Texthäppchen II

Ich habe einen Bücherstapel in meinem Zimmer, der immer höher wächst. Bald kann ich die Tür nicht mehr aufmachen. Deshalb habe ich mir das Mini-Format Texthäppchen überlegt, in dem ich euch ganz kurz sage, warum die Bücher grandios waren – oder eben nicht. Und bevor ich hinter meinem Bücherstapel verschwinde, schreibe ich lieber ein paar Sätze zu den Romanen, bei denen es für mich nicht für eine länge Rezension gereicht hat, zu denen ich euch aber trotzdem etwas sagen möchte. Den letzten Beitrag zu diesem Format findet ihr hier.

Texthäppchen II (2)

Carol Rilka Brunt – Sag den Wölfen, ich bin Zuhause 

Im Mittelpunkt steht ein junges Mädchen, die Ich-Erzählerin June. Der wichtigste Mensch in Junes Leben ist ihr Onkel Finn, der Bruder ihrer Mutter, den sie gemeinsam mit ihrer Schwester Greta und ihrer Mutter häufig besucht. Finn ist ein berühmter Maler, der aufgehört hat, seine Bilder der Öffentlichkeit zu präsentieren. Er arbeitet an diesen Besuchsnachmittagen an einem Porträt seiner beiden Nichten. Aber sie sehen sich auch zu zweit: June und ihr Onkel haben eine innige, vertraute Beziehung miteinander. Als Finn an den Folgen einer HIV-Infektion stirbt, ist Junes Mutter geschockt. Es sind die 1980er Jahre, Aids ist ein Tabuthema. Auf Finns Beerdigung sieht June einen schüchternen jungen Mann. Er hinterlässt ihr eine Nachricht, bevor er verschwindet. Toby war der Lebensgefährte von Finn, ihr Onkel hat seiner Familie nie seinen Freund vorgestellt. Toby und June freunden sich an und stellen fest, dass gegen Trauer nur ein Mittel hilft: Freundschaft und Zusammenhalt. Ein Buch über die erste Liebe, Geheimnisse, Freundschaft und Vergebung – geht ganz tief ans Herz.

Naomi Alderman – The Power

Wahrscheinlich die beste Dystopie, die ich dieses Jahr gelesen habe. In Naomi Aldermans viertem Roman sind Frauen das starke Geschlecht. Sie dominieren die Wirtschaft, das Militär, die Politik, die Religion. Was diesen Wandel hervorgerufen hat, erfahren die Leser_innen in Rückblenden. 14- jährige Mädchen entdecken, dass ihnen ein besonderer Muskelstrang gewachsen ist, der ihnen die Fähigkeit verleiht, Stromschläge zu verteilen. Mit einer einzigen Bewegung können sie verletzen, lähmen, sogar töten. Als klar wird, dass junge Mädchen diese Gabe auch in älteren Frauen erwecken können, steht die Gesellschaft vor einem unglaublichen Wandel – mit ungeahnten Folgen. Spoiler: Nein, die Welt wird nicht zu einem schöneren und besseren Ort, nur weil auf einmal Frauen an der Macht sind. Deswegen ist der Roman so lesenswert. Ein geniales Gedankenexperiment, das mich begeistern konnte.

E. Lockhart – We were liars

Mein Überraschungsbuch des Sommers. Die fünfzehnjährige Cadence Sinclair Eastmen hat eine sehr reiche Familie. Ihr Opa besitzt eine eigene Insel, Beechwood Island in Massachusetts. Jedes Jahr verbringt sie den Sommer dort – zusammen mit ihrer Mutter, ihren zwei Tanten und ihren Cousins und Cousinen. Für jede seiner Töchter hat Cadence Opa  ein eigenes Haus auf der Insel gebaut. Cadence und ihre Cousins und Cousinen werden von der Familie nur „the liars“ genannt. Dann erleidet Cadence eine Kopfverletzung, infolgedessen auch einen kurzzeitigem Gedächtnisverlust. Was passiert ist, weiß sie nicht mehr. Ihre Mutter verbietet ihr den jährlichen Familienurlaub und schickt sie auf eine Europareise. Cadence versteht nicht, warum sie nicht mehr auf die Insel darf. Die anderen liars ignorieren sie. Cadence muss sich der Vergangenheit stellen auch wenn ihr niemand verraten will, was passiert ist. Als Leser_innen kennen wir nur die Perspektive von Cadence und begleiten sie durch ihren Sommer, in dem sich vieles von dem, was sie in ihrer Familie für selbstverständlich hält, als falsch herausstellt. Ein wahnsinnig spannender und sehr dramatischer Young-Adult-Roman mit einem absolut überraschenden Ende.

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Welche Romane habt ihr zuletzt gelesen?

