[Project Shortfilm] #12 „Actor seeks Role“

Die Schauspielkunst ist die geringste aller Begabungen und auch nicht gerade die feine Art, seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Shirley Tempel konnte das schon mit vier.

(Audrey Hepburn)

Feine Art hin oder her – ab einem gewissen Punkt muss Kohle her. Deswegen verdingt sich der arbeitssuchende Schauspieler im Kurzfilm Actor seeks Role eben auch als Krankheitssimulant für Medizinstudierende. Kann man mal machen, sorgt aber auf Dauer auch nicht dafür, dass der Kühlschrank voller wird. Und frustrierend ist die Jobsuche auch noch, wenn alle anderen weitaus mehr Erfolg haben. Und woher kennt man den Typen nochmal? Stichwort: Lieblingsserien. In der Serie Girls muss sich Alex Karpovsky über existentielle Dinge keine Sorgen machen. Sein Seriencharakter Ray Ploshansky managt das Café „Grumpy Cat“, der arme Schauspieler im Kurzfilm hingegen hustet sich durch den Alltag und bewirbt sich erfolglos auf so aussichtsreiche Rollen wie „Teenage Son“. Oder steckt vielleicht doch noch mehr hinter seiner Leidenschaft für den Job im Krankenhaus?

Das Outro ist wirklich finster, gerade dann, wenn Realität und Schauspiel auf gruselige Weise zusammenfallen. Und sehen die Vorhänge im Krankenhaus nicht auch ein bisschen wie Theatervorhänge aus? Und hat sich Paul die Rolle seines Lebens nicht doch etwas anders vorgestellt? Ben Nabors hat das Drehbuch geschrieben, Regie führte Michael Tyburski. Auf seiner Homepage gibt es einen interessanten Überblick über seine Kurzfilme *klick*

[Project Shortfilm] # 11: The Hidden Life of The Burrowing Owl

Harmonie war gestern, denkt sich die geheimnisvolle Eule im Kurzfilm ‚The Hidden Life of The Borrowing Owl‘. Und eine Prise investigativer Journalismus kommt auch hinzu, denn hier geht es tatsächlich um nie gezeigte exklusive Aufnahmen aus der wilden Welt der Tiere. Sicherlich Nichts für schwache Nerven!  Präsentiert wird eine Rachegeschichte der besonderen Art, die geschickt Naturaufnahmen  mit Animationen kombiniert. Ganz viel Spaß mit diesem Kurzfilm von Mike Roush, der einer Eule fast macguyverartige Fähigkeiten verliehen hat. Ihr merkt schon, das kurzweilige Kunstwerk ist ein amüsanter Kurzfilm, der sich selbst nicht zu Ernst nimmt und wahrscheinlich auch deshalb mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet wurde (zum Beispiel: Comic Con International Filmfestival Best Animation und Judge’s Award 2009/Louisville International Film Festival /Best Animation 2011) und der mir deshalb sehr viel Freude gemacht hat. Viel Spaß!

[Project Short Film] #10 Desire – How to be a happy robot

Ein niedlicher Roboter, der vollauf beschäftigt ist – Kästchen zeichnen, Kreuze malen, fertig. Doch irgendetwas fehlt. Deshalb macht sich der kleine Roboter auf, bricht aus seinem Alltagstrott aus und lässt seiner Kreativität freien Lauf. Chaotische, aber inspirierende Momente sind die Folge. Und natürlich Größenwahn. Und irgendwie geht es auch darum, nur ein kleines Puzzlestück im großen Ganzen zu sein. Gesprochen wird in diesem Kurzfilm nicht, aber die Minions haben schon gezeigt, dass die schönsten Geschichten manchmal auch ohne viele Worte auskommen. Story, Regie und Animation sind von Scott Thierauf. Viel Spaß! :)

[Project Short Film] #9 Deckst du mich noch zu?

Manche Filme müssen nicht lang sein, um zu funktionieren. Dieses wunderbare kleine Kunstwerk Tuck me in, das so harmlos daher kommt, hat das Filminute Festival 2014 gewonnen. Das Besondere an diesem Festival: jeder eingereichte Kurzfilm darf nicht länger als eine Minute sein. Was kann in einer Minute schon erzählt werden? Der Gewinnerbeitrag von Ignacio F. Rodó zeigt, dass es manchmal nur eine kleine Abweichung von den bekannten Pfaden bedarf, um ein ziemlich gruseliges Kopfkino in den Gang zu setzen. Viel Spaß!

