die Schreibweise gewöhnt. ;)

Alles außer Bücher ….

Reise, Reise: in die Weinberge an Mosel und Rhein / gefeiert: das Romanticum in Koblenz, woho das ist ja so toll!! Wenn ihr irgendwie in der Ecke seid, hin da! / gesehen: den wunderschönen Film Mr. Morgan’s last Love *schnüff*,  Downton Abbey Staffel 3 *wieder schnüff*, viele, viele Burgen und Festungen/ erlebt: Raclette gegessen mit Lieblingsmenschen; viel Kaffe trinken gewesen mit Leuten, die ich seit gefühlt tausend Jahren nicht mehr gesehen habe; morgendliche Yogastunden; Waldspaziergänge und buntes Laub angeschaut; eine Muse auf einer Burg getroffen, zwar nicht geküsst worden, aber inspiriert gewesen ;) / gedacht: was will ich eigentlich von diesem Leben?/gefühlt: unterwegs sein ist schön

Leserückblick September

Der Monat ging so schnell vorbei, dass ich fast nicht hinterherkomme, mit meinen Gedanken…

Erlesenes im September:  2 Bücher und 3 Kurzgeschichten von Thomas Mann

1. Truman Capote – Frühstück bei Tiffany *klick*  2. Stephan Kaluza – Geh auf, Magenta!

Neue Bücher? Na klar …. :)

Das Gelesene ist nicht sehr viel, dafür stand der September ganz im Zeichen meines Praktikums. Ich habe viel gelernt, tolle Menschen kennen gelernt und auch ein bisschen über mich selbst erfahren. Ich habe das Tanzen und das Training so vermisst, ich wusste nicht, wie wichtig das Tanzen für mein persönliches Glück ist. Und ich habe festgestellt, dass ich viel mehr sehen möchte, viel mehr Städte kennen lernen möchte. Ich habe so viele Ideen und hoffe, dass ich ein paar Ideen mitnehmen kann, zurück in die Unistadt und zu den Menschen hier. Mein Monatshighlight: Herta Müller live. Ansonsten bin ich jetzt gespannt, was das neue Semester so bringt.

Ich freue mich.

„Ich bin eine Brombeere“ – Herta Müller und Collagenkunst

 http://www.gomeal.de/uploaded_img/Brombeere.jpg

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Listening to: Marina and the Diamonds – Hermit The Frog

Oh. Mein. Gott. Ich bin so unfassbar, unfassbar, unfassbar glücklich. Gestern war Herta Müller hier in der Marzipanstadt. Ja, genau. Die Herta Müller, die 2009 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet wurde, und deren Werke ich nach und nach verschlinge. Und wer hat noch eine Karte bekommen? Yeah me! Offiziell gab es keine Karten mehr, selbst in der Buchhaltung in der ich am nachmittag war, gab es irgendeine Möglichkeit und auch in dem Literaturmuseum in dem ich arbeite, war allen schon klar, dass es keine Chance mehr auf Karten gibt. Schade eigentlich, aber ich hatte mich damit schon abgefunden.

Und dann, rums. Eine andere Praktikantin erzählte, dass die Eltern ihres Freundes noch eine Karte zu verkaufen hätten. Die wollte ich natürlich haben! Ich hatte keine Zeit mehr zwischen Arbeit und Karte kaufen in die WG zu fahren, geschweige denn etwas zu essen, aber das war mir so egal. Ich war einfach nur wahnsinnig heiß auf diese Karte und traute mich dann auch nicht mehr, wie es mein ursprünglicher Plan war, noch einen Student_innenrabat herauszuschlagen, immerhin verkauften sie mir die Karte und da wollte ich nicht noch handeln. Obwohl es gar nicht so günstig war. Dafür war aber auch der anschließende Besuch der Ausstellung inklusive.