 

E. Lockhart – We were liars. Hot Key Books 2013.

Carol Rilka Brunt -Sag den Wölfen, ich bin Zuhause. Aus dem amerikanischen Englisch von Frauke Brodd. Eisele 2018.

Naomi Alderman – The Power. Penguin Books 2016

 

VOX

u1_978-3-10-397407-2.66914111Jeder Mensch verwendet pro Tag durchschnittlich 16.000 Wörter. Wenn wir uns morgens verabschieden, wenn wir im Büro sitzen und uns mit den Kolleg_innen unterhalten, wenn wir ein Brötchen beim Bäcker kaufen und einen kurzen Smalltalk halten. Linguist_innen haben schon vor Jahrzehnten eine signifikanten Unterschied zwischen den Geschlechtern festgestellt, wenn es um den Gebrauch von Wörtern geht. Selbst wenn Frauen genau so viel sprechen wie Männer, wird es so wahrgenommen, als redeten sie deutlich mehr. Man kennt das Klischee: Frauen schnattern belanglos vor sich hin, Männer sprechen weise Worte und kommen dabei auch vernünftig auf den Punkt.

In Christina Dalchers Dystopie VOX entwirft die Autorin ein unfassbares Szenario. Frauen sind per Gesetz dazu angehalten, pro Tag nur 100 Wörter zu verwenden. Sprechen sie mehr, bekommen sie Stromschläge durch ein Armband verpasst. Die Ansage ist klar: Frauen halten die Klappe, kümmern sich um die Kinder und fallen ansonsten nicht so viel auf. Dann stören sie auch nicht so viel.

Erzählt wird die Geschichte von Jean McClellan, einer ehemaligen Neurolinguistin, die nicht mehr ihrer Forschung nachgehen darf. Sie hat sich nie besonders für Politik interessiert, aber schon ihre ehemalige beste Freundin  Jackie hatte sie gewarnt:

„Konservative Männer, die ihren Gott und ihr Land lieben.“ Sie seufzte. „Frauen nicht so sehr.“ „Das ist doch lächerlich“, erwiderte ich. „Sie hassen Frauen nicht“. „Was glaubst du, wer momentan am wütendsten ist? In unserem Land, meine ich.“ Ich zuckte mit den Schultern. „Afroamerikaner?“ „Nein, Du Dussel. Der heterosexuelle weiße Mann. Er ist stinkwütend. Er fühlt sich entmannt. Eine Meute machthungriger kleiner Jungs, die es satthaben, dauernd ermahnt zu werden, einfühlsamer zu sein.“

Es kommt so, wie Jackie es prophezeit: eine Partei religiöser Fundamentalisten stellt den Präsidenten und Frauen werden langsam aus beruflichen und gesellschaftlich relevanten Positionen vertrieben. Dass die Anfänge dieser Entwicklung nicht bis ins Detail beschrieben wurden, störte mich nicht. Auch in Fahrenheit 451 werden die Leser_innen in eine dystopische Welt geworfen, deren Entstehungsbedingungen nicht sehr klar sind. Ungenauigkeiten und fehlende Informationen über die Entwicklung hin zum Status Quo sind Teil des Genres der literarischen Dystopie.

Jean kann in ihrer eigenen Familie beobachten, was die Politik der Regierung für Auswirkungen hat. Ihr ältester Sohn wird Mitglied der Bewegung der „Reinen“ und fängt an, seine Mitschüler_innen zu verraten. Ihre Tochter Sonia hingegen, gewöhnt es sich an, mit einem Wortzähler nach Hause zu kommen, auf dem eine Null steht. Weil Sonia den ganzen Tag über kein Wort gesprochen hat, wird sie von der Schule mehrfach ausgezeichnet. Ihre Mutter macht sich große Sorgen. Sie glaubt, dass Sonia die sprachlichen Defizite, die ihr antrainiert werden, nie wieder los wird.

»Mit sechs müsste Sonia über eine Armee von zehntausend Lexemen verfügen, individuelle Soldaten, die sich versammeln, strammstehen und den Befehlen ihres kleinen, noch formbaren Gehirns gehorchen. Müsste, wenn Lesen, Schreiben und Rechnen nicht auf ein einziges Fach reduziert worden wären: simple Arithmetik. Schließlich wird von meiner Tochter erwartet, eines Tages einzukaufen und einen Haushalt zu führen, eine ergebene und pflichtbewusste Ehefrau zu sein. Dafür braucht man Mathematik, keine Rechtschreibung. Keine Literatur, keine Stimme.« (S. 17)

Die Geschichte nimmt eine interessante Wendung, als der Bruder des Präsidenten einen schweren Unfall hat. Das Gehirnareal, das für die Sprache zuständig ist, wird massiv verletzt. Er kann nur noch unzusammenhängende Sätze formulieren. Jean hat in diesem  früher in der Hirnforschung gearbeitet und soll jetzt im Auftrag des Geheimdienstes an einem Heilmittel arbeiten. Dafür soll ihr für einige Wochen das Armband abgenommen werden. Was wird Jean mit ihrer neuen Freiheit anfangen?

