[Leserückblick] Oktober

Es ist nicht die Zeit, die wir nicht haben, sondern die Zeit, die wir nicht nutzen. Wenn Seneca mal Seminare in Zeit-Management geben würde, würden wahrscheinlich alle Teilnehmer_innen gequält aufstöhnen. Zeit ist ein hohes Gut und ich bin das weiße Kaninchen aus der Disney – Version von Alice und rufe laut und hüpfend: „Keine Zeit, keine Zeit!“ Das merke ich auch, wenn es um mein liebstes Hobby Lesen geht: diesen Monat habe ich drei Romane geschafft. Marina von Zafón, Länger als sonst ist nicht für immer und den verstörenden, aber schlau geschriebenen Kurzroman Die Insel der letzten Wahrheit von Company. Rezensionen zu schreiben ist im Moment gar nicht so leicht – ich befinde mich nämlich gedanklich gerade ganz weit weg. Nicht auf der Insel der letzten Wahrheit, aber doch auf einer Insel. Ich bin da kein Robinson, sondern ich bewundere die Kunst und ihre Verwertbarkeit und wundere mich über die Liebe zwischen Zentauren und Menschen. „Einmal lebt‘ ich wie die Götter!“ – aber nicht diesen Monat, da lebe ich eher am Rande des Wahnsinns oder eben am Rande der Gelehrtenrepublik und mein Kunstprojekt heißt „Masterarbeit“ und „Abschluss 2015“ und macht auch ein bisschen Angst, aber auch ganz viel Spaß. Eine Herausforderung ist dieses Projekt auf jeden Fall. Wenn hier jemand liest – drückt mir doch einfach ein bisschen die Daumen, das freut mich und ist wie ein virtuelles Schokobon oder was ihr so gerne esst.

Wenn ich mich gerade nicht mit wildem Zentauren-Menschen-Sex beschäftige, habe ich The Walking Dead für mich entdeckt und Orange is the new Black ist eine Serie, die mich auch noch sehr interessiert. Der Liebste zieht in ein anderes Bundesland – alles gar nicht so einfach, nämlich in den Norden (bitte mit „Willkommen bei den Scht’is“ – Stimme lesen). Ansonsten war ich diesen Monat einfach nur in der Bib und in der Bib und wieder in der Bib. Aber im November – da will ich die Harry Potter – Ausstellung in Köln sehen! Alraunen ernten, einen magischen Hut aufsetzen und Quidditch spielen, was mein inneres Fangirl halt so möchte. :D Ach so und Zentauren gibt es bei Harry  natürlich auch (die wahrscheinlich mit Pfeil und Bogen hüpfend „Keine Zeit“ rufen, obwohl – sind Zentauren. Die sind tiefenentspannt…). Seid ihr auch in Köln?

Zentauren bei Harry und vielleicht sehen die bei Arno ja auch so aus

[Leserückblick] September

Im September habe ich 12 Romane gelesen und fünf Rezensionen geschrieben – allerdings sind einige der rezensierten Romane noch Leseerlebnisse aus dem Monat August. Ich habe zum ersten Mal bei einer Lovelybooks-Leserunde mitgemacht, war aber leider sehr enttäuscht von dem Roman Ein Buchladen zum Verlieben. Meine zweite Leserunde war sehr viel schöner, vor allen Dingen war das Buch um Längen besser. Zu dem wunderbaren Roman Länger als sonst ist nicht für immer, schreibe ich euch morgen noch eine Rezension. Mein RuB ist dank strenger Diät und medienkauffrei im September auch ein kleines bisschen geschrumpft. Von der Rory-Gilmore-Leseliste habe ich zwei Romane gelesen, die Rezension zu Seelensprung findet ihr hier, die Rezension zu Dienstags bei Morrie hat es noch nicht auf den Blog geschafft.