Am lustigsten (oder bestürzendsten) waren dann allerdings das andere Publikum bei der Lesung. Bei vielen hatte ich das Gefühl (und ich weiß, dass ich ihnen damit eventuell auch Unrecht tue), dass sie nur da waren, weil Herta Müller eben eine Nobelpreisträgerin ist. Vielleicht ist dieses Gefühl aber auch nur durch die beiden Kartenverkäufer_innen entstanden, neben denen ich dann auch saß. Sie fragte mich, was ich denn studieren würde, das war sehr nett, ein netter SmallTalk – obwohl ich natürlich geduzt wurde. Ich will nicht rumspießen, aber manchmal habe ich auch gar nichts gegen ein etwas distanzierendes „Sie“, vor allen Dingen da ich die Dame auch siezte. Na ja, ich will nicht kleinlich sein, vielleicht hätte ich sie auch einfach duzen sollen. Und dann fragte sie, ob ich denn Herta Müller kennen würde. Da habe ich natürlich erst mal erzählt, dass ich Herztier so mag und dass ich letztens Niederungen gelesen hätte und vor einiger Zeit Der Mensch ist ein großer Fasan auf der Welt und Der Fuchs war damals schon der Jäger. Vor kurzem habe ich auch Reisende auf einem Bein gelesen, aber das ist mir in dem Moment natürlich nicht eingefallen. Und was sagte die Dame? Ja, also sie habe ja Atemschaukel angefangen, natürlich nennt sie Müllers bekanntestes Werk, was nicht schlimm ist, aber ich hatte den Eindruck, dass sie sonst nichts kennen würde. Und wie ging es weiter? Na ja, sie habe es aber nicht so gut zu ende lesen können, es sei einfach zu bedrückend gewesen. Ja, was soll ich da noch sagen? Auseinandersetzung mit Unterdrückung und Diktatur gehören zu Herta Müllers Werken dazu. Warum besucht jemand eine Lesung, der eigentlich die Literatur der lesenden Schriftsteller_innen als „zu bedrückend“ empfindet? Vielleicht spielte da die Mitgliedschaft in einem Künstler_innen fördernden Verein eine größere Rolle. Es gab mir zumindest zu denken. Gerade bei dieser Schriftstellerin.

Herta Müller ist in Rumänien durch den militärischen Geheimdienst, die Securitate, bedroht worden und hat auch gestern abend über die Situation gesprochen, nicht ohne darauf hinzuweisen, dass es vielen Menschen weltweit noch so gehe und nicht ohne Liao Yiwu und Ai WeiWei zu erwähnen. Eine tolle Frau!

Gestern abend ging es vor allen Dingen um die Eröffnung einer Ausstellung, in der ihre Collagen gezeigt werden. Viele tun sich schwer damit, diese Textbildgebilde einzusortieren. Es sind Gedichte, die Müller aus ausgeschnittenen Wörtern aus Zeitungen formt, meistens noch mit einem zusätzlichen Bild versehen. Und ihren Arbeitsprozess hat sie sehr interessant dargestellt. In ihrem Arbeitszimmer besitzt sie eine Art Wortfabrik und über die Zeit sammelt sie aus allen möglichen Zeitschriften Wörter, die sie ausschneidet und nach dem Alphabet sortiert in einem Schrank verwahrt. Und dann beginnt irgendwann, wenn sie mit einem Prosatext fertig ist, das Eintauchen in die Worte, die schon da sind, die sie nicht mehr aus sich heraus schöpfen muss, die allerdings deshalb auch einen ganz anderen sinnlichen Zugang erlauben. Wenn ein Anfang geklebt ist, kann man ihn eben nicht mehr ändern – „Das ist auch etwas wichtiges für das Leben“ sagt sie dazu mit einem Lächeln. Ihre Wörter werden so befreit aus den ursprünglichen Kontexten, entautomatisiert vielleicht (Am besten gefiel mir: „Ich bin eine Brombeere“).