Jean wird Teil der geheimen Forschergruppe. Hier trifft sie ihre ehemaligen italienischen Kollegen und Love-Interest Lorenzo wieder und leider reiht sich dann ein Klischee ans nächste. Er fährt gerne schnelle Autos, in seinem Büro steht stets eine Espressomaschine und er ist wahnsinnig toll im Bett und überhaupt ein Held. Ganz anders als Jeans Ehemann Patrick, der auch noch für den Präsidenten arbeitet und trotzdem nie darauf gekommen ist, seiner Frau zu helfen. Während die Grundidee gelungen und sehr provokant ist, ist spätestens bei Auftauchen der Figur Lorenzo ein deutlicher Qualitätsunterschied zu spüren. Wenn Jean nur noch in die starken Arme ihres Lovers sinken möchte, dann frage ich mich, was ich hier gerade lese und bin ein wenig gelangweilt.

Margarete Atwood, die Königin der Dystopie, hat mit A Handmaid’s Tale / Der Report einer Magd einen Klassiker der feministischen Dystopie geschrieben. An dieses Vorbild kommt Dalcher leider nicht heran, auch wenn der Kontakt der Hauptprotagonisten Jean mit dem „Widerstand“, den es tatsächlich auch gibt, doch deutlich an Atwood erinnert.

Bleibt in Fahrenheit 451 oder bei A Handmaid’s Tale ein offenes Ende, das zum Nachdenken anregt und viele Fragen unbeantwortet lässt, sorgt Dalcher mit einem Happy End dafür, dass ich kaum noch Fragen an die gesellschaftliche Entwicklung der USA in der Geschichte stellen muss. Die Stellschrauben werden zurückgedreht, die Bösen werden geschlagen, Jeans Familie findet ihr Glück in Italien (und die Entscheidung zwischen Ehemann und Lover wird Jean abgenommen). Das ist wirklich schon fast zu viel des Guten.

Trotzdem bleiben viele Beobachtungen, die Dalcher macht, erschreckend nah an der Realität. Und das macht den Roman sehr lesenswert.

„Ich lernte, wie leicht es für den Mann im Papierwarenladen ist, zu mir zu sagen: ‚Tut mir leid, Madam. Ich kann Ihnen das nicht verkaufen.‘ Ich lernte, wie schnell ein Handyvertrag annulliert werden kann und wie effizient junge Soldaten beim Anbringen von Kameras sind. Ich lernte, sobald ein Plan vorhanden ist, kann alles über Nacht passieren.“

 

Christina Dalcher: VOX. Übersetzt von Marion Balkenhol und Susanne Aeckerle.

Fischer 2018

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Das weibliche Prinzip

Vor wenigen Jahren hat sich die amerikanische Autorin Meg Wolitzer mit dem Roman Die Interessanten in meinen persönlichen Olymp der Lieblingsbücher geschrieben. Es geht um sechs Teenager, die sich in einem Sommercamp für kunstbegabte Jugendliche treffen. Ein fantastisches Buch. Entsprechend hoch waren meine Erwartungen an Wolitzers neuen Roman Das weibliche Prinzip, in dem Wolitzer nicht nur über Macht und Emanzipation schreibt, sondern auch von enttäuschten Erwartungen und Generationskonflikten. Eine spannende Mischung.

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Greer Kadetzky ist eine sehr talentierte junge Frau, die eigentlich auf ein Ivy-League-College gehört hätte. Dass alles anders kommt als geplant, liegt an ihren Hippie-Eltern, die neben dem täglichen Graskonsum leider nicht dazu kommen, fristgerecht ein Studiendarlehen für ihre Tochter zu beantragen. Sie begnügt sich mit dem mittelklassigen College vor Ort und wohnt zuhause, mit ihrem Freund Cory führt sie fortan eine Fernbeziehung. Auf einer Party wird Greer von einem Typen bedrängt. Sie ist nicht die einzige. Als sie sich mit den anderen Opfern der Belästigungen zusammenschließt und gegen ihn aussagt, passiert  – nichts. Wie leider viel zu oft.

Die bekannte Feministin, Aktivistin und Herausgeberin einer Zeitschrift, Faith Frank, hält an Greers College einen Vortrag. Faith ist mutig, stellt die richtigen Fragen und kann das Publikum begeistern. Auch wenn sie keinen genauen Plan mehr von den aktuellen Problemen hat, die ihr Publikum der unter 30-jährigen betrifft (unsichere Jobperspektiven, Befristungen, Backlash, you name it), ist die 60-jährige ein gern gesehener Gast.  Greer ist hingerissen. Während der Podiumsdiskussion stellt Greer Faith entscheidende Fragen: Was kann konkret gegen Belästigungen unternommen werden und wie können sich Frauen überhaupt in einer männerdominierten Welt durchsetzen. Eigentlich wäre es die Frage von Zee gewesen, Greers besten Freundin, die sich schon seit Jahren in feministischen Kontexten bewegt. Aber Greer ist schneller oder das Schicksal will es eben so.

