Nirvana – Das Projekt

Gestern wäre Kurt Cobain 50 Jahre alt geworden. Ich stellte also IN UTERO und NEVERMIND auf Repeat und dachte ein bisschen über den Sänger von Nirvana nach. Und ich plane ein Projekt, das mit meiner Lieblingsband zu tun hat, aber dazu später mehr.

Kurt Cobain begegnete mir das erste Mal auf einer CD, die ich bei meinem Papa im Regal fand. IN UTERO sah echt gruselig aus und hörte sich fantastisch an. Noch nie in meinem Leben hatte ich so eine Musik gehört. Kurz danach gab es ein Special über Nirvana auf MTV, zu einer Zeit – damals- , als man für gute Musikvideos noch kein Geld bezahlen musste. Jetzt fühle ich mich sehr alt.

24 Stunden Nirvana, Musikvideos, Specials, alte Interviews und das legendäre MTV Unplugged. Mein 13-jähriges Ich entwickelte einen ziemlichen Crush für den schmächtigen blonden Sänger, der sich in seinen Liedern sprichwörtlich seine Seele aus dem Leib kotzte. Ich verstand die Lyrics nicht immer, aber ich war schon sehr verliebt. In eine Rocklegende, die zu dem Zeitpunkt schon mehrere Jahre tot war. Ich begann die Alben von Nirvana zu sammeln, Zeitungsausschnitte aufzuheben und Poster von Kurt in meinem Zimmer aufzuhängen.

kurt-cobain

(Einige Jahre vorher hing da noch die Kelly Family – ok, Internet, ich weiß, es braucht immer einen Mutigen, der/die die Wahrheit ausspricht. Ich hab’s hingeschrieben, wie ihr seht verlief meine musikalische Sozialisation  wild, ereignisreich und relativ eklektisch.)

Da jedes Jahr dieselben Specials auf MTV wiederholt wurden und jede von mir gefeierte Zeitschrift von Bravo bis Popcorn (Kennt die noch jemand? Gibt’s die noch?) das Material der vorherigen Specials recycelte, wuchs mein Sammelordner relativ schnell. Ich kaufte mir eine Band-Biographie. Später sah ich mir einen Film von Gus van Sant an, den ich nicht verstand (Last Days, 2005). Außerdem las ich alles über Courtney Love. Und von Verschwörungstheorien zu Kurts Tod. Und dem Club 27. Ich wusste, dass der Titel des am meisten gespielten Songs von Nirvana Smells like Teen Spirit der Legende nach, durch ein schnödes Deo inspiriert wurde (Stichwort: Bikini Kill) und dass Kurt und Courtney ihre Tochter Francis „Bean“ nannten, weil sie fanden, dass Francis auf dem Ultraschallbild so klein „wie eine Bohne“ aussah. Weiterlesen „Nirvana – Das Projekt“

Buch-Date III

Ein Date ist eine schöne Sache, ein Date mit einem Buch manchmal sogar noch besser. Zeilenende und wortgeflumselkritzelkram haben zum dritten Buchdate gerufen. Nachdem mir von Tausend schon drei Bücher empfohlen wurden, darf ich jetzt Zeilenende drei Bücher empfehlen. Weil ich letzte Woche krankheitsbedingt darniederlag, leider alles etwas verspätet.

Und das waren Zeilenendes Hinweise:

Die letzten drei Bücher, die du gelesen hast?

Siegfried Lenz – Das Vorbild (Super Stil)
Michael Nast – Generation Beziehungsunfähig (Unter viel ermüdendem Blabla zumindest ein paar intelligente Gedanken entdeckt)
Jonathan Stroud – Bartimäus. Das Amulett von Samarkand (durchschnittlich gute Urban Fantasy Geschichte mit viel Luft nach oben)

Dein Lieblings-Genre?

Science Fiction

Deine drei liebsten Autor*innen?

John Irving, C. S. Forester, Stanislaw Lem

Gibt es etwas, das du überhaupt nicht lesen willst?