[Project Shortfilm] #8 Wurzeln und Steinriesen

Jeder hat alltäglichen Kram, den man unbedingt erledigen muss. Egal, ob es bezahlte Rechnungen sind oder eben der Gang zum Supermarkt – es handelt sich um Dinge, die im Alltag dazugehören. Es gibt aber auch  Projekte, die auf jeden Fall realisiert werden müssen, weil es einer selbstgewählten Lebensaufgabe gleich kommt, sie zu schaffen und zu erledigen. Weil sich ein sehr persönlicher Wunsch mit ihnen verbindet, weil diese Dinge für uns persönliche Bedeutung haben. Manchmal fehlt uns allerdings die richtige Grundlage, um ein Projekt wirklich zu beginnen. Es muss erst die richtige Umgebung geschaffen werden, damit eine Idee Wurzeln schlagen kann. In diesem Kurzfilm entdeckt eine ältere Dame, was es bedeutet, die richtige Umgebung für ihre Wurzeln zu finden, damit etwas Neues entstehen kann. Dass ihr Haus dabei auf einem Felsenmonsterwesen steht, dessen Beine dünn wie Streichhölzer sind, ist da fast nebensächlich. Hauptsache, es bewegt sich etwas im Leben, damit etwas Neues geschaffen werden kann. Viel Spaß mit diesem märchenhaften Kurzfilm, der von Kawa Paris produziert wurde.

[Project Short Film] # 7 Marcel – The Shell with Shoes on …. Yeah.

Meine Verbindung zu Muscheln? Hm. Ich hab sie gerne zur Freude meiner Eltern kistenweise am Meer gesammelt, aber richtig begeistert war ich von Muscheln erst seit der Augsburger Puppenkiste und dem Urmel. Das Urmel, dinomäßig, grün und merkwürdig (und zudem in der Puppenkistenversion mit einem Schnuller ausgestattet), schlüpft aus einem aus der Eiszeit konservierten Ei und wird fortan von den Tieren der  Insel Titiwu betreut und erzogen. Alle Tiere können sprechen, das hat ihnen Professor Habakuk Tibatong beigebracht, haben aber auch ihren charakteristischen Sprachfehler. Unter ihnen ist Wawa, der Waran, der in einer Muschel haust, wunderschön, groß und aufklappbar. Und das Ding ist wirklich cool, denn wenn er drin liegt, kann er den Himmel beobachten, das mag Wawa sehr gern: „Und die Sterne tschien über mich hinweg und die Wolken tschien über mich hinweg ….“. Allerdings will der Pinguin Ping Wawa, die „Mupfel“ streitig machen. Ach so und zu allem singt der traurige Seele-Fant seine Balladen. Als Kind habe ich das Urmel ziemlich abgefeiert und wollte auch eine Muschel haben. Mittlerweile ist das nicht mehr so, aber Muscheln üben nach wie vor eine gewisse Faszination auf mich aus. Das muss an der Sozialisation durch die Augsburger Puppenkiste, bzw. durch die Bücher von Max Kruse liegen. In Anbetracht der Tatsache, dass ein gewisser Showmaster einer der beliebtesten deutschen Unterhaltsungssendungen im Zusammenhang mit der Augsburger Puppenkiste allerdings zu ganz merkwürdigen, undurchdachten und deshalb rassistisch zu lesenden Aufrufen für Saalwetten tendiert und das ZDF sich nicht einmal dazu bequemt irgendwie Stellung zu nehmen, muss ich allerdings selbst mein Kindheitsfernsehkonsum vielleicht noch einmal kritisch hinterfragen. Was habe ich mir da eigentlich alles angesehen? Beim Urmel waren es besonders die Bücher, die mich faszinierten. Allerdings hat meine Mama sich irgendwann geweigert, mir weiter die Geschichte vorzulesen. Kann ich verstehen, das macht bei den vielen Sprachfehlern der Tiere Knoten in der Zunge. Eine Muschel wollte ich trotzdem, die gab es dann auch. Am Strand – in gesammelt und auch zum reinsetzen. Marcel in diesem Kurzfilm ist eine ganz besondere – ähm, Muschel. Marcel trägt nämlich Schuhe. Außerdem hat er eine abgefahren schräge Stimme und erzählt ein wenig aus seinem Leben. Von seinem Sonnenbrand, seinem Haustier, und seiner ganzen Familie, die er braucht, um einen Stift hoch zu heben. Marcel ist ziemlich genial, ein absoluter Nerd, aber liebenswert. Und niedlich. Und außerdem frage ich mich die ganze Zeit: Wie kommt man bitte auf so was? Der Film ist von Dean Fleischer-Camp produziert worden, die Muschel Marcel wird von Jenny Slate gesprochen, die den Film auch mitgeschrieben hat. Viel Spaß!

[Project Short Film] # 6 It’s so fluffy!!!!