Es ist ein Zufall, dass sich Faith nach langer Zeit wieder an Greer erinnert und ihr eine Stelle in einer neugegründeten Stiftung für Frauenrechte anbietet. Das ist für Greer, die Faith heiß und innig verehrt, wie ein Ritterschlag. Einen anderen Job hätte sie ohnehin nicht bekommen, zu schreiben wäre die einzige Möglichkeit.

Greer stellte sich inzwischen vor, Schriftstellerin zu werden. Sie malte sich aus, Essays und Artikel, irgendwann vielleicht sogar Bücher mit feministischem Schwerpunkt zu schreiben, obwohl sie anfangs sicher am späten Abend würde schreiben müssen. Sie bräuchte ein Einkommen, mit dem sie das Schreiben finanzieren konnte. Sie wollte kein Leben wie ihre Eltern führen. Aber wenn sie einen richtigen Job hätte, also nicht in Armut abrutschen würde, könnte sie versuchen, in ihrer freien Zeit zu schreiben, und vielleicht hätte sie ja ein Quäntchen Glück. (S.90)

Greer beginnt in der Stiftung, auch wenn die Bezahlung noch zu wünschen übrig lässt. Während sie sich mit großem Engagement auf ihre erste feste Stelle in New York stürzt, wird Cory als Wirtschaftsberater nach Manila geschickt. Nicht nur die Beziehung von Greer und Cory bröckelt, Greer hat sich auch den Einstieg in die Arbeitswelt etwas anders vorgestellt.

Genau wie in ihrem Roman Die Interessanten gelingt es Wolitzer, sehr komplexe und authentische Figuren zu entwerfen, deren Lebenswege sich zwar rund lesen, aber  doch eher in einem sehr ruhigen Erzähltempo durch das Buch plätschern. Während Faith und Greer, zwei ambitionierte Frauen aus verschiedenen Generationen, versuchen, dem großen Ziel der Gleichberechtigung ein Stückchen näher zu kommen, sorgt individuelles Machtstreben danach, dass von Solidarität und einer großen gemeinsamen Sache wenig übrig bleibt. Auf dem Weg zu mehr Einfluss und mehr Macht gehen Faith und Greer Kompromisse ein und entfernen sich massiv von ihren Idealen. Die Start-Up-Mentalität in Faiths Stiftung hat einen Konformitätszwang zur Folge, in dem sogar das Privatleben auf die Bedürfnisse der Chefin Faith abgestimmt werden. Greer gibt alles und noch mehr für einen Job, in dem sie letztlich ausgebeutet wird. Das geht sogar soweit, dass die Vegetarierin Greer vorgibt, Fleisch zu mögen – nur um der Chefin zu gefallen, die die Kolleginnen der Stiftung zu einem Grillabend eingeladen hat.  Aber auch Faith kann nicht so selbstbestimmt handeln, wie sie es sich vielleicht gewünscht hat, damals, als es noch Ideale gab. Ihre Stiftung wird am Ende eine Mogelpackung, die das Charitybedürfnis der reichen, weißen Oberschicht bedient. Und auch Cory hat es nicht leicht. Dem strahlenden Absolventen fällt die Realität auf die Füße, als er sich mit einer sehr schwierigen Entscheidung konfrontiert sieht.

Meg Wolitzer hat schon in ihrem Essay „The second shelf“ feministische Themen aufgegriffen, zum Beispiel die Diskriminierung schreibender Frauen auf dem Literaturmarkt. Trotz so deutlicher Aussagen in ihrem Essay, bleibt der Roman zum Thema an vielen Stellen sehr vage. Ich war  nicht davon ausgegangen, einen Kommentar zu #metoo oder sexistischen Strukturen in der Arbeitswelt zu bekommen, trotzdem hatte ich das Gefühl, da wäre manchmal noch eine klarere Positionierung möglich gewesen. Hätte man einen Roman zum Thema schreiben wollen. Der Text entzieht sich solchen Kategorisierungen, weil er auf das Figurenensemble bezogen, am Ende sogar das Ausnahmetalent Cory mit einem schwierigen Schicksalsschlag versieht, der ihn automatisch in die Rolle des Kümmerers drängt – und damit nicht mehr attraktiv für die Damenwelt macht. Jede noch so kleine Figur wird ausführlich mit ihren Fehlern und Schwächen dargestellt. Das war bei den Interessanten ein großer Pluspunkt, hier wird es mir manchmal ein wenig zu viel. Trotzdem habe ich den Roman sehr gerne gelesen, denn durch jede Zeile schimmert das Talent der Autorin, gesellschaftliche Strömungen der Zeit  in eine Geschichte zu gießen, die sich leicht lesen lässt. Ein #Aufschrei ist dieser Roman allerdings nicht.