Die „Zu“-Bücher: Zu blutrünstig, Zu gruselig, Zu schmalzig, Zu unsauber recherchiert (Spezialkriterium für Historische Romane 😉 ) Ansonsten lese ich alles von leichter Unterhaltung aus dem Regal „Starke Frauen“ bis zu schwerer Übersetzung (das Gegenteil von Unterhaltung) aus der Abteilung „Metaphysik für Fortgeschrittene“.

Tja, was soll ich sagen. Metaphysik für Fortgeschrittene ist jetzt so gar nicht meins, aber ich habe da ein paar andere Ideen. 😉

1) Arno Schmidt – Die Gelehrtenrepublik

Die Gelehrtenrepublik (1957) ist ziemlich durch und macht sehr viel Spaß und ich habe gerade Lust, dir Arno the Schmidt zu empfehlen. Worum geht es? Der fiktive Urgroßneffe von Arno Schmidt, Charles Henry Winer (höhö!), macht als ausgewählter Reporter eine Reise zur IRAS (International Republic for Artists & Sciences). Wir schreiben das Jahr 2008, Europa ist dank atomarer Katastrophe verstrahlt und wichtige Künstler und Wissenschaftler finden auf der Insel IRAS ideale Bedingungen um in aller Ruhe Hochkultur zu produzieren. Das ganze läuft natürlich anders ab, als Charles Henry sich den Besuch der hohen Stätte der Kultur so vorstellt. Es gibt wilden Zentaurensex, viele Fragen um Kunst, Kultur und das Leben von Schriftstellern und noch ein bisschen Kalten Krieg dazu. Sehr lesenswertes Ding und auch wenn ich meine Masterarbeit darüber geschrieben habe – würde ich den Roman immer wieder lesen. ;) Und auch wenn in der Wissenschaft diskutiert wird, ob Arno jetzt Science-Fiction geschrieben hat, oder nicht – dystopisch wird es auf jeden Fall!

2) Xu Zechen – Im Laufschritt durch Peking

Dunhuan, Mitte zwanzig, will in Peking eine Menge Kohle machen und schließt sich einer Bande von Dokumentenfälschern an, bis er im Knast landet. Drei Monate sitzt er, dann kommt er wieder raus und landet erneut auf der schiefen Bahn. Er lernt Xiaorong kennen, mit der er illegal DVDs verkauft, aber dann kommt ihr Ex zurück und Dunhuang ist wieder alleine. Der Sandsturm kommt und dann trifft er Qibao… Im Laufschritt durch Peking ist das letzte Buch, das ich gelesen habe. Und es ist toll. Xu Zechen schreibt sehr lakonisch, direkt und atmosphärisch schön. Es geht darum, in einer riesigen Stadt wie Peking irgendwie zu Geld zu kommen, wenn man eigentlich keine Möglichkeiten hat, etwas zu ändern. Ich habe mich – zumindest von der Atmosphäre her – an Lost in Translation erinnert, aber Im Laufschritt durch Peking ist sehr viel temporeicher und tragischer.

3) Sylvain Neuvel – Sleeping Giants

Meine Rezension findest du hier.

 

Lieber Ulf,

ich bin schon sehr gespannt, für welches Buch du dich entscheiden wirst und wünsch dir ganz viel Spaß beim Lesen!

 

 

 

[Rezension] Weihnachtsgeschenk für Serienfans- Eat like a Gilmore

The Girls are back in town! Als Netflix im November eine neue Serie Gilmore Girls präsentierte, war die Fangemeinde gespalten. Ich habe mittlerweile mit vier Freund*innen das Revival durchdiskutiert, denn ich hatte immensen Redebedarf nach den #famouslastwords. Unendlich viel Redebedarf. Gut, dass andere Fans nicht nur reden, sondern gleich ein Kochbuch schreiben.