Es ist wieder einmal Zeit für eine Kurzfilmperle, die ich diesmal auf Vimeo gefunden habe. Der Film Poussière (2011) von Vic Chhun, Leyla Kaddoura und Nicolas Ughen ist ein herzzereißend niedlich animiert und schildert das kurze Leben eines – Staubkorns. Richtig gelesen. Aber egal, wie klein und grau, auch ein Staubkorn kann einen wunderbaren goldenen Kern haben. Auch wenn das in diesem Fall nur die Melancholie des gesamten kleinen Kunstwerks unterstreicht. Die Pianomusik ist wunderschön, das Staubkorn macht niedliche Seufzer und insgesamt ist der Film einfach so „Ach….“. Und das Staubkorn – It’s soooooo fluffy!!! Ich weiß, das ist eigentlich ein anderer Film… ;) Viel Spaß!

[Project Short Film] #5 Von Mäusen und Löwen

Dieser schöne Kurzfilm (animiert von Benjamin Renner and Friends) handelt von einer kleinen Maus, die in die Fänge eines wilden Löwen gerät. Dabei ist die Maus genauso gewitzt, wie wir sie als Äsops Fabeltier schätzen und lieben und hat zudem eine charmante „Dann rutsch mir doch den Buckel runter!“-Attitüde. Cooler Shortfilm, da beißt die Maus keinen Faden ab. Oder eben doch? ;)

100 [Project Short Film] # 4 Validation

„Validation“ – a fable about the magic of free parking – ist wahrscheinlich der Kurzfilm, mit dem meine Leidenschaft für das „Genre“ angefangen hat. Dabei ist das „Frei-Parken“-Feld , erinnert man sich an Monopoly, nicht gerade ein sagenumwobener Ort. Obwohl, das stimmt nicht ganz – meine Freundin und ich spielten immer diese Variante, in der die gesamten Steuergelder in der Mitte gesammelt wurden und wenn man auf das Feld kam, konnte man sehr reich werden.  Reich beschenkt werden die Menschen in diesem Film auch, allerdings etwas anders als durch schnöden Mammon. Kurt Kuenne ist Produzent und Verfasser diese kleinen Filmchens und hat mit TJ Thyne und Vicki Davis zwei sympathische Schauspieler ausgesucht. Ich kann gar nicht aufzählen bei wie vielen Festivals „Validation“ schon ausgezeichnet wurde, aber auf Youtube wurde er mittlerweile 7.859.196 mal angeklickt (und ich allein bin wahrscheinlich für ca. 50 dieser Klicks verantwortlich). Der Film macht mich einfach sehr glücklich. Und wenn ihr ihn noch nicht kennt, bitte schön. 

[Project Short Film] # 3 „A Tusky Tale“

Kurzfilme können auch so schön animiert sein. Selbst wenn ich nicht unbedingt zu den allergrößten Fans von Animationen gehöre, finde ich, dass diese hier sehr gelungen ist. Es geht um einen „Einhornwal“ – na ja, eigentlich heißen diese Tiere Narwale, aber Einhornwal klingt toll. Und lange Zeit wurde tatsächlich eine Verwandtschaft zwischen Einhorn und Wal angenommen. So nach dem Motto, wenn es so einen Wal gibt, dann ist das Beweis genug dafür, dass es irgendwo auf der Welt auch ein Einhorn gibt. Ist das nicht schön? Ich bin sicher, dass jeder weiß, welches Tier mit der Bezeichnung „Einhornwal“ gemeint ist. Von den Narwalen gibt es nur noch 23.000 Exemplare auf der Welt. Jedes Jahr werden ca. 1000 Tiere gejagt, angeblich sei diese Zahl gerade noch tolerierbar, um die Population stabil zu halten. Seit 1971 steht der Narwal in Kanada, Grönland und Norwegen unter Artenschutz, so dass ihn in Kanada nur die indigene Bevölkerung jagen darf (laut Wikipedia fünf Tiere pro Jahr und Jäger). In Grönland hingegen ist die Jagd nicht so stark reglementiert, trotzdem dürfen Ausländer_innen den Wal nicht jagen. In Norwegen darf er nur mit einer speziellen Genehmigung des Fischereiministeriums gejagt werden, was einem Jagdverbot gleichkommt. Richtig so, das arme Tier musste ohnehin schon zu lange darunter leiden, dass irgendwelche Wilderer scharf auf sein Horn waren. In diesem Kurzfilm „A Tusky Tale“ geht es nun um einen Narwal, der ausgestoßen wird, weil er sein Horn verliert. Das ist vor allen Dingen herzerweichend süß. Animiert wurde dieser wunderniedliche Kurzfilm von Kerstin Buzelan aka Noody, die auch sehr schöne Comics auf ihrer Seite präsentiert. *klick*