Ich bedanke mich bei vorablesen.de und Dumont für das Rezensionsexemplar!

 

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Bleib bei mir

Wenn die Last zu groß ist, zu groß über eine zu lange Zeit, knickt selbst die Liebe ein, bekommt Risse, droht zu zerbrechen und zerbricht manchmal. Aber auch wenn sie in tausend Scherben verstreut um unsere Füße liegt, ist es noch immer Liebe. (S.23)

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Mitten in der Geschichte verkündet Yejide ihrem Mann Akin, dass sie beide Eltern werden. Sie ist sich sicher, dass sie dieses Mal eine Tochter bekommen. Auf dem „Berg der Wunder“ hat Yejide an einer rituellen Zeremonie teilgenommen und lässt sich fast ein ganzes Jahr nicht von ihrer Vorstellung einer Schwangerschaft abbringen, auch als Akin sie zu mehreren Ärzten bringt. Die Episode hat tragischkomische Elemente, aber der Auslöser für Yejides psychischen Zusammenbruch liegt in ihrem Umfeld.

Der Druck ein Kind zu bekommen, lastet schwer auf dem Paar. Im Nigeria der 1980er Jahre, sind es nicht nur zwei Menschen, die mit der Kinderlosigkeit klar kommen müssen. Die gesamte Familie mischt sich ein. So entscheidet Akins Mutter nach mehreren kinderlosen Jahren des Paares, dass endlich etwas passieren muss. Sie organisiert eine Zweitfrau für ihren Sohn. Obwohl Akin und Yejide sich gegen das traditionelle Modell der Polygamie aussprechen, können sie sich nicht gegen die Entscheidung des Familienrats durchsetzen. Yejide und Akin haben studiert, Yejide steht sogar durch einen Friseursalon finanziell auf eigenen Beinen und trotzdem müssen sie sich den Vorstellungen der anderen fügen. Yejide hofft, dass sie vielleicht doch noch schwanger wird und so die Zweitfrau Funmi wieder loswird.

Der Roman beginnt damit, dass Yejide die Zweitfrau auf einer Familienzusammenkunft präsentiert wird. Große Zeitsprünge bis ins Jahr 2008 und die wechselnde Erzählperspektive zwischen Akin und Yejide sorgen dafür, dass die Handlung an keiner Stelle langweilig wird. Mit einem guten Gefühl für Spannung und Timing beschreibt die Debütautorin Ayòbámi Adébáyo ein komplexes Ehedrama, in dem es um Verrat, Lügen und Hoffnung geht. Zudem wird die Ehe von Akin und Yejide durch ein weiteres Problem belastet: die erblich bedingte Sichelkrankheit, die häufig tödlich endet.

Besonders gut gefällt mir, wie geschickt der unterschiedliche Umgang der Protagonist*innen mit den zahlreichen Schicksalsschlägen (und das muss man als Leser*in aushalten) ausgelotet wird. Nebenbei erfährt man einiges über die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen Nigerias, die gekonnt in den Text eingestreut werden. Ambivalente Charaktere sorgen für eine unvorhersehbare Entwicklung der Geschichte, die ich innerhalb weniger Tage gelesen habe. Angenehm kitschfrei und gleichzeitig sehr berührend, erzählt Adébáyo eine tragische Geschichte über Liebe, Verrat und Schicksal.

Ayòbámi Adébáyo war mit ihrem Roman für den Baileys Women’s Prize for fiction nominiert.

Ayòbámi Adébáyo: Bleib bei mir, Piper Verlag, 2018, 352 Seiten

 

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Justizpalast

Das ist also unsere Gerechtigkeitsfabrik. Am Ende hoher, höhlenartiger Zimmer sitzen Richter wie Grottenolme auf Papierbergen, jeder für sich. Nach drei Wochen Aktenwühlerei fragte Thirza Frau Meindl nach den offenen Verfahren der beiden Kollegen und erhielt die Antwort: hundertdreißig und hundertfünfundvierzig.

(S. 101)

Thirza Zorniger hat es nicht leicht und hatte es nie leicht. Ihr Vater, ein erfolgreicher Schauspieler, hat die Familie verlassen. Die kleine Thirza kommt zu ihrem Großvater und zwei Tanten nach München. Hauptsache, sie funktioniert und macht keine großen Schwierigkeiten. Bei ihrem Großvater findet sie zwar stabile Verhältnisse, aber auch eine klare Vorstellung davon, wie das Leben zu sein hat. Als Thirza, genau wie der Großvater, Juristin werden möchte, bricht dieser in Gelächter aus. Ihr Großvater kann sich nicht vorstellen, dass Thirza in dieser Männerwelt bestehen kann. Die unaufgearbeitete Rolle des Großvaters während des Nationalsozialismus schwebt wie ein dunkler Schatten über der Geschichte.

