08 Gesagt

„Once I began a book, I couldn’t put it down. It was like an addiction; I read while I ate, on the train, in bed until late at night, in school where I’d keep the book hidden, so I could read during class. But I had almost no desire to talk with anyone about the experience I gained through books and music. I felt happy just being me and no one else.“ 

(Haruki Murakami)

Ich habe nie in der Schule gelesen und im Bus ist mir mit dem Buch in der Hand eher schlecht geworden. Aber die Ferien waren für mich immer Lesezeit. Und in der Grundschule habe ich jede Woche zehn bis zwölf Bücher aus der Stadtbücherei ausgeliehen. Wahrscheinlich habe ich mehr gelesen, als mit anderen Kindern gespielt. Deswegen mag ich den Film Matilda, besonders die Szene, als sie sich das erste Mal Bücher aus der Bibliothek ausleiht. Und es ist heute noch so. Jedes Mal, wenn ich meinen Büchereiausweis verlängere und in der Stadtbücherei herumlaufe – mit diesem nicht schönen, aber stabilen Tragekorb – muss ich an Matilda denken. Es ist noch nicht mal ein herkömmliches Glücksgefühl, es ist mehr so etwas ganz Ehrhabenes, was ich fühle. In einem Seminar haben wir dieses Semester mit alten Zeitschriften gearbeitet, zum Teil aus dem 19. Jahrhundert. Und es hat mir innerlich weh getan, wie einige Kommilitonen diese Bücher rabiat umgeblättert haben. Dieses *ztschh* wenn alte Buchseiten zerfleddert werden – das hat mich massiv gestresst. Und ja, ich habe die Zeitschriftenbände mit der größtmöglichen Vorsicht in das Büro des Dozenten zurückgetragen, fast bin ich den Gang entlang geschlichen. Aus Achtung vor dem Buch, das ich in der Hand halte und das 6 Mal so alt ist, wie ich. An meiner Zimmertür hängt ein Buchling und später möchte ich in einem Haus wohnen, in dem es ein Lesezimmer gibt (man wird doch noch träumen dürfen…).

Gesagt

Every atom in your body came from a star that exploded. And, the atoms in your left hand probably came from a different star than your right hand. It really is the most poetic thing I know about physics: You are all stardust.You couldn’t be here if stars had’nt exploded, because the elements – the carbon, nitrogen, oxygen, iron, all the things that matter for evolution and for life – weren’t created at the beginning of time. They were created in the nuclear furnaces of stars, and the only way for them to get into your body is if those stars were kind enough to explode. So, forget Jesus. The stars died so that you could be here today.

(Lawrence Krauss)

Ein Zitat, das mich nicht mehr verlassen kann. Es hängt nicht nur an meiner Pinnwand, gut sichtbar über dem Schreibtisch, es steht auch in meinem Tagebuch und in meinem Kalender. Obsessed, somehow? Ja, tatsächlich. Wenn ich seine Sätze lese, entstehen diese wunderbaren Bilder in meinem Kopf. Auch wenn mir Physik herzlich egal ist (ich wohne mit einem Physiker zusammen, dass ist manchmal eher Fluch als Segen), ist diese Vorstellung, dass wir eigentlich alle aus Sternenstaub bestehen, so kitschig und hilfreich zugleich, dass ich jedes Mal lächeln muss. Sternenstaub. Warum nicht? Klingt Sternenstaub nicht besser als Zellen oder Neuronen oder Gefäße oder Blutbahnen? Es klingt nach einem besonderen Spezifikum, nach besonderen Charakteristika – a rising star? – die durch das Wort selbst wieder aufgehoben wird – Staub. Nichtig. Zerfallen. Und trotzdem ist dieses Besondere noch da, es ist nicht verschwunden. Es ist da, in winzigen kleinen Partikeln. Staubig. Wie unsere Küche. (Momente, in denen man sich innerlich mit einem Rosé zuprostet – es lebe die gekonnte Überleitung. Und jetzt – Frühstück! Bevor das Brötchen im Ofen noch lauter „Hol mich raus!“ schreit.)