Da ich jetzt stolze Tolino-Besitzerin bin, habe ich erst ein Mal getestet, wie mir das Lesen mit einem E-Book-Reader gefällt. Ich habe gemerkt, dass ich sehr viel schneller lese als ohnehin schon. Das macht richtig Spaß! Analog veranlagt wie ich dann nun mal bin, mache ich mir Notizen zu Romanen gerne mit dem Kuli auf Klebezettel – die ich eigentlich ganz gerne ins Buch klebe. Mit dem Tolino kann ich zwar Stellen markieren und das ist super – aber ein bisschen fehlen mir doch die Klebezettel. Hm. Oldschool-Mädchen. Also muss ich trotz Tolino auf jeden Fall was zu schreiben mitnehmen. Geht es da jemandem ähnlich? Wenn ich unterwegs bin, ist der Tolino allerdings super! Ich heb‘ mir keinen Bruch mehr, weil ich unbedingt noch das dritte schwere Buch in die Handtasche donnern musste. Und der Tolino passt in jede Handtasche und jeden Rucksack, den ich besitze. Ein Traum! <3

Lieblingsbücher im September? Open City, Lügen über meinen Vater, Imperium, Dienstags bei Morrie

Porno von Welsh konnte leider nicht halten, was Trainspotting so schön angefangen hat. Vielleicht schreibe ich in den nächsten Tagen noch ein paar Worte zu diesem etwas anstrengenden Werk. Klassentreffen war unterhaltsam und kein klassischer Thriller, sondern eher eine Art Adoleszenzdrama, das spannend gelöst wurde. Halbnackte Bauarbeiter war recht kurzweilige Unterhaltung ohne tieferen Sinn, aber das habe ich auch nicht anders erwartet. Quasikristalle, ein Roman, der das Leben einer Frau als Nachbarin, Schwester, Oma, Geliebte etc. beschreibt, war ein tolles literarisches Experiment, das wunderbar gelungen ist. Die Hummerschwestern war eine wunderschöne Geschichte über zwei sehr unterschiedliche Schwestern, die sicherlich auch gut als Kurzepisoden funktioniert hätten.

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Alles außer Bücher:

gedacht: Bremen ist also auch eine interessante Stadt/ gefühlt: Stress und Euphorie/

geschafft: Masterarbeit angemeldet…. – vor Erschöpfung drei Tage geschlafen. Monat vorbei. ;)

Wuhahahahahahahahahah! – Oder auch: Jubelschrei.

Ich hab‘ Schnappatmung und das nicht nur ein bisschen. Heute ist mein Gewinn von Maras Verlosung bei Buzzaldrins Bücher angekommen. Ich habe jetzt einen E-Book-Reader. Wuhahaha. Alter Falter, das ist einfach nur so wunderbar! Liebe Mara, vielen, vielen Dank für dieses supergrandiosfantastische Gerät, vor dem ich noch ein wenig Respekt habe. Aber im Moment liegt es ganz friedlich an einem USB-Kabel neben meinem Laptop. Und lädt und lädt und lädt… Wenn es genug gegessen hat (oh, und es fühlt sich so wunderbar weich an *-* ), dann werde ich mal sehen, ob das noch die große Liebe wird, dieses wunderbare Tolinotierchen und ich. Aber im Moment deutet schon sehr viel darauf hin. <3

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Liebe Mara, vielen, vielen Dank!

Einen wunderschönen Welttag des Buches!

Alle Buchlinge unter uns sind heute wahrscheinlich dauerglücklich, denn heute ist der Welttag des Buches. Und in diesem Zusammenhang gibt es die wunderbare Aktion Blogger schenken Lesefreude! Yeah. Ich habe mich schon durch einige Blogs der knapp 1000 Teilnehmer_innen geklickt und bei der einen oder anderen Aktion mitgemacht. Vielleicht gehöre ich ja zu den glücklichen Gewinner_innen. Und vielleicht ist nächstes Jahr mein Blog ja auch dabei und ich verlose ein Buch, das mir gefällt und von dem ich glaube, dass es noch viel zu wenig gelesen wird. Mal sehen. Um den Welttag des Buches stilvoll zu begehen, werde ich jetzt weiter Abbitte lesen, denn von dem Roman bin ich ziemlich begeistert. Und vielleicht noch eine Rezension schreiben und dann auf zur Uni. Habt einen wunderschönen Welttag des Buches. ;)

Come As You Are – Zum 20. Todestag von Kurt Cobain

„Nevermind“ war eine gesprungene Umarmung, mit Anlauf.