Justizpalast

Thirza kämpft und will allen das Gegenteil beweisen. Sie beißt sich durch ihr Studium und gibt nicht auf, bis sie selbst eine Robe tragen darf. Sie wird Staatsanwältin, Richterin am Amtsgericht, dann am Landgericht, zum Schluss Vorsitzende einer Zivilkammer. Der Erfolg fällt Thirza nicht in den Schoss, sie gibt alles dafür. Allein, ihr Privatleben bleibt dabei auf der Strecke. Thirza ist auch in ihrer Freizeit eher Grottenolm. Sie fährt alleine in den Urlaub und manchmal geht sie sogar während ihres Urlaubs ins Gericht, so sieht Arbeitshaltung aus. Freunde hat sie kaum, diejenigen, die sie hat, sind ebenfalls Juristen. Thirza glaubt lange Zeit, dass diese Einsamkeit zu ihrem Leben dazu gehört. Der Justizpalast in München ist ihre Wirkungsstätte, die Fälle, mit denen sie zu tun hat, wirken mitunter erschreckend dröge und sehr echt.

Kein Wunder, denn Petra Morsbach hat mit über 50 Jurist*innen gesprochen und so Einblicke in den Arbeitsalltag am Gericht erhalten. Der Aktenstau, die offenen Verfahren, das Gefühl, den Geschädigten häufig nicht einmal Recht zuteil werden zu lassen – diese Aspekte des Richterberufs erfasst Morsbach klar und unglaublich präzise. Die kauzigen, arroganten, weisen und zum Teil überraschend leidenschaftlichen Jurist*innen, denen Thirza begegnet, haben eins gemeinsam: ihr Zuhause ist der Justizpalast. Thirza, ein funktionierendes Rädchen im Getriebe, gibt ihr Bestes und doch ist das häufig nicht genug. Mindestens 100 Fälle aus Thirzas Alltag werden den Leser*innen auf den knapp 500 Seiten präsentiert. Die steinreiche Millionenerbin, die um ein paar tausend Euro vor Gericht kämpft, ist genau so teil dieser illustren Sammlung von Fällen wie die Nachbarn, die sich darüber in die Haare kriegen, dass die Bäume ein paar Zentimeter gekürzt werden sollen. Das ist mal traurig, mal skurril (eine Frau verliert ihren Mann durch einen Wal, nun ja, solche Dinge passieren), manchmal eben auch etwas trocken zu lesen.

Startet Thirza noch voller Elan und Idealismus in ihre Karriere, wird ihr spätestens als Richterin klar, dass erfolgreiche Strafprozesse nach vier goldenen Regeln ablaufen. Erstens, Vergleiche sind das A und O, zweitens, am besten niemand klagt, drittens, wird ein Urteil aufgehoben, hat irgendeine richterliche Instanz versagt, weil das Urteil nicht hieb-und stichfest begründet wurde und viertens, Recht und Gerechtigkeit sind zwei Paar Schuhe. Das Privatleben steht in starkem Kontrast zu dieser Welt der Akten und nicht immer gerechten Urteile. Nach einigen gescheiterten Versuchen findet Thirza mit Max dann doch das große Glück – wenn auch nicht für die Ewigkeit.

Morsbach hat einen herrlichen selbstironischen Stil, den man leicht überlesen kann. Thirza sagt zum Beispiel, sie als Hauptfigur, dürfe jetzt ohne Weiteres das Thema wechseln. Und als Thirza einmal ein Buch in die Hand nimmt, legt sie es mit den Worten: „Morsbach, keine Ahnung, was daran komisch sein soll“ wieder weg.

Hat man den Roman gelesen, hat man auch als juristischer Laie das Gefühl, irgendwie ein bisschen mehr verstanden zu haben. Davon wie Gesetze und das Justizsystem funktionieren und leider auch davon, wie Richter*innen, Sachbearbeiter*innen und alle Beamt*innen des Justizapparates leicht von dieser großen Aufgabe zerrieben werden können. Denn da Recht und Gerechtigkeit nicht immer zusammen fallen, kann es häufig nur eine Annäherung an ein vermeintlich gerechtes Urteil geben. Gerade deshalb ließ mich der Roman zum Ende hin, sehr melancholisch werden.  Misst sich das Können eines Richters an seinen gnadenlosen Urteilen, seinem Einfühlungsvermögen oder seinem Bearbeitungseifer, wenn es um offene Verfahren geht?