Seit der Donna-Reed-Episode wollte Kristi Carlson ein Kochbuch für die Fans der Gilmore Girls herausgeben, das ist mittlerweile schon fünfzehn Jahre her. Dank Kickstarter konnte das tolle Projekt der Autorin aus Michigan schließlich realisiert werden. Echte Fans kommen bei der Kochbuchidee natürlich ins Grübeln. Essen wie Lorelai und Rory? Chinesisch bestellen, Pizza liefern lassen und Al’s Pancake World ansteuern – wozu brauchen wir da ein Kochbuch? Weder Mutter noch Tochter sind dafür bekannt, dass sie in der Serie viel Zeit in der Küche verbringen. Eher im Gegenteil. Es wird gelesen (deswegen bin ich auch mit dieser monströsen Rory-Gilmore-Lesechallenge beschäftigt – vermutlich bis ich achtzig bin), es werden Filme geguckt und für kulinarische Höhepunkte sorgen andere. Entsprechend gliedert sich auch das Kochbuch in unterschiedliche Örtlichkeiten von Stars Hollow in denen es eben mehr Auswahl gibt, als bei Al. Sortiert nach „Luke’s Diner“,  „Sookies Küche“, „Rory kocht“, „Emilys Haus“ und dem wunderbaren Punkt „Stadtspezialitäten“, kann man einen kulinarischen Rundgang durch Stars Hollow wagen. Das gefällt mir sehr.

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Ich bin keine großartige Küchenfee, aber ich probiere manchmal gerne Dinge aus. Und das macht noch mehr Spaß, wenn dazu noch die passende Folge erwähnt wird, in der das Gericht vorkommt. Erinnert sich noch jemand an die Folge, in der Rory, Lane und Paris den Gründerväter-Punsch probieren und der Abend für Rory in Lorelais Badezimmer endet? Das Rezept gibt es im Kochbuch, die Mischung aus Wodka, Brandy und Apfelwein erklärt auch den Ausgang des Abends.;) Wer schon einmal Sookies Gurken-Minz-Sandwiches probieren wollte, kriegt mit diesem Rezept genug Inspirationen und Lukes Cheeseburger oder Emilys Lachshäppchen und der fantastische Coctail „The Birthday Girl“ dürfen natürlich auch nicht fehlen. Neben Burger & Sandwich findet man eben auch Muffins, Brote, Suppen, Pasta- oder Fleischgerichte. Und das extra Kaffee Kaffee Kaffee – Kapitel lässt einen auch jeden langen Tag oder ausgedehnten Serienmarathon überstehen.

Neben den tollen Bildern gefällt mir vor allen Dingen, dass die Rezepte möglichst leicht verständlich sind und keine ellenlange Liste an Küchenequipment erfordert. Man muss keine Sookie sein, um die Muffin oder Scones Rezepte nach zu backen, allerdings braucht man manchmal spezielle Zutaten, die nicht jeder Supermarkt hat. Für Twinkies braucht man zum Beispiel Fluff – aber auch das habe ich schon einmal in einem deutschen Supermarkt gesehen.

Und warum schreibe ich euch gerade jetzt über das Kochbuch? Ich finde, es ist ein super tolles Weihnachtsgeschenk, das Fanherzen höher schlagen lässt und manchen vielleicht mit den neuen vier Folgen versöhnt. Für beste Freund*innen und Fans der Serie wärmstens zu empfehlen. :)

Kristi Carlson: Eat like a Gilmore. Das inoffizielle Kochbuch für Fans der Gilmore Girls. Fotos von Bonnie Matthews.

ISBN: 978-3-95631-533-6

Shaker Media 2016

Das Kochbuch wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!

Vom Bloggen an sich

Tobi von dem schönen Blog Lesestunden hat mal die Frage nach dem Bloggen an sich in den Raum geworfen. Wie bloggen andere oder wie organisieren andere Blogger*innen ihre Blog“arbeit“? Ich fand die Frage spannend und habe deswegen Tobis Fragen einfach mal beantwortet.

Wie entscheidest du, ob du über ein Buch bloggst oder nicht?

Bei vielen Romanen habe ich sofort ein Gefühl dafür, dass ich wirklich dringend genau zu diesem Roman eine Rezension schreiben muss. Bei manchen Romanen kommt dieses Gefühl erst ein bisschen später. Ich lasse deswegen Romane einfach neben dem Schreibtisch liegen und entscheide einige Wochen später, ob ich eine Rezension schreibe oder nicht. Das hat zur Folge, dass  hier im Arbeitszimmer schon ein kleinerer Buchstapel  herumliegt.