Ich glaube, dass ich auch Wörter sammeln möchte. Vielleicht nicht in einem großen Schrank, aber ich stelle es mir so schön vor. Etwas obsessiv, aber auch schön. Und dann sind die Wörter überall und man kann sie auch anfassen und hin- und herschieben. Wie schön.

Neben diesen tollen Wörtersammelfantasien, bin ich dann gestern abend aber doch noch buchkauftechnisch schwach geworden. Auf einmal stand im Raum, dass Herta Müller auch noch signieren würde. Oh Gott, da bin ich ja fast ausgeflippt (Fangirl-Alarm). So schnell es ging habe ich mir noch eine schöne Ausgabe „Herztier“ unter den Nagel gerissen (ich sprach schon einmal darüber, diese kleinen gebundenen von Fischer) und mir ein Autogramm abgeholt. :)

Fazit: Eine wunderbare Lesung, ein toller Abend. Irgendwie mag ich diese Stadt.

66 [Montagsfrage] Welche Bücher hast du in der Schule gelesen?

Gerade eben habe ich diese Frage bei paperthin entdeckt und da ich mich erst letzte Woche mit einer Freundin über unsere Schullektüre unterhalten habe, dachte ich, ich mache einfach mal mit.

Mittelstufe

Deutsch:

– Hans-Georg Noack Rolltreppe abwärts

Ein Buch, das so ein hohes Nervpotential hatte, dass ich wirklich darunter gelitten habe. Vielleicht lag es auch an unserem Deutschlehrer, ich kann es nicht sagen, aber dieses nervige „schlimmer geht immer“ war mir einfach zu viel.Und wer (!) gibt seinen anvertrauten Jugendlichen heute noch Hundenamen? X-)

– Susan E. Hinton Die Outsider

Bei diesem Buch hat unser Deutschlehrer einmal nicht daneben gelegen. Die Outsider fand ich richtig toll. <3 Und noch mehr hat mich begeistert, dass Hinton das Buch mit gerade einmal 16 Jahren geschrieben hat. Chapeau! Es war mir auch egal, dass es natürlich um irgendwelche kleinkriminellen Jugendliche ging, aber wahrscheinlich lässt sich meine Liebe zu Coming-Of-Age-Geschichten genau mit diesem Werk begründen. Und die Namen! Ponyboy und Sodapop. Egal, geliebt. Leider mussten wir uns auch diese Verfilmung mit Tom Cruise und Patrick Swayze angucken – ein Wehrmutstropfen bleibt wohl immer.

– Bertolt Brecht Mutter Courage und ihre Kinder

Hat mir gefallen, gefällt mir immer noch. Brecht ist super!

Friedrich Dürrenmatt Der Richter und sein Henker

War so weit ganz in Ordnung.

– Max Frisch Homo Faber

Gemocht und der Film war auch in Ordnung.

– Zoe Jenny Das Blütenstaubzimmer

Ich habe es gelesen – aber ich habe keine Ahnung mehr, worum es eigentlich ging. Und ich war mehr als nur körperlich anwesend. Hm. Merkwürdig, dass es so ganz aus meiner Erinnerung verschwunden ist, düster erinnere ich mich an einen Mutter-Tochter-Konflikt? Na ja, vielleicht schau ich nochmal rein.

Englisch:

– Narinder Dhami  Bend it like Beckham

Indisches Mädchen, das unbedingt Fußballerin werden möchte. Ja, kann man lesen – muss man aber nicht. ;)

Oberstufe (Danke, Zentralabi)

Deutsch:

– Bertolt Brecht Das Leben des Galilei (s.o.)

– Gotthold Ephraim Lessing Emilia Galotti

„Eine Rose gebrochen, ehe der Sturm sie entblättert.“ Hat gefallen, schrecklich war nur die erneute gruselige Theateraufführung, die mein Deutschlehrer (diesmal ein anderer) noch auf VHS besaß. Als Hausaufgabe sollten wir eine Rezension schreiben. Ich habe die Inszenierung gnadenlos verrissen, wurde dafür gelobt und danach nur ängstlich angesschaut („Alter, meinst du, die schreibt so auch über unser Literaturkursstück?“).