Als Petra Morsbach Anfang des Jahres in Bremerhaven war und bei der Literarischen Woche aus ihrem Roman Justizpalast las, war ich sofort begeistert und wollte den Roman unbedingt lesen. Mein erster Eindruck hat mich nicht getäuscht, der Roman ist toll. Im Gespräch, das sich der Lesung anschloss, erzählte Petra Morsbach, dass sie zehn Jahre für diesen Roman recherchiert habe. In einer heißen Phase, mietete sie sich eine Kabine auf einem Frachtschiff und schrieb ihren Roman auf hoher See, denn dort konnte sie nichts von ihrer Geschichte ablenken. Der Aufwand hat sich gelohnt. Für Justizpalast hat Morsbach den Wilhelm Raabe-Literaturpreis 2017 erhalten.

Petra Morsbach: Justizpalast. Knaus 2017.

Ich habe den Roman als Rezensionsexemplar vom Bloggerportal erhalten. Vielen Dank! 

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Licht und Zorn

 

„Zwischen ihrer Haut und seiner war nur ein winziges bisschen Raum, kaum genug für den Schweißfilm, der jetzt trocknete. Und doch hatte sich etwas Drittes in diesen hauchdünnen Spalt geschoben, ihre Ehe.“ (S.11)

 

Licht und Zorn

Jede Geschichte hat zwei Seiten. Diese Erkenntnis ist so banal, wie richtig. Lauren Groff baut auf diesem Fundament eine Ehedrama auf, dass es in sich hat. Die beiden Seiten der Ehe von Lotto und Mathilde werden zunächst aus Lottos Sicht geschildert (Licht) und anschließend um die Perspektive von Mathilde (Zorn) ergänzt. So werden im zweiten Teil, Eindrücke von Lotto in ein ganz neues Licht gerückt.

Lotto und Mathilde heiraten mit 22, ziemlich überstürzt, nachdem sie sich auf einer Party kennen gelernt haben. Der Roman beginnt mit einer Szene am Strand. Während Lotto verliebt um Mathilde herum turtelt und ihr begeistert erzählt, dass sie jetzt zu ihm gehören würde, besteht sie darauf, dass niemand irgendjemandem gehört, denn „zusammen sind wir etwas Neues“ (S. 11). Lotto glaubt ihr nicht, denn er geht davon aus, dass er alles über seine Frau weiß und immer alles über sie wissen wird. Wie wenig Lotto eigentlich wissen kann, wird im Laufe des Romans immer deutlicher.

Lottos Geschichte ist zunächst die Geschichte seiner Eltern. Der Vater erarbeitet sich ein finanzielles Polster, er stirbt, Lotto wird auf ein Internat geschickt, er hat verschiedenste Beziehungen und stürzt sich auf das Schultheater. Hier kann der Junge in verschiedenen Rollen glänzen. Bis er überraschend auf Mathilde trifft. Die unbekannte Schöne fasziniert Lotto, er heiratet sie spontan nach einer Party. Beide sind 22 und das Leben liegt vor ihnen. Lottos Mutter ist empört über die Entscheidung des Sohnes, vermutet, die neue Frau wolle nur an sein Geld. Lotto bricht den Kontakt zu seiner Mutter ab. Aber wer ist Mathilde eigentlich? Wer ist diese Frau, die aus Lottos Leben urplötzlich nicht mehr wegzudenken ist?

Mathilde unterstützt Lotto und kümmert sich um das Drumherum, damit Lotto als Schauspieler erfolgreich sein kann. Als für den eingeschlagenen Karriereweg sein Talent nicht reicht, unterstützt Mathilde ihn dabei, ein erfolgreicher Dramaturg zu werden. Sein  Durchbruch gelingt ihm mit einem Stück, das auf einem Erlebnis von Mathilde beruht, das Lotto unbekümmert für die Bühne ausschlachtet. Im Zentrum der Ereignisse steht ein Blutegel. Mathilde hatte sich als kleines Mädchen das Vampirwesen auf ihr Bein gesetzt. Dort blieb der Blutegel, tagelang. Vielleicht als Trost für das einsame Mädchen, vielleicht als Form der Bestrafung? Man weiß es nicht genau. Die Blutegelepisode ist nur ein kleiner Hinweis auf alles, was im zweiten Teil noch kommen soll.

Warum Mathilde das Leben mit Lotto, der ein ums andere Mal, verbal über die Strenge schlägt, ausgehalten hat, offenbart sich im zweiten Teil. Qualitativ erinnert die Auflösung einiger Szenen, bei denen Mathilde oft die Fäden zog, an Filme wie Fight Club. Ein Grund dafür, warum ich den Roman kaum aus der Hand legen konnte. So ausufernd  die Lebensgeschichte von Lotto, dem weißen, reichen Glückskind geschildert wird, so präzise und konkret wird es, wenn es um Mathildes Leben geht. Und es zeigt sich auch, dass Lotto Mathilde geholfen hat, mit den Traumata ihrer Jugend umgehen zu können. Er wusste davon natürlich nichts. Aber ob er ohne Mathilde jemals so erfolgreich gewesen wäre?