(Jens-Christian Rabe in der aktuellen SZ)

Es gibt wenig Musikalben, die mich so fasziniert und begeistert haben, wie Nevermind. Stundenlang habe ich Nirvana gehört, habe mir alle Alben gekauft und sogar Kurts Tagebücher gelesen. Mit Nevermind begann der Aufstieg der Band oder auch der Wandel zur Mainstreammusik, je nachdem wie man die Sache auslegen möchte. Das 1991 erschiene Album mit den Klassikern Smells like Teen Spirit, Come as you are, Polly oder On a Plain verkaufte sich bis heute 30 Millionen Mal und löste bereits 1992 Michael Jackson von der Spitze der Billboardcharts ab. Eine Erfolgsgeschichte. Dabei hat Kurt Cobain den Grunge nicht erfunden. Er war einfach derjenige, der das Image des Grunge am besten transportieren konnte oder wie der New Yorker schreibt:

„Nirvana sounded like nothing on the radio, and then, all of a sudden, everything on the radio sounded like Nirvana.“

Das Video zu Smells like Teen Spirit wurde zum meist gespielten Video auf MTV, das Q Magazine nennt ihn den wichtigsten Song aller Zeiten. Und auch die Enstehungsgeschichte des mystisch klingenden Titels ist mittlerweile eine Legende. Die Sängerin von Bikini Kill, Kathleen Hannah, soll nach einer durchzechten Nacht in Seattle an eine Wand gesprayt haben: Kurt smells like TeenSpirit, dem Deo seiner damaligen Freundin Tobi Vail. Cobain fand den Satz toll und schrieb ihn in seinen Song – keine Ahnung davon, dass Teen Spirit eigentlich ein schnödes Deo ist. Doch die Faszination für Nirvana blieb, trotz Deomarke im Titel. Denn hier erschloss sich noch eine weitere Bedeutungsebene – Teen Spirit, etwas, das den Esprit der Jugendlichen beschreibt. Durch ein bisschen Nichtwissen schaffte der Song eine mystische Aufladung der Konsumkultur. Das war Nirvanas Durchbruch. Auch weil die Band so ganz anders war als die üblichen Popstars: hier trat keine durchgestylte Madonna auf, hier gab es keine ausgefeilte Choreografie wie bei Michael Jackson. Hier gab es einfach nur einen Typen, der im Flanellhemd auf der Bühne hockte, fast schüchtern, und dem die Fans noch nicht einmal ansehen konnten, ob ihm das, was er da gerade tat, wirklich Spaß machte. Und die Fans liebten ihn für diese Desillusionierung, diese Zerrissenheit, dieses Echte. Im Spiegel erschien als Analyse der neuen Subkultur Grunge und deren bekanntester Band Nirvana folgender Hinweis:

„eine Bewegung aus Aussteigern und Karriereverweigerern, die zynisch und leidenschaftlich am Rande der Gesellschaft nach wirklichen Werten suchten“

Aber in Kurts Texten findet sich davon nicht viel. Am markantesten ist vielleicht die Textzeile aus Smellslike Teen Spirit:

„I feel stupid and contagious/ here we are now, entertain us!“

Es gab also tatsächlich eine Zeit, in der Künstler_innen und Sänger_innen darüber trauerten, dass die Konsumkultur und die Popmusik nur noch Unterhaltungszwecken dienlich waren, in der darüber getrauert wurde, dass der Markt zu viel Einfluss nahm, anstatt sich um die Seele des Einzelnen zu kümmern. Kaum vorstellbar, dass eine Katy Perry oder ein Justin Bieber heute eine solche Trauer irgendwann einmal artikulieren würden. Eine Zeit, in der es anscheinend noch etwas gab, was über diese Musik hinausgehen sollte, eine Suche.

„Diese Jahre erscheinen den Leuten wie eine romantische Zeit, während uns damals viele Zynismus vorwarfen. Überall waren diese trotzigen Diskussionen über den Ausverkauf und die Macht der Platten-Konzerne, über Ironie und Aufrichtigkeit. Im Rückblick allerdings kann man wohl sagen, dass all der Zynismus schlicht bedeutete, dass man sich Gedanken machte. Es ging noch um etwas.“

(Stephan Malkmus, Leadsänger von Pavement)

In diesem Jahr ist Kurt Cobains 20. Todestag. Seine Witwe Courtney Love hat 2005 ein Viertel der Rechte an Kurts Musik verhökert, an die Medientante und Millardärin Martha Stewart. Gewinn: 60 Millionen Euro. Vielleicht hören wir heute immer noch Nirvana, weil wir merken, dass es Kurt um etwas ging und das war nicht der schnöde Gewinn. Er wollte etwas Echtes schaffen. Und ihm gelang diese Authentizität, die heute in jeder Castingshow gefordert wird. In seinem Abschiedsbrief schrieb Kurt

„The worst crime I can think of would be to rip people off, bei faking it.“

Feier was du liebst, come as you are, feier das Echte bis zum Schluss. Ich gehe jetzt Nirvana hören.