Bernhard Schlink Der Vorleser

Schwierig, lag aber vor allen Dingen an den unterschiedlichen Interpretationen.  Mit meinem Papa konnte ich total super über den Roman sprechen, mein Deutschlehrer hingegen war dann doch eher einer gegenteiligen Interpretation zugeneigt – ich mein, für mich war Hannah die Hexe, die sich an einem Minderjährigen vergreift, der dann ein Emotionskrüppel wird und jahrelang leidet. Warum sollte ich Mitleid mit ihr haben? Ne, echt nicht.

– Theodor Fontane Irrungen, Wirrungen

Auch hier, wenn auch bei Effi entlehnt: ein weites Feld. ;) Nicht, dass ich Fontane gänzlich abgeneigt gewesen wäre, aber wahrscheinlich habe ich seine Qualitäten erst im Studium so richtig zu schätzen gelernt.

Englisch:

– Margret Atwood A Handmaid’s Tale

Ich hätte lieber 1984 gelesen, aber dass konnte ich leider nicht entscheiden. Eigentlich eine sehr spannende Dystopie, aber durch das Thema einfach nicht so richtig gemacht, für eine Diskussion in der Oberstufe – oder wir waren viel zu albern. Wir haben uns alle sehr über diese Fortpflanzungszeremonie (Wife+Handmaid+Commander) amüsiert und unsere Lehrerin fand den Roman mehr als bescheuert, was sie auch sehr offen gezeigt hat und bei mir immer dazu führte, dass ich nicht begeistert mitmachte. Schade eigentlich.

– T.C.Boyle Tortilla Curtain

Wie gesagt, ich mag dieses „Es wird immer schlimmer“ nicht, vor allen Dingen nicht, wenn es mir im Rahmen des Themenkomplexes Globalization im LK aufgenötigt wird. Vor allen Dingen das Ende war einfach zu viel, zu viel, zu viel. Giftige Chemikalien im Putzmittel, Sintflut etc.

– Shakespeare Macbeth – Kein Spaß.

Oh man, das klingt jetzt alles wirklich so, als hätte ich sehr gelitten. Dabei stimmt das nicht. Meine Interpretationen waren immer super, ich konnte die Lektüren meistens an ein bis zwei Abenden durchlesen und generell hat mir die Beschäftigung mit echter Literatur (und nicht so abgespeckten Lesebuchvarianten) in der Schule immer Spaß gemacht. Wobei es mich nun doch überrascht, dass die Themenfelder Jugend-kriminalität (im weitesten Sinne) zumindest in der Mittelstufe doch so überpräsent war – kann aber wie gesagt auch an der persönlichen Vorliebe unseres Deutschlehrers gelegen haben. Schade, dass mich nur ein Buch so richtig begeistert hat. Aber einige andere haben mich dafür so (positiv) geärgert, dass ich erst Recht mitgemacht habe. So schlecht können die Lektüren also nicht gewesen sein – immerhin war ich innerlich genervt – also beteiligt. Ich glaube, ich entdecke gerade die geheime Intention der Schulbuchlektüre. Merk‘ ich mir für später – und während ich jetzt noch diabolisch lache, frage ich mich doch, warum wir so wenig Klassiker gelesen haben. Wenn die Schule mir nur ein bisschen mehr Weimarer Klassik geboten hätte (wenigstens den Faust, hallo?) wäre ich auch nicht im zweiten Semester so voller Begeisterung in das Goethe und Schiller Seminare gerannt, um dann enttäuscht festzustellen, dass es noch andere Sachen als Kabale und Liebe gibt (Stichwort: Historiendrama). Also so richtig zufrieden bin ich mit der Auswahl der Lektüren nicht gewesen – ich denke aber auch, dass ich einige vergessen habe. ;)