Lauren Groff spielt gekonnt mit dem lückenhaften Wissen der Leser*innen. Das Ehedrama ist genial geschrieben und Licht und Zorn deshalb ein echter Pageturner, der in jedem Fall Potenzial zum Lieblingsbuch hat.

Lauren Groff – Licht und Zorn. Übersetzt von Stefanie Jacobs.

Ich habe den Roman als Rezensionsexemplar beim Bloggerportal angefordert. Vielen Dank!

 

Sonnenkönige

sonnenkc3b6nige.jpg„Meinst du beginn ich, meinst du als Online-Redakteur? Mit Vertrag? Mit Urlaub und Krankenversicherung?“

 

Schön wär’s, aber so einfach ist es in Marianne Jungmaiers dritten Roman Sonnenkönige dann doch nicht. Im Mittelpunkt stehen Aidan und seine WG aus Twentysomethings, die versuchen ihren Platz im Leben zu finden. Prekäre Beschäftigung ist der Standard, über die Zukunft wird nicht viel nachgedacht. Aidan schreibt nebenher für ein Musikmagazin, aber eine Festanstellung ist nicht drin. Es gibt aber drei Frauen in seinem Leben. Mit Hannah aus der Redaktion führt Aidan eine glückliche und offene Beziehung. Mit Cherry, die gerade an ihrer Promotion schreibt, und ihrer Freundin Sam besucht er  Sadomasoparties.  Drogen gehören zum guten Ton. Als er auf einer Party den Amerikaner Bill kennen lernt, hat die Ziellosigkeit ein Ende. Aidan beginnt mit einem besonderen Projekt: im Keller bastelt er einen gigantischen Drachen. Seit seiner Kindheit sind Drachen für ihn besondere mystische Wesen, ein Drachentatoo drückt seine Verbundenheit mit der wilden Sagengestalt aus. Zusammen mit Bill möchte er das Kunstwerk in der Wüste Nevadas auf dem Favilla-Festival, das stark an die Riesenparty Burning Man erinnert, verbrennen und damit irgendwie auch ein Ritual begründen, das ihm eine neue Perspektive auf das Leben bieten kann. Wozu fährt man sonst auch in die Wüste? Richtig, um die Erleuchtung zu finden.

„Fünfzigtausend Menschen aus der ganzen Welt versammelten sich jeden August in der Wüste Nevadas, um ihre Freiheit, ihren Selbstausdruck, ihre Kunst zu feiern.“

Aidan wird von allen Figuren noch am stärksten charakterisiert, er erzählt die Geschichte und bleibt doch merkwürdig farblos. Auch Cherry, Sam und Hannah wirken wie unscheinbare Statistinnen, die sich irgendwie in einer Hippie-Bondage-Drogenwelt bewegen, die mich erst in der Wüste Nevadas richtig packen konnte (und das ist leider ein viel kürzerer Teil als der Rest der Handlung, die irgendwo in Berlin spielt). Warum die Figuren so an ihrem Dasein leiden, wird häufig nicht richtig klar und bleibt merkwürdig stark an der Oberfläche. Ohnehin eignen sich die Figuren kaum für eine tiefe Charakterisierung: Cherry lässt sich fesseln, weil sie ein Trauma aus der Kindheit verarbeiten muss. Aber dieser Nebensatz interessiert mich leider genau so wenig, wie Aidans Begründung für das Drachenkunstwerk: „Da steckt viel drin, Kindheit, Vater, so Dinge.“ Und an dieser Stelle sprechen wir von der Hauptfigur, dem Ich-Erzähler, der ähnlich schwer zu fassen ist, wie der ganze Rest der Figuren, die zwischen Party und Kater und der nächsten Party, selten eine Pause machen.

Marianne Jungmaier hat einen tollen Stil und ich habe den Roman gern gelesen. Er funktioniert für mich aber nur als schöne Momentaufnahme, bei der sicherlich noch viel mehr drin gewesen wäre: viel mehr Background, viel mehr Tiefe der Figuren, viel mehr Klarheit in der Motivation ihrer Handlungen. Was mir gefällt sind die musikalischen Zitate und Aidan, von dem ich gerne viel mehr erfahren hätte. So bleibt ein wunderschön geschriebenes und berauschendes Ende, aber auch ein wenig das Gefühl, ein Buch gelesen zu haben, bei dem doch etwas gefehlt hat.

Marianne Jungmaier: Sonnenkönige. Kremayr Scheriau 2018.

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