Woher nimmst du deine Inspiration für neue Beiträge?

Seitdem ich über Literatur blogge und viele andere Blogs regelmäßig lese, begegnen mir einfach sehr viel mehr interessante Romane als früher. Ihr schreibt einfach so toll. :) Lesetipps lauern deshalb an jeder Ecke und manchmal muss ich mich dann auch ein bisschen zurückhalten, einen SuB habe ich ja auch und die vielen tollen Romane sind da auch aus Gründen gelandet. ;)

Aber es gibt neben dem Blog eben auch die Offline-Welt und zum Glück kenne ich viele literaturaffine Menschen, die mir auch gerne Bücher empfehlen.
Was willst du mit deinem Blog erreichen?

Ruhm und Ehre. :D Und natürlich freue ich mich, wenn sich hier Leser*innen einfinden.
Wie viel Zeit nimmst du dir für das Verfassen eines neuen Beitrags?

Für eine Rezension nehme ich mir meistens 1,5 bis 2 Stunden Zeit. Meistens passt doch noch irgendetwas nicht oder das Zitat gefällt mir noch nicht oder der Text fühlt sich nicht rund an – es braucht seine Zeit bis ich zufrieden bin. Außerdem braucht die Recherche über die Schriftsteller*innen oder andere interessante Aspekte aus dem Text, die ich irgendwie aufnehmen möchte, auch ein bisschen Geduld. Ich merke aber meistens gar nicht, wie schnell die Zeit verfliegt. Das ganze macht nämlich unglaublich viel Spaß und lädt auch dazu ein, sich zu bestimmten Aspekten festzulesen. Hätte ich einen Chefredakteur, der mir auf die Finger schaut und fragt, wann der Beitrag fertig ist, wäre das etwas anderes. Da ich hier aber selbst Chefredakteurin bin, zelebriere ich meinen Status dann auch und mach alles so, wie ich es für richtig halte. ;)

Wie oft erscheint in deinem Blog ein Beitrag?

Ich glaube, dass einmal in der Woche schon gut ist. Ich möchte eigentlich öfter schreiben, aber manchmal klappt das auch nicht und das ist auch in Ordnung.

Bloggst du regelmäßig und hast feste Tage bzw. Abstände in denen Beiträge erscheinen?

Nein. Und auch einen regelmäßigen Sonntagsjazz versuche ich zwar, aber das kriege ich nicht hin.

Hast du einen festen Tag, an dem du Blogbeiträge schreibst und dich um deinen Blog kümmerst?

Nein.
Hast du mehrere Beiträge fertig verfasst als Entwurf, oder veröffentlichst du jeden Beitrag sofort?

Beiträge über Kurzfilme oder den Sonntagsjazz habe ich oft im Vorfeld geschrieben. Rezensionen schreibe ich an einem Tag und veröffentliche sie dann am nächsten Morgen.

Hast du Hilfsmittel, wie einen Planer, eine App oder irgendein Gadget?

Ich habe ein Notizbuch, das ist schon ziemlich viel Gadget finde ich. ;)
Schreibst du deine Beiträge direkt in WordPress bzw. der Blogsoftware, oder zuerst auf Papier oder in anderer Software?

Meistens direkt in WordPress, manchmal schreibe ich in Word vor.
Schreibt du die Beiträge auf einmal, oder in mehreren Schritten?

Alles in einem Rutsch.

Hast du schon einmal einen Beitrag komplett verworfen, weil du mit der Qualität nicht zufrieden warst?

Viele Rezensionen, die ich am Anfang geschrieben habe, würde ich heute so nicht mehr schreiben. Aber ich entwickele mich ja auch ständig weiter und vielleicht sage ich dasselbe in zwei Jahren auch über meine aktuellen Rezensionen. Unzufrieden war ich mit der Qualität bisher nicht, sonst hätte ich nicht veröffentlicht.

Wo schreibst du deine Beiträge (z.B. immer auf dem iPad Pro in der Badewanne)? Gibt es ein Bild von deinem „Blogarbeitsplatz“?