[Gefunden] Where are the Women?

Um mich in meiner heftigen Girls – Obsession etwas abzulenken, habe ich Videos mit Jemima Kirk gesucht, denn die Frau ist einfach toll! Was ich gefunden habe, war dann dieses Video. Gefällt mir und ich glaube, ich sehe es jetzt schon zum dritten Mal. :)

 

Goodbye 2013! Hello 2014!

Ich hoffe, ihr seid alle gut und gesund ins neue Jahr gerutscht! Ich hatte ein ganz ruhiges Silvester an der Nordsee und eine sehr entspannte Zeit mit meiner Familie und meinem Liebsten. 2014? Was passiert alles im neuen Jahr? Habe ich irgendwelche mit Büchern verbundenen Vorsätze? Mal sehen. Wie sah es denn bisher aus? Zeit für Zahlen: im letzten Jahr habe ich 123 Bücher gelesen. Das hat mich selbst überrascht, aber auch gefreut. Irgendwie habe ich an die Zeit vor dem Studium angeknüpft, da sahen die Leseergebnisse eines Jahres nämlich ähnlich aus. Außerdem glaube ich ja immer noch, dass ich durch das viele Lesen und gerade durch das Wieder-/Neuentdecken einiger Klassiker, genauso wie zeitgenössischer Literatur, ein paar spannende Ideen für mein Studium bekomme. Das ist zumindest so eine Idee, eine Synthese in allen Bereichen. Vielleicht funktioniert das ja. ;)

Mit meiner ersten und bisher einzigen Lesechallenge, der Rory-Gilmore-Leseliste, bin ich sehr gut vorangekommen. Mit 25 gelesenen Romanen bin ich gestartet, mittlerweile liege ich bei 52 gelesenen Büchern. In einem Jahr habe ich also 27 Bücher für die Challenge gelesen, das gefällt mir, in dem Stil möchte ich auch gerne weiter machen. Im Januar wird es aufgrund von verschiedenen Prüfungen wahrscheinlich etwas ruhiger hier, aber danach warten noch einige Romane vom SUB auf mich.

Was möchte ich ändern? Möchte ich etwas ändern? Gute Vorsätze hat jeder und jedes Jahr an Silvester werden sie aus der Mottenkiste hervorgeholt, entstaubt und man nimmt sich fest vor, sich wirklich (dieses Mal aber wirklich!), an sie zu halten. Ob es dann klappt? In den meisten Fällen wahrscheinlich nicht, ich kann mich im Moment auch zum Beispiel gar nicht mehr daran erinnern, was ich mir letztes Jahr vorgenommen habe. Also diesmal in schriftlicher Form, dann kann ich es ja nächstes Jahr nachlesen. Für den Blog nehme ich mir vor, mehr Rezensionen zu schreiben. Vielleicht gelingt es mir ja in diesem Jahr. Ich habe mir außerdem fest vorgenommen im nächsten halben Jahr  (na, wer wird denn gleich übertreiben wollen? :D) im Januar und Februar keine Bücher zu kaufen. Vielleicht starte ich so etwas wie Project 10 Books bei Seitenblicke, 10 Bücher vom SUB lesen = 1 neues kaufen. Ich weiß noch nicht. Ein SUB unter 100 wäre ja schon einmal ein Anfang. Ursprünglich gab es mal die Idee, dass ich mehr Bücher ausleihe statt sie einzukaufen. Ich sag mal so, im Falle eines Umzuges wäre das sicherlich von Vorteil. ;) Vielleicht klappt es ja, ich werde mich bemühen. Für den Unialltag wünsche ich mir, dass alles so gut weiter läuft, wie in diesem Jahr. OMG – dieses Jahr werde ich meine Masterarbeit anmelden, ich kann es kaum glauben! Kinder, wie die Zeit vergeht. Für mich wünsche ich mir, dass ich es trotz Uni und Sport auch schaffe, mich mit Freunden zu treffen. Und ansonsten? Mehr Aufgeschlossenheit, Spontanität, Kino- und Weinabende und viele gute Bücher über die ich schreiben kann. Hello 2014!