Nein, aber ich schreibe immer an meinem Schreibtisch. :)
Bloggst du alleine oder mit anderen zusammen?

Alleine.
Machst du für deine Beiträge eigene Fotos? Wenn ja, welche Rolle spielen sie für dich und wie bereitest du sie auf? Wie viel Zeit investierst du für deine Fotos?

Ist auf jeden Fall ein Projekt für die Zukunft. :)

Besprichst du auch Rezensionsexemplare und wie gehst du damit um?

Ja, ich habe in der letzten Zeit das Bloggerportal von Randomhouse entdeckt und ich mache zwischendurch bei Leserunden von Lovelybooks mit. Wenn ich ein Rezensionsexemplar bekomme, schreibe ich das unter meine Rezension. Ich finde das für die Transparenz ganz wichtig.

Wie wichtig sind für dich Social Media Kanäle und wie viel Zeit und Aufwand verbringst du, sie zu pflegen?

Ich habe vor kurzem Pinterest entdeckt!! :) Ich finde Pinterest toll, aber es ist auch ein kleines Zeitfresserchen. Ich finde es faszinierend, wie andere Blogger*innen, noch Instagram und Twitter nebenher jonglieren.
Wie viel Zeit investierst du in technische Anpassungen und Pflege deines Blogs?

Ähm. Ich hoffe, dass alle Verlinkungen stimmen und guck das zwischendurch immer wieder nach. Machen andere da noch mehr? ;)
Was recherchierst du, bevor du ein Buch rezensierst?

Informationen über die Schriftsteller*innen, ob der Roman ausgezeichnet wurde und eventuell Themen, die angeschnitten werden. Das kann sehr unterschiedlich sein und hängt auch von meinem Vorwissen ab.
Machst du auch einmal eine längere Pause vom Bloggen?

Klar, das passiert einfach.
Beeinflussen dich andere Blogger oder Verlage über Themen oder Bücher zu schreiben?

Beeinflussen klingt eher negativ, inspirieren gefällt mir besser. Natürlich gibt es Bücher, die ich ohne tolle Rezensionen von anderen nie gefunden hätte. Verlage haben mich noch nie beeinflusst, wie denn? Ich lese mittlerweile zwar Verlagsvorschauen auf anderen Buchblogs, aber ich schreibe selbst nichts dazu, denn ich kenne die Bücher ja nicht und kann deswegen auch noch nichts dazu sagen.

Wie groß ist dieser Einfluss?

Ich glaube schon, dass der Einfluss – gerade von anderen Blogger*innen – da ist, aber ich schätze ihn nicht höher ein als den Einfluss von Freund*innen, die begeistert von einem Buch erzählen. Und das gefällt mir ausgesprochen gut.

Wie entscheidend ist für dich die Aktualität eines Buches? Schreibst du lieber über aktuelle Bücher oder ist der Erscheinungszeitpunkt egal?

Ich habe das subjektive Gefühl, dass es eine klare Tendenz dazu gibt, entweder ganz aktuelle Romane zu besprechen oder kanonische Klassiker auszugraben. Beides ist interessant. Aber ich frage mich auch, was mit der ganzen guten Literatur dazwischen passiert. Lassen wir diese Romane einfach unter den Tisch fallen?

Wie ich genau dazu komme, einen bestimmten Roman ausgerechnet zu einem bestimmten Zeitpunkt zu lesen und wer mich da wie beeinflusst oder inspiriert hat, ist für mich gar nicht unbedingt nachzuvollziehen. Das ist ja gerade so spannend. Und manchmal führt mich ein Buch zu einem ganz anderen Buch. Und manchmal lese ich Romane wie Die Schneekönigin auch nur, weil es gerade so kalt ist und mich das Cover anspricht und ich erst danach feststelle, das ich einen ziemlich tollen Text entdeckt habe. Oder ich lese einen Roman von der Rory-Gilmore-Leseliste, weil ich mit der Challenge vorankommen möchte.

Im Moment lese ich zum Beispiel vier sehr unterschiedliche Romane parallel. Ich lese So wüst und schön sah ich noch keinen Tag von Elizabeth Laban, weil ich den Roman bei einer Lovelybooks-Leserunde gewonnen habe. Ich lese den Zauberberg von Thomas Mann, weil ich im Moment einen VHS-Lesekreis dazu besuche und den Roman schon seit meinem Praktikum im Buddenbrookhaus lesen wollte. Ich lese Es ist an der Zeit von Knausgard, weil ich sein Schreibprojekt Min Kamp so außergewöhnlich finde und wissen wollte, wie er sonst schreibt und ich habe angefangen Unendlicher Spaß zu lesen.

Wie entscheidet ihr denn, was ihr als nächstes lest? Lasst ihr euch da auch beeinflussen? :)

 

 

[Sonntagshiphop] Koharu Sugawara – Rather be/ Dancing Strawhats – Till the AM

Es ist Sommer! Und Rather Be von Clean Bandit gerade mein Dauerohrwurm.

With every step we take, Kyoto to The Bay
Strolling so casually
We’re different and the same, gave you another name
Switch up the batteries …

N-n-n-no, no, no, no place I’d rather be…

Auf der Suche nach tollen Tänzer_innen, bin ich auf Koharu Sugawara gestoßen. Koharu Sugawara ist eine der Toptänzerinnen der internationalen Hiphopszene und stand schon als Backgroundtänzerin für Rihanna, Girls Generation und viele andere Musiker_innen auf der Bühne. Im Moment unterrichtet die 22jährige in Los Angeles. 2014 war sie  für die Just do it – Kampagne von Nike am Start, modelte für Doc Martens und tanzte für Toyota. Die Nylon Japan hat sie bereits zur Fashion Ikone ausgerufen und ich bin im absoluten Fangirl-Modus, seitdem ich ihre Videos gefunden habe. Und da bin ich nicht die einzige, das zeigt schon die gelungene Fan-Art, die Sugawara auf ihrer Homepage veröffentlicht.

Ihre Kooperation mit den Dancing Strawhats zu Till the AM von Troy Boy wäre eigentlich einen eigenen Beitrag wert. Aber ich kann mich gerade nicht zurückhalten. ;) Das Tanztrio tritt nur maskiert auf und präsentiert sich mit Vorliebe in asiatischen Settings, wie hier im Shorenji Tempel in Tokyo, eine große Ehre für die Tänzer_innen. Auch wenn ich immer noch nicht weiß, wer jetzt eigentlich unter den talentierten Hüten steckt. Ihre Webpräsenz bleibt so mysteriös wie ihre Identität. „Under Construction“ und „Be Patient just like Water“ ist da zu lesen. *klick* Na gut, dann warte ich eben.

Ganz viel Spaß mit den Videos und einen schönen Sonntag! :)

[Sonntagsjazz] Marie Ninja – Poetry

Hip-Hop? Poetisch? Geht das denn? Wer hier an Gangsterrap denkt, ist auf dem Holzweg. Der Titel Poetry : How does it feel now von der in Köln lebenden Rapperin Akua Naru ist ein Gedicht. Nicht umsonst bezeichnet laut.de die Künstlerin als „Rap-Poetin“:

My, I wanna drink the sweat of your intellect,
reflect, and watch your light passion walk my neck.
Caress the sights of your presence with no question,
undress to the nakedness of love, pure love.

Poetry ist sanfter Conscious-Rap.Poetisch ist hier nicht nur die kunstvoll gestaltete Sprache, die Tänzerin Marie Mwiza Ndutiye lässt das Lied zusätzlich zu einem sinnlichen Erlebnis werden – und jede Bewegung sieht so leicht aus. *-* Bilder aus dieser wunderschönen Choreografie sind auch das ein oder andere Mal bei tumblr zu finden und so bin ich auch auf die Tänzerin, die unter dem Künstlernamen Marie Ninja auch in anderen Tanzvideos auf YouTube zu finden ist, aufmerksam geworden. Der französische Choreograf und Tänzer Yanis Marshall, der auch gerne in High-Heels unterwegs ist und bei Britain’s got Talent im Finale am Start war *klick*, hat diese getanzte Poesie entwickelt.

Ich wünsche euch einen entspannten Sonntag. :)