Quelle: unbekannt
Quelle: unbekannt

124 Norah Jones – Turn me on

Quelle:  http://abookblog.tumblr.com/post/57544761600
http://abookblog.tumblr.com/post/57544761600

„Hold a book in your hand and you’re a pilgrim at the gates of a new city.“

(Anne Michels)

Die Geschenke sind ausgepackt, die Dominosteine verputzt – Weihnachten ist vorbei. Und ich liege in meinem Bett und habe keine Lust aufzustehen. Weihnachten ist wunderbar, aber auch anstrengend. Deswegen klicke ich mich zur Entspannung durch youtube, gucke mir an, wie Zoella Weihnachten feiert, und freue mich immer noch über Tatsächlich Liebe, den ich gestern abend gesehen habe. Heute geht es weiter: hier noch so viele ungesehene DVDs, wenn wann nicht heute? Ich glaube, dass ich in den letzten drei Tagen so viel gegessen habe, wie noch nie. Und ich bin mit Süßigkeiten zugeschüttet worden. Vielleicht nehme ich eine der vielen Süßigkeitstüten mit in den Urlaub oder verteile sie in der WG. Letztes Jahr hatte ich nämlich Ostern noch meine Schokonikoläuse auf der Fensterbank stehen. Ansonsten gab es nur leckere Dinge. Raclette zuhause, Braten bei den Schwiegereltern in spe und Kuchen und Weihnachtstorte bei der Familie. Meine Eltern freuen sich über das kommunistische Känguru, das Schnapspralinen isst, der Liebste freut sich über Schnapspralinen und Spiele und ich spiele mit dem Gedanken meine Ansammlung von Buchgutscheinen der Buchhandlung meines Vertrauens direkt im Januar auf den Kopf zu hauen. Hilft gegen Prüfungsstress. Ach so und neue Bücher gab es jetzt auch schon. Ich habe zu Weihnachten Flavias fünften Fall bekommen und den Klassiker Manfred von Lord Byron. Und mir selbst habe ich die Neuübersetzung von William Faulkners Als ich im Sterben lag geschenkt, mal sehen, wie es ist.  Außerdem bin ich stolze Besitzerin eines Zauberstabes (FANGIRLALARM), was sage ich, eines Zauberstabes – ich habe den von Hermine. Hah! Er funktioniert noch nicht so ganz wie er soll, aber ich übe fleißig – aber keine unverzeihlichen Flüche, ich bin ja lieb. :D (STUPOR!) Außerdem besitze ich jetzt eine Teekanne ganz für mich alleine und sie ist pink und grün und wunderbar und sie hat einen Fliegenpilz auf der Seite. Oh und einen neuen gemütlichen Schlafanzug habe ich jetzt auch. Den ziehe ich heute auch nicht mehr aus. Im Laufe des Tages werde ich dann noch Sachen packen und Unikram sortieren und dann bin ich ab morgen auf der Insel, gehe am Strand spazieren, erhole mich und habe Urlaub – und kein Internet. „Lest in den Ferien so viel ihr könnt!“, hat mein Prof gesagt. Ich nehme ihn beim Wort und werfe alle guten Bücher in den Koffer. Zumindest ein paar. Neben der obligatorischen Unilektüre. Ich wünsche euch allen ein paar ruhige Tage nach dem Weihnachtsstress und „Lest in den Ferien so viel ihr könnt!“ – denn Lesen ist auch immer etwas Abstand von der Welt nehmen, die Seele baumeln lassen und neue Städte und Sehnsuchtsorte entdecken. Und das werde ich jetzt tun. :)

115 Leserückblick Oktober

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Im Oktober habe ich gelesen, gelesen, gelesen. Deswegen ist mein SUB auch etwas geschrumpft und abgesehen von einer klitzekleinen ReBuy-Bestellung, die unter anderem aus zwei Rory-Büchern und einem dritten Buch, das mich einfach so angelacht hat, bestand, habe ich mich nicht dazu hinreißen lassen, noch mehr Bücher zu kaufen. Na ja, es gab zum Ende meines Praktikums ja auch noch reichlich Buchgeschenke. ^^

Gelesene Bücher im Oktober: 13 (10 von meinem SUB, zwei ausgeliehene Bücher , ein Buch für die Uni)

Fortschritte in der Rory-Gilmore-Lesechallenge: ja und das freut mich immer wieder :) (Neeerd…)

  1. F.Scott Fitzgerald – Der große Gatsby
  2. Stephen King – Shining
  3.  Ernest Hemingway – Paris, ein Fest für’s Leben

Rezensionen im Oktober:

  1. Wiley Cash – Fürchtet Euch!
  2. Paulo Coelho – Elf Minuten
  3. Laura Moriarty – Das Schmetterlingsmädchen
  4. Chris Cleave – Little Bee

Mein absoluter Monatsfavorit: Little Bee, Das Schmetterlingsmädchen und mit etwas Abstand auch Kult von Ljubko Deresch. Aber eben nur auf eine ganz schräge Art. :D

Monatsflop: Man merkt es wahrscheinlich an der Rezension. Elf Minuten ging für mich nicht. Auch die Hector-Romane waren anders, als ich sie erwartet hatte. Die Geheimnisse der Liebe und die Suche nach dem Glück wurden mir von Freundinnen ans Herz gelegt, aber so ganz überzeugen konnten sie mich nicht. Obwohl mir die Geheimnisse der Liebe noch deutlich, deutlich besser gefallen haben,  als das Buch über das Glück. Vielleicht hatte ich mich zu dem Zeitpunkt aber auch schon eher an die Schreibweise gewöhnt. ;)

Alles außer Bücher ….

Reise, Reise: in die Weinberge an Mosel und Rhein / gefeiert: das Romanticum in Koblenz, woho das ist ja so toll!! Wenn ihr irgendwie in der Ecke seid, hin da! / gesehen: den wunderschönen Film Mr. Morgan’s last Love *schnüff*,  Downton Abbey Staffel 3 *wieder schnüff*, viele, viele Burgen und Festungen/ erlebt: Raclette gegessen mit Lieblingsmenschen; viel Kaffe trinken gewesen mit Leuten, die ich seit gefühlt tausend Jahren nicht mehr gesehen habe; morgendliche Yogastunden; Waldspaziergänge und buntes Laub angeschaut; eine Muse auf einer Burg getroffen, zwar nicht geküsst worden, aber inspiriert gewesen ;) / gedacht: was will ich eigentlich von diesem Leben?/gefühlt: unterwegs sein ist schön

„Ich bin eine Brombeere“ – Herta Müller und Collagenkunst

 http://www.gomeal.de/uploaded_img/Brombeere.jpg

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Listening to: Marina and the Diamonds – Hermit The Frog

Oh. Mein. Gott. Ich bin so unfassbar, unfassbar, unfassbar glücklich. Gestern war Herta Müller hier in der Marzipanstadt. Ja, genau. Die Herta Müller, die 2009 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet wurde, und deren Werke ich nach und nach verschlinge. Und wer hat noch eine Karte bekommen? Yeah me! Offiziell gab es keine Karten mehr, selbst in der Buchhaltung in der ich am nachmittag war, gab es irgendeine Möglichkeit und auch in dem Literaturmuseum in dem ich arbeite, war allen schon klar, dass es keine Chance mehr auf Karten gibt. Schade eigentlich, aber ich hatte mich damit schon abgefunden.

Und dann, rums. Eine andere Praktikantin erzählte, dass die Eltern ihres Freundes noch eine Karte zu verkaufen hätten. Die wollte ich natürlich haben! Ich hatte keine Zeit mehr zwischen Arbeit und Karte kaufen in die WG zu fahren, geschweige denn etwas zu essen, aber das war mir so egal. Ich war einfach nur wahnsinnig heiß auf diese Karte und traute mich dann auch nicht mehr, wie es mein ursprünglicher Plan war, noch einen Student_innenrabat herauszuschlagen, immerhin verkauften sie mir die Karte und da wollte ich nicht noch handeln. Obwohl es gar nicht so günstig war. Dafür war aber auch der anschließende Besuch der Ausstellung inklusive.

Am lustigsten (oder bestürzendsten) waren dann allerdings das andere Publikum bei der Lesung. Bei vielen hatte ich das Gefühl (und ich weiß, dass ich ihnen damit eventuell auch Unrecht tue), dass sie nur da waren, weil Herta Müller eben eine Nobelpreisträgerin ist. Vielleicht ist dieses Gefühl aber auch nur durch die beiden Kartenverkäufer_innen entstanden, neben denen ich dann auch saß. Sie fragte mich, was ich denn studieren würde, das war sehr nett, ein netter SmallTalk – obwohl ich natürlich geduzt wurde. Ich will nicht rumspießen, aber manchmal habe ich auch gar nichts gegen ein etwas distanzierendes „Sie“, vor allen Dingen da ich die Dame auch siezte. Na ja, ich will nicht kleinlich sein, vielleicht hätte ich sie auch einfach duzen sollen. Und dann fragte sie, ob ich denn Herta Müller kennen würde. Da habe ich natürlich erst mal erzählt, dass ich Herztier so mag und dass ich letztens Niederungen gelesen hätte und vor einiger Zeit Der Mensch ist ein großer Fasan auf der Welt und Der Fuchs war damals schon der Jäger. Vor kurzem habe ich auch Reisende auf einem Bein gelesen, aber das ist mir in dem Moment natürlich nicht eingefallen. Und was sagte die Dame? Ja, also sie habe ja Atemschaukel angefangen, natürlich nennt sie Müllers bekanntestes Werk, was nicht schlimm ist, aber ich hatte den Eindruck, dass sie sonst nichts kennen würde. Und wie ging es weiter? Na ja, sie habe es aber nicht so gut zu ende lesen können, es sei einfach zu bedrückend gewesen. Ja, was soll ich da noch sagen? Auseinandersetzung mit Unterdrückung und Diktatur gehören zu Herta Müllers Werken dazu. Warum besucht jemand eine Lesung, der eigentlich die Literatur der lesenden Schriftsteller_innen als „zu bedrückend“ empfindet? Vielleicht spielte da die Mitgliedschaft in einem Künstler_innen fördernden Verein eine größere Rolle. Es gab mir zumindest zu denken. Gerade bei dieser Schriftstellerin.

Herta Müller ist in Rumänien durch den militärischen Geheimdienst, die Securitate, bedroht worden und hat auch gestern abend über die Situation gesprochen, nicht ohne darauf hinzuweisen, dass es vielen Menschen weltweit noch so gehe und nicht ohne Liao Yiwu und Ai WeiWei zu erwähnen. Eine tolle Frau!

Gestern abend ging es vor allen Dingen um die Eröffnung einer Ausstellung, in der ihre Collagen gezeigt werden. Viele tun sich schwer damit, diese Textbildgebilde einzusortieren. Es sind Gedichte, die Müller aus ausgeschnittenen Wörtern aus Zeitungen formt, meistens noch mit einem zusätzlichen Bild versehen. Und ihren Arbeitsprozess hat sie sehr interessant dargestellt. In ihrem Arbeitszimmer besitzt sie eine Art Wortfabrik und über die Zeit sammelt sie aus allen möglichen Zeitschriften Wörter, die sie ausschneidet und nach dem Alphabet sortiert in einem Schrank verwahrt. Und dann beginnt irgendwann, wenn sie mit einem Prosatext fertig ist, das Eintauchen in die Worte, die schon da sind, die sie nicht mehr aus sich heraus schöpfen muss, die allerdings deshalb auch einen ganz anderen sinnlichen Zugang erlauben. Wenn ein Anfang geklebt ist, kann man ihn eben nicht mehr ändern – „Das ist auch etwas wichtiges für das Leben“ sagt sie dazu mit einem Lächeln. Ihre Wörter werden so befreit aus den ursprünglichen Kontexten, entautomatisiert vielleicht (Am besten gefiel mir: „Ich bin eine Brombeere“).

Ich glaube, dass ich auch Wörter sammeln möchte. Vielleicht nicht in einem großen Schrank, aber ich stelle es mir so schön vor. Etwas obsessiv, aber auch schön. Und dann sind die Wörter überall und man kann sie auch anfassen und hin- und herschieben. Wie schön.

Neben diesen tollen Wörtersammelfantasien, bin ich dann gestern abend aber doch noch buchkauftechnisch schwach geworden. Auf einmal stand im Raum, dass Herta Müller auch noch signieren würde. Oh Gott, da bin ich ja fast ausgeflippt (Fangirl-Alarm). So schnell es ging habe ich mir noch eine schöne Ausgabe „Herztier“ unter den Nagel gerissen (ich sprach schon einmal darüber, diese kleinen gebundenen von Fischer) und mir ein Autogramm abgeholt. :)

Fazit: Eine wunderbare Lesung, ein toller Abend. Irgendwie mag ich diese Stadt.